An der Oberschule in Schleife, einer 2.500-köpfigen Gemeinde im Nordosten Sachsens, wurden letzten Monat zwei nonbinäre Aktivisten vorstellig, um der Klasse 9b etwas über „Mut“ beizubringen. Im Rahmen eines Projekttages hatten sie die Kinder die gesamte Schulzeit über ganz für sich, ein Lehrer war nicht anwesend.
Sie verschwiegen ihre Namen, weil diese Rückschlüsse auf ihr „Geburtsgeschlecht“ zuließen, und stellten sich stattdessen mit (ausgedachten) Pronomen vor. Die Schüler sollten ihnen dies gleichtun, was ein Mädchen mit den Worten „Ich heiße Leonie und möchte auch so genannt werden“ zurückwies. Laut Aussage eines Vaters gegenüber der „Jungen Freiheit“ quittierte das Duo diesen Rückschlag mit der Bemerkung, „in diesem Nazi-Sachsen“ habe man „auch nichts anderes erwartet“.
Schließlich ließ man die 14- und 15-Jährigen eine Collage basteln, mit der sie künstlerisch die Frage „Was macht dich mutig?“ beantworten sollten. Von dem dafür ausgelegten Bastelmaterial schoss ein Schüler Handyfotos, die letzte Woche an die „Junge Freiheit“ weitergeleitet wurden, weshalb wir jetzt überhaupt von dem Vorfall erfahren. Neben linksextremen Flyern mit Slogans wie „FCK AfD“ lagen Bilder aus Schwulenpornos auf dem Boden, auf denen erigierte Penisse und Oralverkehr zu sehen waren, und zwar unzensiert.
Die Amadeu Antonio Stiftung, die das Projekt gefördert hatte, verwies in einer Stellungnahme auf den eigentlich doch so seriösen Veranstalter:
„Der Workshop war Teil des Theaterprojekts ‚Mut‘ und wurde von den Falken Berlin, einem anerkannten Träger in der Bildungsarbeit, durchgeführt.“
Die „Sozialistische Jugend – Die Falken“, wie sie sich selbst nennen, geben auf ihrer Seite an, Camps, Freizeitangebote und Schulworkshops für 6- bis 19-Jährige durchzuführen, in denen man sie für „Antirassismus, Antifaschismus, Feminismus und eine sozialistische Gesellschaft“ begeistern will.
Auffällig ist, dass sie bereits vor 57 Jahren mit einem ähnlichen Fall Schlagzeilen machten: In einem 1969 von ihnen durchgeführten Zeltlager spielten sie Kindern ab acht Jahren Pornos vor, schickten sie in gemischte Duschen und ließen Alkohol- und Drogenkonsum sowie den resultierenden omnipräsenten Geschlechtsverkehr zu. Frühsexualisierung im wörtlichsten Sinne eben, nur eben noch aus der prä-queeren Ära der Linken.
Das „Mut-Projekt“ weiten die „Falken“ laut Website gerade unter anderem Namen auf noch jüngere Kinder aus:
„Das Projekt KidsCourage wurde aus der Idee und der Erfahrung geboren, dass mit der Erziehung zu zivilgesellschaftlichem Engagement gegen Rechtsextremismus nicht erst in der Oberschule angefangen werden darf.“
Den Missbrauch der Kinder in Schleife verteidigen sie unterdessen mit der Klarstellung, die Bastelmaterialien seien gespendet worden und die Pornobilder bei der Durchsicht nicht aufgefallen. „Nachdem einige Schüler*innen diese entdeckten, nahmen die Pädagog*innen das Magazin sofort an sich und ordneten die Geschehnisse umgehend ein“, so die Chefin.
Eine Schülerin aus der 9b widerspricht diesen Darstellungen in einem „NIUS“-Interview entschieden: Zunächst einmal spricht sie von „schwulen Pornoheften“ in der Mehrzahl. Das fotografierte Material stammte übrigens aus „Queer Sex – whatever the fuck you want!“; ein Titel, der bei der Durchsicht wohl unverdächtig erschien. Und, wichtiger: Laut ihr sahen die Aktivisten vergnügt dabei zu, wie die Kinder die Aktfotos sichteten – bis sie anfingen, Fotos zu schießen:
„Schülerin: Zwei oder drei Schüler haben sich das (die Pornos) angesehen. Ich weiß nicht genau, wie viele Hefte es waren.
NIUS: Konntet ihr diese Hefte frei durchblättern?
Schülerin: Ja. Die Betreuer haben gesehen, dass einige reinschauen, haben aber zunächst nichts gesagt. Erst als Fotos gemacht wurden, haben sie reagiert.
NIUS: Was haben sie dann gesagt?
Schülerin: Sie meinten, es sei nicht richtig, davon Fotos zu machen, und haben die Hefte dann weggenommen.“
Ohne Beweisfotos wäre es bei Aussagen fantasievoller Kinder, die sich wohl mit Übertreibungen interessant machen oder provozieren wollen, gegen die eines „anerkannten Bildungsträgers“ geblieben. Aber sobald Konsequenzen im Raum standen, waren die Hefte ratzfatz weg.
In einem Rechtsstaat, der nicht von solchen Perversen nahestehenden Strömungen politisch korrumpiert wäre, würde man das als klares Indiz für Vorsatz werten und unter dem Gesichtspunkt, dass sie ihre Stellung als Respektspersonen im Schulkontext für die Tat ausnutzten, die Höchststrafe von immerhin einem Jahr Gefängnis verhängen. In der späten BRD wird das Verfahren höchstwahrscheinlich eingestellt.
Die Stellungnahme der „Falken“ endet mit einer Anprangerung der „Hetzkampagne, die einer demokratischen Zivilgesellschaft und Angeboten von freien Trägern an Schulen nachhaltigen Schaden zufügen soll“. Die gefährlichen Subjekte, denen das Schulsystem unsere Kinder zur sexuellen Traumatisierung ausliefert, kennen keinen Rückwärtsgang. Warum auch? Die „bürgerliche Mitte“, etwa in Person des CDU-Bürgermeisters der Ortschaft, regt sich höchstens über den entstandenen Imageschaden auf:
„Wir sind ein hervorragender Schulstandort hier. Und wenn jetzt im Prinzip Leute kommen, die aus meiner Sicht mit krimineller Energie das versuchen zu beschädigen (…) oder auf dieser politischen Welle reiten, das lehne ich zutiefst ab.“ Gemeint sind nicht die perversen Machenschaften ominöser Aktivisten einer extrem linken Jugendorganisation, sondern die Aufdecker des Skandals.
2020 mündete Chris Ares’ Versuch, ein rechtes Jugendzentrum in Bischofswerda aufzubauen, in einer Distanzierung der dortigen AfD. Zeit, dass sie dort, wo sie kommunale Macht hat, gegen alle Widerstände rechte Jugendarbeit forciert. Die Erwiderung auf den Wutanfall der Presse schreibt sich von selbst: Bei uns gibt’s zumindest keine Schwulenpornos, bei uns gibt’s ’nen Kicker und Deutschlandfahnen.

