Endlich. Nach #metoo musste dringend eine neue Sau durchs mediale Dorf getrieben werden. #actout: 185 B- bis Z-Promis haben sich geoutet โ sie sind entweder schwul, lesbisch, bisexuell oder trans.
Ja und wen interessiert das, mรถchte man fragen. Unter uns Betschwestern: ist es nicht eher so, dass die gern sich darstellende, schauspielende und mimende Community unter einem Mangel an aktueller Aufmerksamkeit leidet.
Minderheitenterror
Warum, um alles in der Welt muss eine laute, schrille und profilneurotische Minderheit den Rest der Welt permanent mit ihrem Weltschmerz belรคstigen? Haben wir nicht andere Probleme? Auรer voyeuristischen BUNTE-Lesern interessiert es doch nun wirklich keinen geistig Gesunden, wer es wie mit wem treibt. Also lasst die Leute in Ruhe.
Aber es geht wohl nicht in erster Linie um โWie fรผhlt es sich an, wenn man sich auf dem roten Teppich nicht mit der Frau zeigen kann, die man liebt?โ. Nein, die Aussage โUnsere Gesellschaft ist lรคngst bereitโ dafรผr, sollte uns aufhorchen lassen.
Ist die Welt des Films bisher schon immer bunter geworden, wird sie nun โ was ist eigentlich die Steigerungsform? – egal, jedenfalls bunter und bunter und bunter.
Wo ist der weiรe Martin Luther King?
So durften wir bereits Filme sehen, in denen Schwarze, zwar nicht historisch korrekt, dafรผr aber politisch korrekt, Westernhelden, Ritter oder sogar Herzรถge am englischen Hof spielen. Selbstverstรคndlich von weiรen Mรคdchen angeschmachtet. So geht Dekonstruktion von Geschichte.
Oder nehmen wir die Trash-Produktionen Hollywoods, die sogenannten Blockbuster – Kunstmรผll โ die kreativste Figur am Set ist regelmรครig der Pyrotechniker. Hier wird es lustig. Zumeist sind es hรผbsche Mรคdchen mit dรผnnen รrmchen, welche mรคnnliche Muskelprotze verprรผgeln.
Beliebt sind auch Plots mit mehreren Helden. Die hautfarbene Zusammensetzung der Protagonisten ist dabei besonders zu beachten. Die klรผgsten und stรคrksten Helden sind โ ganz wichtig: Nichtweiรe – oder Mรคdchen, die dem toxischen weiรen Mann, der regelmรครig den Bรถsewicht oder Trottel geben darf, gehรถrig zeigt, wo der Hammer hรคngt.
Und nun ist die Gesellschaft, dank #actout, bereit fรผr eine weitere Verbuntung. Jetzt dรผrfen die bisher erzรคhlten Geschichten beliebig weiter variieren, entsprechend den Wunschvorstellungen der LGBTQ-Wichtigtuer.
Ja, wir freuen uns drauf!
รbrigens: der Berufsstand der Schauspielenden ist auf dem absteigenden Ast. Sie glauben es bloร noch nicht. Hieร es ganz frรผher โnehmt die Wรคsche von der Leine, sperrt die Kinder ins Haus, die Zigeuner kommenโ, haben Darsteller und Schauspieler mit dem Aufkommen von Film und Fernsehen einen Hype erfahren, der bei vielen das Gefรผhl aufkommen lรคsst, einen gewissen Ego-Bonus in Anspruch nehmen zu dรผrfen.
Theaterschauspielerei ist schon lange ein Zuschussgeschรคft bei dem man sich, in Anbetracht der zunehmenden Regietheater-Zumutungen fragt, welchem Typ Zuschauer dies noch einen geistigen oder auch nur unterhaltenden Mehrwert gibt.
Ich selbst behaupte von mir, bisher eher hรคufiger als der Durchschnitt in Theater oder Oper gewesen zu sein, ich habe noch nie – wirklich noch nie – eine Dame mit Kopftuch im Zuschauerraum gesehen. So gesehen, wird sich der Bedarf langsam von selbst erledigen.
Was Film und Fernsehen angeht, glaubt jemand ernsthaft, dass es hier in 10, 20 Jahren noch Bedarf an neuen Gesichtern gibt? Spรคtestens wenn die Generation Rollator, jetzt noch tรคglich gebannt dem Staatsfunk lauschend, ausgestorben ist und auch die Kinofilme zunehmend digital erzeugt werden, wird es dรผnn fรผr den Berufsstand Schauspielen*der/die/das.
Aber noch ist Zeit. Also hurtig die neue, bunte Welt verfilmen โ auf dass wir sie als die Wirklichkeit verstehen- die Gesellschaft ist reif dafรผr.
