Es ist Weihnachten! Schon seit September sind die Supermarktregale mit Lebkuchen und Weihnachtssüßigkeiten gefüllt. Spätestens Ende November beginnen langsam die Weihnachtsmärkte, der Glühwein fließt und jede zweite Internetseite beglückt ihre Besucher mit originellen Weihnachtsmützen und -figuren.
Der Weihnachtsmann prangt auf Werbepostern, Deko-Bannern und diversen Printmedien und das fettige Essen für die Feiertage ist schon eingekauft. Fragt sich nur ob irgendjemand noch den Grund kennt warum wir eigentlich Weihnachten feiern. Ihn in der Kirche zu erfahren ist gar nicht so einfach. Zwar sind die Gottesdienste an Weihnachten ca. zehnmal sooft besucht wie unter dem Jahr, doch kommen von der Kanzel, statt klarer biblischer Botschaften, häufig nur politische Appelle und Wohlfühlgesäusel. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.
Und doch ist Weihnachten soviel mehr und soviel bedeutsamer als das politische Palaver und der oberflächliche Konsum die es bedecken ausdrücken und erfassen können. Weihnachten beschreibt ein historisches Geschehen, dass diese Welt ein für allemal verändert hat.
Im Bibeltext aus Lukas 2,7-15 heisst es:
„7 Und sie (Maria) gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. 8 Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. 9 Und des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. 10 Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; 11 denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. 12 Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. 13 Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: 14 Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens. 15 Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. 16 Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen.“
In der Nacht, an die wir beim Weihnachtsfest denken, wurde Jesus Christus geboren. Die ersten Zeugen dieser Geburt waren Hirten. Männer die auf dem Feld bei ihren Schafen lebten und sie hüteten. Fernab von aller Politik, allem Konsum und allem Trubel. In der Natur und der Ruhe begegneten sie dem Engel Gottes. Nicht der König Herodes, der Tyrann des Landes war auserwählt das Kind als erstes zu sehen. Nicht der Kaiser Augustus, der das riesige römische Imperium beherrschte war Zeuge der Geburt Jesu. Gott schickt sein himmlisches Herr um ein paar Hirten Bescheid zu geben. Er kommt in die Stille. Er kommt zu den Außenseitern. Und er spricht mit ihnen in Klarheit und Herrlichkeit. Die Hirten erschrecken. Eine Engelserscheinung war in den damaligen Zeiten genauso außergewöhnlich wie heute. Aber sie glauben in ihrer Schlichtheit der Botschaft Gottes: Euch ist heute der Retter geboren.
Glauben wir das heute auch?
Hören wir diese Botschaft überhaupt?
Ist unser Magen nicht viel zu vollgeschlagen, unser Kopf zu abgelenkt, um über diese Botschaft nachzudenken. Haben wir überhaupt eine „Stille Nacht“ oder gehen wir im Rausch von Genuss, Alltagsaufgaben und digitaler Zeitverschwendung unter? Letzten Endes sagt die Weihnachtsgeschichte: Wir brauchen einen Retter. Konkreter: Du brauchst einen Retter.
Einen Retter, der Frieden schenkt. Inneren Frieden, zwischenmenschlichen Frieden und vor allem Frieden mit Gott. Das Kind in der Krippe ist uns nicht nur als süßer Nebendarsteller für Krippenspiele gegeben. In Heu und Stroh liegt der Mensch, der die Weltgeschichte ein für alle mal umkrempeln wird. Die Geschichte, die an Weihnachten beginnt, ist bedeutender als die Regierungsgeschichte des Kaisers Augustus, sowie all seiner Vor- und Nachfolger. Nicht nur, weil das Christentum 2000 Jahre später die größte Religion der Welt ist. Sondern vor allem deshalb, weil die tiefsten und existentiellsten Fragen des Menschen an diesem Abend eine endgültige Antwort finden.
Die Frage nach der Einsamkeit wird beantwortet mit dem Gott, der immer bei uns sein will. Der uns so sehr liebt, dass er in unsere Niedrigkeit und unseren Dreck kommt, um bei uns zu sein. Die Frage nach der Schuld wird beantwortet mit dem Gott, der sich selbst hingibt, um sie für uns zu bezahlen. Als gerechter Herrscher der Welt kann und will Gott nicht über Ungerechtigkeit und das Böse hinwegsehen und „Fünfe grade“ sein lassen.
