0
exc-604efdf2c0df6d442f7202e3

Linke Gewalt? Gibt es nicht.

15. Mรคrz 2021
1 min lesen

„Rechtsextremismus fรคngt da an, wo Gewalt als legitim betrachtet wird.“ Am vergangenen Donnerstagmorgen klingelt es bei Paul Rzehaczek im sรคchsischen Eilenburg an der Tรผr. Der 30-Jรคhrige ist Familienvater und Vorsitzender der NPD-Jugendorganisation „Junge Nationalisten“. Hinter der Tรผr stehen mehrere Vermummte in Polizeiwesten.

Gewaltsam dringen sie in die Wohnung ein und bringen Rzehaczek zu Fall. Mit einem Hammer zertrรผmmern sie dem am Boden liegenden Opfer beide FuรŸgelenke. Zusรคtzlich schlagen sie ihm gegen den Kopf und besprรผhen ihn mit Reizgas.

Wenig spรคter lassen die Tรคter von ihm ab und flรผchten. Der junge Mann landet anschlieรŸend schwer verletzt im Krankenhaus. Die Ermittler vermuten, dass es sich bei den Tรคtern um Linksextreme handle. Nun ermittelt die „SoKo LinX“ des Landeskriminalamtes Sachsen.

Der Fall schockiert auf vielen Ebenen. Nur wenige etablierte Medien berichteten รผber das Geschehen. Die Politiker der Altparteien schweigen komplett. Linke „Rechtsextremismusexperten“ mรผssen sich auch dieses Mal fรผr nichts rechtfertigen.

Und wieso auch? Rechte, ganz egal welcher Parteiangehรถrigkeit, sind im รถffentlichen Diskurs nichts weiter als Dreck, den es zu beseitigen gilt. Heute NPD und Afd, morgen dann CDU und FDP. Wer rechts ist, bestimmen die Linken.

Wรคhrend jeder 16-jรคhrige Wahlkampfhelfer der AfD stรคndig mit „Gewalt von Rechts“, Hanau oder dem NSU konfrontiert wird, fallen solche Verbrechen unter den Tisch. Inzwischen ist es fรผr rechte Politiker und Vorfeldaktivisten Gang und Gรคbe im Freundes- und Bekanntenkreis von beschmierten Hausfassaden, abgefackelten Autos oder Verletzten zu hรถren.

Trotzdem gibt es keinen Aufschrei, keine zusรคtzlichen Mittel gegen Links und nur in den wenigsten Fรคllen werden die Tรคter gestellt.

Es ist auch im Fall Rzehaczek egal, welcher Partei er angehรถrt. Der brutale Angriff gegen ihn ist ein Angriff gegen uns alle. Wรคhrend sich etliche nun sicher die Frage stellen, wen es als nรคchsten trifft, mรผssen wir viel eher an uns arbeiten und einen ordentlichen Rรผckhalt in den eigenen Reihen schaffen. Mut und Solidaritรคt, das ist das Gebot der Stunde.

Die Honigwabe hat den Vorfall aufgegriffen und hier thematisiert.

ABOS

Bรผcher

SPIELE