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Weihnachtspredigt – Stille Nacht, heilige Nacht?

23. Dezember 2025
in 4 min lesen

Es ist Weihnachten! Schon seit September sind die Supermarktregale mit Lebkuchen und WeihnachtssรผรŸigkeiten gefรผllt. Spรคtestens Ende November beginnen langsam die Weihnachtsmรคrkte, der Glรผhwein flieรŸt und jede zweite Internetseite beglรผckt ihre Besucher mit originellen Weihnachtsmรผtzen und -figuren.

Der Weihnachtsmann prangt auf Werbepostern, Deko-Bannern und diversen Printmedien und das fettige Essen fรผr die Feiertage ist schon eingekauft. Fragt sich nur ob irgendjemand noch den Grund kennt warum wir eigentlich Weihnachten feiern. Ihn in der Kirche zu erfahren ist gar nicht so einfach. Zwar sind die Gottesdienste an Weihnachten ca. zehnmal sooft besucht wie unter dem Jahr, doch kommen von der Kanzel, statt klarer biblischer Botschaften, hรคufig nur politische Appelle und Wohlfรผhlgesรคusel. Ausnahmen bestรคtigen natรผrlich die Regel.

Und doch ist Weihnachten soviel mehr und soviel bedeutsamer als das politische Palaver und der oberflรคchliche Konsum die es bedecken ausdrรผcken und erfassen kรถnnen. Weihnachten beschreibt ein historisches Geschehen, dass diese Welt ein fรผr allemal verรคndert hat.

Im Bibeltext aus Lukas 2,7-15 heisst es:

โ€ž7 Und sie (Maria) gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.โ€‚8 Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hรผrden, die hรผteten des Nachts ihre Herde.โ€‚9 Und des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fรผrchteten sich sehr.โ€‚10 Und der Engel sprach zu ihnen: Fรผrchtet euch nicht! Siehe, ich verkรผndige euch groรŸe Freude, die allem Volk widerfahren wird;โ€‚11 denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.โ€‚12 Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.โ€‚13 Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen:โ€‚14 Ehre sei Gott in der Hรถhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.โ€‚15 Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat.โ€‚16 Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen.โ€œ

In der Nacht, an die wir beim Weihnachtsfest denken, wurde Jesus Christus geboren. Die ersten Zeugen dieser Geburt waren Hirten. Mรคnner die auf dem Feld bei ihren Schafen lebten und sie hรผteten. Fernab von aller Politik, allem Konsum und allem Trubel. In der Natur und der Ruhe begegneten sie dem Engel Gottes. Nicht der Kรถnig Herodes, der Tyrann des Landes war auserwรคhlt das Kind als erstes zu sehen. Nicht der Kaiser Augustus, der das riesige rรถmische Imperium beherrschte war Zeuge der Geburt Jesu. Gott schickt sein himmlisches Herr um ein paar Hirten Bescheid zu geben. Er kommt in die Stille. Er kommt zu den AuรŸenseitern. Und er spricht mit ihnen in Klarheit und Herrlichkeit. Die Hirten erschrecken. Eine Engelserscheinung war in den damaligen Zeiten genauso auรŸergewรถhnlich wie heute. Aber sie glauben in ihrer Schlichtheit der Botschaft Gottes: Euch ist heute der Retter geboren.

Glauben wir das heute auch?

Hรถren wir diese Botschaft รผberhaupt?

Ist unser Magen nicht viel zu vollgeschlagen, unser Kopf zu abgelenkt, um รผber diese Botschaft nachzudenken. Haben wir รผberhaupt eine โ€žStille Nachtโ€œ oder gehen wir im Rausch von Genuss, Alltagsaufgaben und digitaler Zeitverschwendung unter? Letzten Endes sagt die Weihnachtsgeschichte: Wir brauchen einen Retter. Konkreter: Du brauchst einen Retter.

Einen Retter, der Frieden schenkt. Inneren Frieden, zwischenmenschlichen Frieden und vor allem Frieden mit Gott. Das Kind in der Krippe ist uns nicht nur als sรผรŸer Nebendarsteller fรผr Krippenspiele gegeben. In Heu und Stroh liegt der Mensch, der die Weltgeschichte ein fรผr alle mal umkrempeln wird. Die Geschichte, die an Weihnachten beginnt, ist bedeutender als die Regierungsgeschichte des Kaisers Augustus, sowie all seiner Vor- und Nachfolger. Nicht nur, weil das Christentum 2000 Jahre spรคter die grรถรŸte Religion der Welt ist. Sondern vor allem deshalb, weil die tiefsten und existentiellsten Fragen des Menschen an diesem Abend eine endgรผltige Antwort finden.

Die Frage nach der Einsamkeit wird beantwortet mit dem Gott, der immer bei uns sein will. Der uns so sehr liebt, dass er in unsere Niedrigkeit und unseren Dreck kommt, um bei uns zu sein. Die Frage nach der Schuld wird beantwortet mit dem Gott, der sich selbst hingibt, um sie fรผr uns zu bezahlen. Als gerechter Herrscher der Welt kann und will Gott nicht รผber Ungerechtigkeit und das Bรถse hinwegsehen und โ€žFรผnfe gradeโ€œ sein lassen.