Er tut viel mehr als das. Er bezahlt unsere Schuld für uns, die wir durch unsere Ignoranz, unseren Egoismus, unseren Unglauben und unsere mangelnde Nächstenliebe auf uns geladen haben. Er bezahlt sie mit dem Leben seines Sohnes, dass dieser wenige Jahre später am Kreuz gibt.
Die Frage nach dem Sinn wird mit Hoffnung und Perspektive beantwortet. Gott misst dieser Welt und auch unserem Leben einen Sinn bei! Er hat eine Aufgabe für unser Leben und freut sich auf die ewige Gemeinschaft mit uns. Das ist die wahre Botschaft von Weihnachten. Das Kind in der Krippe kommt als Retter und König für uns. Die Fragen, die es uns allen stellt, sind:
Nimmst du mich an?
Nimmst du die Vergebung durch mein Opfer und die Regierung durch mich als König an?
Lässt du dich aus der Sinnlosigkeit und Verlorenheit dieser Welt retten?
Die Engel loben Gott mit den Worten: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“
Wer Jesus im Glauben annimmt darf diesen Frieden erleben. Er darf den Gott kennenlernen der die Antwort auf seine tiefsten Sehnsüchte ist. Und er hat einen Grund zu loben und zu preisen! Er hat wirklich fröhliche Weihnachten und eine heilige Nacht.
Amen.


Danke, Frohe Weihnacht!
Lieber Bruder Napf, die Weihnachtsgeschichte bietet viel Stoff für Sehnsucht, Phantasie und Glaubenswärme – doch eines ist sie ganz gewiß nicht: ein „historisches Geschehen“.
Sie ist der Versuch der Evangelisten Matthäus und Lukas, einen Bogen zwischen Jesus und König David zu ziehen, im Rückgriff auf die Prophezeiung des Propheten Micha.
Es handelt sich um eine eher literarisch-künstlerisch statt historisch zu verstehende Erzählung.
Das älteste Evangelium, Markus, erwähnt sie mit keinem Wort und auch für das Johannes-Evangelium spielt sie keine Rolle.
Im Grunde ist sie wohl eine Art Märchen, das die „Zielgruppe“ erweitern sollte – was ihrer Wirkmächtigkeit allerdings nicht geschadet hat.
Lieber Herr Ganz,
was die Glaubenswärme und die Wirkmächtigkeit angeht sind wir wohl einer Meinung.
Was die Historizität angeht weniger.
Nach altkirlichen Zeugnissen ist es keineswegs klar, dass Markus das älteste Evangelium ist. Doch selbst wenn man das gelten lässt macht das die Weihnachtsgeschichte noch lange nicht zur Fiktion. Auch heutige Biografen haben unterschiedliche Überzeugungen in religiöser und politischer Hinsicht. Matthäus und Lukas haben das Weihnachtsgeschehen gemäß der ihren eingeordnet. Ob sie die Wahrheit gesagt haben hängt eher von ihrer Qullenlage ab. Ihre Quellen sind historisch und der Selbstanspruch auch. Dies wird im Lukasprolog (Lk1,1-4) genauso deutlich wie in der Nennung zahlreicher Zeugen und historischer Persönlichkeiten. Bei Matthäus geht die Alte Kirche auch davon aus, dass er ein Jünger Jesu war. Auch für die Sterndeuter (magoi) aus dem Morgenland gibt es sehr plausible Hinweise für eine historische Credibilität. So gab es in dieser Zeit tatsächlich babylonische Astronomen die oft weite Forschungsreisen gemacht haben und dem Zoroastrismus anhingen und auch eine Messiashoffnung hatten. Es ist also durchaus plausibel, dass die Ankündigung eines Königs in Israel (durch ein rekonstruierbares Sternbild) für sie ein Grund war diesen aufzusuchen und ihm zu huldigen.
Das Christentum ist purer Marxismus, eine Sklavenreligion aus dem nahen Osten. Schuld und Sünde. Ganz das Gegenteil ist der Theravada Buddhismus, die ursprünglichste Lehre des Buddha. Leider glauben die meisten Rechten, man müsste immer das glauben, in das man hineingeboren wurde anstatt mal den eigenen Horizont zu erweitern. Der Buddhismus passt so garnicht in ein linkes Weltbild, auch wenn viele weisse Marxisten in Deutschland diese Religion für ihre Ideologie missbrauchen wollen. Gut, dass die asiatischen Theravada Buddhisten in Deutschland die wahre, nicht woke Lehre verbreiten.