In einem wilden Begriffs-Wust aus Querdenkern, Rechtsextremen, Reichsbรผrgern und Holocaust-Leugnern verunglimpfte die ARD in den tagesthemen vom 20. Juli pauschal die Helfer, die erstens, nicht von staatlicher Seite kamen und zweitens, aus Sicht der รffentlich-Rechtlichen das falsche Gedankengut in ihren Kรถpfen hatten.
Denn offensichtlich ist Helfen nicht gleich Helfen, und Menschlichkeit nicht gleich Menschlichkeit. Aber nicht nur fรผr das Messen mit zweierlei Maร ist sich die ARD zu Schade. Der Staatssender merkt dabei gar nicht, dass sie sich exakt genauso verhรคlt, wie die hochstilisierten โRechtsextremenโ, denen die ARD das Ausschlachten der Krise vorwirft.
Sie schlachtet die Krise nรคmlich selbst aus und lenkt vom Teilversagen der Politik ab. Ein Glรผck, dass es โbรถseโ Helfer gibt, auf die man mit dem Finger zeigen kann, wรคhrend es tausenden Bรผrgern langsam dรคmmert, dass der Staat und insbesondere die Politik nicht ihr Freund ist.
Auch sprachlich ist das รถffentlich-rechtliche Narrativ kurz vor dem Ende: Allein das Wort โmassivstโ wird mehrfach benutzt, wodurch man sich ungewollt wie ein Profi-Fuรballspieler anhรถrt, der vom gegnerischen Verteidiger โmassivst angegangenโ wurde. Blessuren gab es natรผrlich keine.
Wรถrtlich sagt der tagesthemen-Korrespondent aus Mainz; โUnd รคhh, wir sehen auch andere Gruppierungen dort, und offensichtlich, so unsere Informationen, haben Querdenker bestehende Hilfsorganisationen massivst unterwandert.โ (Wie unterwandert man etwas massivst?) Kurz darauf fรผgt er hinzu: โWir sehen Videos, wo der Staat massivst angezweifelt wirdโ. An anderer Stelle dann ein noch schรคndlicheres Vergehen: โHier wird eben massivst in Social-Media-Kanรคlen zu Spenden aufgerufen, aber auch zu Hilfen vor Ort.โ
Bildlich untermalt man das Ganze in affigster Manier mit einem Pappschild auf dem โEssensausgabeโ steht oder ein Bild mit schwarzen Zelten, die mรถglicherweise dem โVolkslehrerโ gehรถren. Mehr Informationen: Fehlanzeige.
Der ARD-Beitrag ist an Peinlichkeit nicht zu รผberbieten. Der SWR-Korrespondent sitzt vor einem Green-Screen-Hintergrund in Mainz, was ungefรคhr zwei Stunden Autofahrt vom Katastrophengebiet entfernt liegt. Offensichtlich hat es die Multi-Milliarden-ARD nicht einmal geschafft, einen tagesthemen-Korrespondenten in die Nรคhe des Krisengebietes zu schippern, aber kritisiert die politische Gesinnung derer, die anstatt zu arbeiten und Geld zu verdienen, sich in ihr privates Auto gesetzt haben, und damit zu den Unglรผcksorten gefahren sind.
Wรคhrend die Sendung vorbereitet wurde, also schรคtzungsweise zwei Tage zuvor, kroch รผbrigens Angela Merkel samt Malu Dreyer Hand in Hand durch das krisengeschรผttelte Gebiet. Die Instrumentalisierung tropfte aus allen Poren, wรคhrend der Staatssender die Instrumentalisierung durch โRechteโ vorwirft. Die Ekelhaftigkeit der Politik kennt in dieser Situation keine Grenze.
Doch zeigt der Beitrag der tagesthemen auch etwas anderes: Die โDelegitimierung des Staatesโ greift weiter um sich, denn dem mรคchtigen Leviathan schwimmen die Fรคlle davon. Der schwarze Peter sitzt momentan beim Staat, der, je nach Auslegung, viel frรผher hรคtte warnen mรผssen โ viel besser hรคtte koordinieren mรผssen.
Nach dem Beitrag รผber die รberschwemmung blendet die ARD allerdings noch einen wichtigen Hinweis ein und ruft selbst โmassivst zu Spenden aufโ. Denn die Opfer der Flutkatastrophe brauchen Ihre Unterstรผtzung: Man solle bitte an die โAktion Deutschland hilftโ spenden. Wer nun die Kreditkarte zรผckt, wird vielleicht nur im Kleingedruckten erfahren, dass eine der grรถรten Hilfsorganisationen Deutschlands 13 Prozent Spendengebรผhren berechnet.
Von jedem Euro gehen also nur 87 Cent an die Opfer. 13 Prozent werden fรผr Werbung, Planung und Verwaltung aufgewendet. Schirmherr der Organisation ist รผbrigens kein geringerer als Heiko Maaร. Ob er direkt oder indirekt von seiner Position in dieser Organisation profitiert, ist nicht herauszufinden.
Bekannt wurde die โAktion Deutschland Hilftโ vor gut einem Jahr durch einen anderen Vorfall. Man sammelte 2,5 Millionen Euro ein โ aber nicht fรผr irgendwelche deutschen Katastrophenopfer, sondern fรผr die Organisation โIslamic Reliefโ, die Kontakte zur Muslimbruderschaft hat.
Und wer weiร, vielleicht ist die โAktion Deutschland Hilftโ bereits massivst von linken Krรคften unterwandert?
