Die linksextreme Szene in Deutschland hat fertig: Nach der Rรคumung von Liebig34, dem endgรผltigen Rodungsbeschluss des Dannerรถder Forsts und der stรคdtischen Gentrifizierung, hat die Szene 2020 mit enormem politischem Gegenwind zu kรคmpfen. Nicht zu vergessen ist das โindymediaโ-Verbot, das Anfang des Jahres vom obersten Bundesverwaltungsgericht bestรคtigt wurde.
Die Szene wird kleiner, wenn auch aggressiver und umtriebiger, wie die politisch motivierte Kriminalitรคt vielerorts zeigt: Mehr Straftaten auf weniger Personen. Der Nachwuchs bleibt aus, die โAltenโ (irgendwas mit 30) entdecken das bรผrgerliche Leben fรผr sich. Das Feuer der Nachwendezeit und der frรผhen 2000er, als man noch das Gefรผhl hatte etwas verรคndern zu kรถnnen, ist erloschen.
Ein bisschen Kindergarten
Die Jungen wiederum werden eingewickelt von den gemรผtlichen Universitรคts-Linken, deren Protest aus dem Tragen von Einhorn-Jutebeuteln besteht und dem Kampf um die radikalsten Positionen, bei der Wahl zum ASTA-Vorsitzenden. Fรผr alle wertschรถpfenden Teile der Bevรถlkerung: Das ist eine Mischung aus Klassensprecher fรผr Erwachsene und dem Vorsitz eines grรผnen Kreisverbandes, die anschlieรend die Studenten zu vertreten vorgeben.
Zwar finden auรerhalb der wohlsituierten Linken, also โauf der Straรeโ, noch immer โlinke Aktionenโ statt, aber allein die Teilnehmerzahlen und vor allem das verรคnderte Antlitz beispielsweise des 1. Mai, dem Feiertag der Linken schlechthin, zeigen, in welche Richtung sich die Szene entwickelt. Rรผcklรคufige Zahlen in Berlin, die auch dem Jahrmarktcharakter der verschiedenen Straรenveranstaltungen geschuldet waren.
Zehntausende feierten beim hippen โMyfestโ in Kreuzberg, die wenigsten zogen vermummt und sozialistische Phrasen skandierend durch das benachbarte Friedrichshain. Das war 2019. 2020 fand quasi kein 1. Mai statt: Corona machte den โRebellenโ einen Strich durch die Rechnung. Die meisten hielten sich an die staatlich verordneten Demonstrationsverbote.
Im wahrsten Sinne des Wortes asozial
Die zahnlosen Helden der Arbeiterklasse, zumeist asozial, arbeitslos und vom Sozialtropf des eigentlich so verhassten Systems abhรคngig, wohnen zu 92 Prozent noch bei Mutti, wie 2016 durch den Verfassungsschutz verรถffentlich wurde. Was eine solche Zahl รผber eine Szene, eine politische Strรถmung, eine Bewegung, die sich mal avantgardistisch schimpfte, aussagt, muss nicht hinzugefรผgt werden.
Leider steht die Selbstwahrnehmung der linken Krieger, in eklatantem Widerspruch zur Realitรคt. Eine Realitรคt mit einigen hundert Extremisten, die mal mehr oder wenig vernetzt, der politischen Gesellschaft nur noch gewaltig auf den Sack gehen kรถnnen, wie bei Autobahnblockaden, Baumhรคuserbesetzungen, um Rodungen zu verhindern oder angezรผndeten Baumaschinen und Autos. In der Realitรคt geht von oftmals veganen und schwรคchlichen Linksextremen (fast) keine Gefahr mehr aus.
Noch eklatanter ist fast nur der Widerspruch zwischen Realitรคt und rechter Wahrnehmung, die hinter jedem Baum einen muskelbepackten Gulagwรคchter befรผrchten, der mindestens zwei Dans in Karate hat und regelmรครig Polizisten aufmischt. Linke sind aber, nicht nur die, die bei Mutti wohnen, kรถrperliche Lappen.
Wenn Opa den Bengels den Hintern versohlt
Ausnahmen, wie bei der versuchten Tรถtung im Mai bei einer Corona-Demo in Stuttgart, oder beispielsweise aktuell, als Linke in Leipzig auf einen Mann eintraten, der im Krankenhaus behandelt wurde, gibt es. In Gruppen lauern sie feige ihren Feinden auf, aus dem Hinterhalt schlagen sie zu. Trotzdem lรคsst sich die Zahl der wirklich gefรคhrlichen รbergriffe an zwei Hรคnden abzรคhlen. Autofahren ist gefรคhrlicher. Wie schwรคchlich die extremistische Linke, sogar in ihrem Brutkasten Leipzig-Connewitz auftritt, zeigt beispielsweise dieses Video, als zwei Rentner eine Gruppe linker Wรผrstchen verscheuchen, oder hier, als eine Gruppe tschetschenischer Sicherheitsmรคnner sich ein wenig aufregen und die linksradikalen Stรถrer schnell in die Flucht schlagen.