Er tut viel mehr als das. Er bezahlt unsere Schuld fรผr uns, die wir durch unsere Ignoranz, unseren Egoismus, unseren Unglauben und unsere mangelnde Nรคchstenliebe auf uns geladen haben. Er bezahlt sie mit dem Leben seines Sohnes, dass dieser wenige Jahre spรคter am Kreuz gibt.

Die Frage nach dem Sinn wird mit Hoffnung und Perspektive beantwortet. Gott misst dieser Welt und auch unserem Leben einen Sinn bei! Er hat eine Aufgabe fรผr unser Leben und freut sich auf die ewige Gemeinschaft mit uns. Das ist die wahre Botschaft von Weihnachten. Das Kind in der Krippe kommt als Retter und Kรถnig fรผr uns. Die Fragen, die es uns allen stellt, sind:

Nimmst du mich an?

Nimmst du die Vergebung durch mein Opfer und die Regierung durch mich als Kรถnig an?

Lรคsst du dich aus der Sinnlosigkeit und Verlorenheit dieser Welt retten?

Die Engel loben Gott mit den Worten: โ€žEhre sei Gott in der Hรถhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.โ€œ

Wer Jesus im Glauben annimmt darf diesen Frieden erleben. Er darf den Gott kennenlernen der die Antwort auf seine tiefsten Sehnsรผchte ist. Und er hat einen Grund zu loben und zu preisen! Er hat wirklich frรถhliche Weihnachten und eine heilige Nacht.

Amen.

4 Comments Schreibe einen Kommentar

  1. Lieber Bruder Napf, die Weihnachtsgeschichte bietet viel Stoff fรผr Sehnsucht, Phantasie und Glaubenswรคrme – doch eines ist sie ganz gewiรŸ nicht: ein „historisches Geschehen“.
    Sie ist der Versuch der Evangelisten Matthรคus und Lukas, einen Bogen zwischen Jesus und Kรถnig David zu ziehen, im Rรผckgriff auf die Prophezeiung des Propheten Micha.
    Es handelt sich um eine eher literarisch-kรผnstlerisch statt historisch zu verstehende Erzรคhlung.
    Das รคlteste Evangelium, Markus, erwรคhnt sie mit keinem Wort und auch fรผr das Johannes-Evangelium spielt sie keine Rolle.
    Im Grunde ist sie wohl eine Art Mรคrchen, das die „Zielgruppe“ erweitern sollte – was ihrer Wirkmรคchtigkeit allerdings nicht geschadet hat.

  2. Lieber Herr Ganz,
    was die Glaubenswรคrme und die Wirkmรคchtigkeit angeht sind wir wohl einer Meinung.
    Was die Historizitรคt angeht weniger.
    Nach altkirlichen Zeugnissen ist es keineswegs klar, dass Markus das รคlteste Evangelium ist. Doch selbst wenn man das gelten lรคsst macht das die Weihnachtsgeschichte noch lange nicht zur Fiktion. Auch heutige Biografen haben unterschiedliche รœberzeugungen in religiรถser und politischer Hinsicht. Matthรคus und Lukas haben das Weihnachtsgeschehen gemรครŸ der ihren eingeordnet. Ob sie die Wahrheit gesagt haben hรคngt eher von ihrer Qullenlage ab. Ihre Quellen sind historisch und der Selbstanspruch auch. Dies wird im Lukasprolog (Lk1,1-4) genauso deutlich wie in der Nennung zahlreicher Zeugen und historischer Persรถnlichkeiten. Bei Matthรคus geht die Alte Kirche auch davon aus, dass er ein Jรผnger Jesu war. Auch fรผr die Sterndeuter (magoi) aus dem Morgenland gibt es sehr plausible Hinweise fรผr eine historische Credibilitรคt. So gab es in dieser Zeit tatsรคchlich babylonische Astronomen die oft weite Forschungsreisen gemacht haben und dem Zoroastrismus anhingen und auch eine Messiashoffnung hatten. Es ist also durchaus plausibel, dass die Ankรผndigung eines Kรถnigs in Israel (durch ein rekonstruierbares Sternbild) fรผr sie ein Grund war diesen aufzusuchen und ihm zu huldigen.

  3. Das Christentum ist purer Marxismus, eine Sklavenreligion aus dem nahen Osten. Schuld und Sรผnde. Ganz das Gegenteil ist der Theravada Buddhismus, die ursprรผnglichste Lehre des Buddha. Leider glauben die meisten Rechten, man mรผsste immer das glauben, in das man hineingeboren wurde anstatt mal den eigenen Horizont zu erweitern. Der Buddhismus passt so garnicht in ein linkes Weltbild, auch wenn viele weisse Marxisten in Deutschland diese Religion fรผr ihre Ideologie missbrauchen wollen. Gut, dass die asiatischen Theravada Buddhisten in Deutschland die wahre, nicht woke Lehre verbreiten.

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