Wer sich also nicht wie ein Opfer verhรคlt, wird auch im Normalfall kein Opfer. Opfer, das hat das Jahr 2020 gezeigt, sind die Linksextremen und ihre extrem peinliche Einstellung, noch immer vom Systemwechsel, vom groรen Umsturz und vom „Tag X“ zu schwafeln. Wer am ominรถsen Tag X, wenn die „Unterdrรผckten“ aufstehen und das System รคndern werden, ihre Sozialhilfe zahlen soll, ist freilich ungeklรคrt.
Phantasmen
Seit einiger Zeit hat sich der Terminus „Tag X“ im kollektiven Bewusstsein der Szene eingebrannt und ist so etwas wie die Heilsversprechung eines Karl Marx, Rousseaus, Robespierres oder anderen menschenfeindlichen Utopisten. Wohingegen diese drei Herren ein gewisses revolutionรคres Potenzial gesehen haben, sind ihre heutigen Epigonen ein klรคgliches Hรคufchen, deren Vorfahren sich bereits zu Tode gesiegt haben, und ihre linksradikalen Inhalte lรคngst in die Politik, in die Machtzentren und die Kรถpfe der Menschen haben einflieรen lassen.
Die schwรคchlichen Ableitungen der einstigen Sozialrevolutionรคre mรผssen hoffen und trรคumen: Wann komm der Tag X, die eine Planetenkonstellation, der eine Zรผndfunken? Anfang des Jahres war in Leipzig Tag X, als man sich vor dem Bundesverwaltungsgericht versammelte um gegen die โindymediaโ-Verbotsbestรคtigung zu demonstrieren. Es wurden wieder ordentlich Sachen beschรคdigt, der linksoffene SPD-Bรผrgermeister lieร die Demo sogar gewรคhren. Geรคndert hat es nichts, vom Tag X war dieser traurige Tag Lichtjahre entfernt.
Anschlieรend konnten 92 Prozent wieder zurรผck zu Mutti, wรคhrend ein Teil der 8 Prozent in ihr verkommenes und ekelhaftes Rattenloch zurรผckkriechen mussten. Wer glaubt, dass ich mit meiner Wortwahl รผbertreibe, kann gerne nachsehen.
Schrubber und Eimer fรผr Liebig 34
So sieht das โbesetzteโ, im Klartext von der Politik geduldete Haus in der Liebigstraรe 34 aus. โLiebig34โ ist seit der Wende von Linken behaust. Um die โsolidarische Linkeโ, also alles zwischen linksextremer Antifa und SPD nicht zu erzรผrnen, hat die rot-rot-grรผne Regierung sich jahrelang hinter das wilde, chaotische, irgendwie anrรผchige Autonomenparadies gestellt.
Da aber selbst die Berliner rot-rot-grรผn Wรคhler mittlerweile fรผr sechs Euro Latte-Machiatto saufen, zwei Kinder haben, die aus unerfindlichen Grรผnden Friedrich und Otto heiรen, welche sie dann auf ihren Lastenfahrrรคdern erst zum รผberteuerten Bio-Markt und dann zur Anti-Impf-Kita fahren, hat sich die kiezsche Meinung zu den verwahrlosten Liebig-Gammlern gewandelt: Liebig muss weg, und zwar schleunigst.
Also stand nach allen winkeladvokatischen Tricks der Anwรคlte (bpsw.: keine genderneutrale Sprache des Gerichtes usw.) der Liebig34-Behauser, die รผbrigens immer รผber die โRote Hilfeโ bezahlt werden, ein Verein, der es gleichzeitig schafft verfassungsfeindlich und gemeinnรผtzig zu sein, die endgรผltige Rรคumung bevor.
Und wieder zogen hunderte, wenn nicht tausende linker Gehirnamputierter durch die Straรen, zerstรถrten, was sie in die Finger bekamen, und richteten Wochen zuvor und danach regelmรครigen Sachschaden an: brenn
ende Autos, zerstรถrte Baustellenfahrzeuge, eingeschmissene Fenster. Man wollte einen Schaden von 34 Millionen Euro anrichten, um sich fรผr die Rรคumung der Liebig34 zu rรคchen. Rache hin oder her, die Linksextremen drehten wieder durch, wurden natรผrlich mit Samthandschuhen angefasst, aber die Aktion verpuffte wieder nach einigen Tagen. Das wars mit dem zweiten Tag X in diesem Jahr.
Apropos: Samthandschuhe: Wenn man sich einmal Originalaufnahmen schreiender Linker anschaut, die in kakophonischer Manie „HรรรรYYYYYY“ schreien, wenn ein Polizist sie anhustet, zweifelt man schnell an diesem politischen System. Linksextreme, die unsere Verfassung, Deutschland und unsere Freiheit hassen, und sich mit ihrem mageren Sojaarsch auf eine stark befahrene Kreuzung setzen, haben es verdient โ wie in jedem anderen Land der Welt โ, schleunigst mit dem Knรผppel eines Polizisten Bekanntschaft zu machen.
Da anschlieรend alle Medien wieder etwas von Polizeigewalt faseln und ein Verfahren gegen den โbรถsenโ Polizisten eingeleitet wird, der durch seine Politbรผro-hรถrigen Dienstherren mitunter beurlaubt oder belangt werden kann, bleibt der Knรผppel stecken, und fรผnf Polizisten tragen Sojasรถren nach 50 Bitten (โIch fordere Sie auf, Platz zu machenโ – โIch fordere Sie auf, Platz zu machenโ – โIch fordere Sie auf, Platz zu machenโ) schlieรlich gemeinsam von der Straรe.
Hohoho, der Tag X kommt!
Aber genug des Exkurses: Es wird ernst. Sehr ernst. Der dritte Tag X steht bevor. Auf dem noch immer existenten โindymediaโ; mittlerweile unter โTORโ, also fรผr den Otto-Normal-Nutzer nicht mehr zugรคnglich, kรผndigt man jetzt den dritten Tag X an. Am 28.11 waren tatsรคchlich mehr als zehn Demos deutschlandweit angekรผndigt. Es geht um Solidaritรคt, gegen Repression und die Verteidigung der eigenen Leute. Denn im Dezember beginnt das Verfahren gegen knapp 60 gewaltbereiter Demonstranten, die bei den Krawallen am G20-Gipfel in Hamburg verhaftet wurden. Alle seien natรผrlich unschuldig, so die typische Verteidigung der Linken und ihrer steuerfinanzierten oder zumindest staatlich gefรถrderten Rote-Hilfe-Anwรคlte.
Der Prozess wird sich, wie bei allen Prozessen in der linken Szene, mutmaรlich Monate bis zu einem Jahr hinziehen. Am Ende folgt ein gemรครigtes Urteil, irgendwo zwischen Befriedigung des konservativen Bรผrgertums (โden Schlingels haben wir gezeigt, wo der Rechtsstaat hรคngtโ) und Kotau gegenรผber den Linken, um keine neuen Krawalle zu provozieren. Aber an dieser Stelle geht es nicht um die Prozesse, sondern um die derartig peinlichen, รถffentlichen Aktionen der Linken, die wieder von einem Tag X faseln, sich vor lauter Solidaritรคt und Repressionsgegnerschaft selbst befriedigen, nur weil Ihr Uropa der grรถรte Nazi-Mitlรคufer unter der Sonne war.
Kindergeburtstag ist abgeblasen
Dass sich die staatskritische, autonome Linke lรคngst mit dem Sozialstaat der vereinigen linken Parteien verbรผndet hat, ist bekannt. Der Gipfel der Peinlichkeit ist aber dann erreicht, wenn die autonomen Solidaristen, โSoli-Merchโ zum Verkauf anbieten. 15 Euro fรผr ein ziemlich unschickes Hemd. Heimlicher Kapitalismus bei den extremen Linken, die damit ihre Kumpel unterstรผtzen, die ursprรผnglich gegen Kapitalismus demonstriert haben? Das kann sich niemand ausdenken.
Die Szene ist so derart ausgelaugt und hilflos, so kleingeistig und lรคcherlich, so schwer kognitiv-dissonant wie peinlich. Und das zeigt eigentlich nur eines: Die Gefahr fรผr alle Rechten, Konservativen, Libertรคren, geht noch immer vom Staat und seinen besetzten Institutionen aus. Das schรคbige Fuรvolk ist fรผr unsere Opposition, trotz einzelner Konfrontationen, lรคngst nicht mehr von Relevanz. Die Bruchlinien haben sich verschoben. In der Weimarer Republik kรคmpfen Linke gegen Rechte โ dazwischen stand ein schwรคchelnder Staat. Heute kรคmpfen Rechte gegen den Staat โ dazwischen stehen schwรคchelnde Linke.
