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Schweizer und Amis zeigen, wie es geht

20. April 2021
in 4 min lesen

Bereits in den vergangene eineinhalb โ€žPandemie-Jahrenโ€œ fiel die Schweiz mit ihrer vergleichsweise liberalen Corona-Politik auf. Seit Montag dรผrfen in der Eidgenossenschaft Restaurantterrassen, Kinos, Theater und Fitnesscenter unter bestimmten Auflagen wieder รถffnen โ€“ sogar Open-Air Veranstaltungen finden mit begrenzten Teilnehmerzahlen statt.

Trotz leicht steigender Zahlen entschied der Schweizer Gesundheitsminister Alain Berset, dass die Lockerungen ein wichtiger Schritt in die Normalitรคt seien. Berset fiel bereits vor einigen Monaten als abgebrรผhter Krisenmanager auf, als er โ€“ im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen โ€“ nicht รผberreagierte und den liberalen Kurs gegen enormen Widerstand verteidigte:

โ€žIm Frรผhjahr ergriff die Schweiz starke MaรŸnahmen gegen das Virus, die denen Deutschlands รคhnelten, im Herbst hat man sich, trotz hรถherer Infektionszahlen, nicht verrรผckt gemacht. Zeitweise stand die Politik auf der Kippe, doch der โ€žBundesrat behรคlt die Nervenโ€œ, wie die โ€œNeue Zรผrcher Zeitungโ€ dazu schrieb. Zwar stiegen die Zahlen der kritischen Fรคlle im November weiter an, doch wie von Zauberhand eine รคhnliche Entwicklung wie in Schweden: Die Zahlen sinken von alleine wieder.โ€œ

Teile der USA haben vorgelegt

Die Schweiz folgt damit dem Trend, der durch Florida und Texas in den letzten Wochen vorgezeichnet wurde. Beide Staaten hatten wรคhrend der Hochphase der Coronawelle nur wenige, wirklich restriktive MaรŸnahmen erhoben โ€“ mittlerweile gibt es in beiden Lรคndern sogar keine Maskenpflicht mehr.

Auch der Bundestaat Mississippi zog schlieรŸlich nach. Konsequenzen? Keine. Obwohl das gesamte US-Establishment samt Senilitรคtsvorsteher Biden gegen die drei freiheitlichen Staaten Sturm laufen, bleiben die Staaten bei ihrem Lockerungskurs und die Fallzahlen sinken!

Texas hat per Executive Order bereits Anfang Mรคrz jegliche Corona-Einschrรคnkungen beiseite gewischt. Fast zwei Monate spรคter sind die Corona-Fallzahlen so niedrig wie seit fast einem Jahr nicht mehr. Einem Jahr mit Maske.

Biden โ€“ der Prรคsident eines der ehemals freiheitlichsten Lรคnder der Welt โ€“ warf daraufhin โ€žseinenโ€œ Staaten sogar โ€žNeandertaler-Denkenโ€œ vor. Dass ein solcher Prรคsident fรผr den โ€žFreien Westenโ€œ steht, deutet vor allem auf den tiefen Fall der USA in einen sozialistischen Moloch hin.

Trotzdem: Drei Staaten haben sich getraut und drei Staaten werden dafรผr belohnt. Und nicht ohne Grund handelt es sich um drei Staaten aus dem Sรผden, die traditionell freiheitlicher und auch autarker ticken, als der industrialisierte, demokratische Norden. In diesen Bundesstaaten โ€“ wie auch in der Schweiz โ€“ haben die Bรผrger ein generell anderes, auch traditionelleres Verhรคltnis zum Staat.

Dort schwankt die Rolle des โ€žBig Brothersโ€œ zwischen โ€žkrimineller Rรคuberbandeโ€œ, โ€žnotwendigem รœbelโ€œ oder exekutiver Arm der Bรผrger. In allen drei Fรคllen ist der Souverรคn das freie Individuum.

Wettbewerb und Vorbildfunktion

Diese Haltung ist freilich eine Mentalitรคtsfrage der Bรผrger, die mit der Kultur und der Geschichte des Landes gewachsen ist โ€“ aber auch der Fรถderalismus des Landes spielt eine groรŸe Rolle.

Als Faustregel kann man festhalten, dass je fรถderaler ein Land, also je stรคrker seine Fliehkrรคfte weg von einem Zentrum sind, desto liberaler auch die Regierung ist. Nicht nur aufgrund der โ€žKontrollenโ€œ durch die niedrigeren Ebenen, die teils รผber mehr Kompetenzen als die Bundesebene verfรผgen, bleibt der Staat eher schwach โ€“ auch durch den Wettbewerb zwischen den Bundesstaaten entsteht ein enormer Druck auf Regierung und restriktivere Gliedstaaten.

Denn nur wenn einer den Mut hat, so wie Gouverneur Greg Abbott in Texas, kann der Cowboy-Staat als Vorbild fรผr andere Staaten dienen.

Wie wollen die Gouverneure von Louisiana, Alabama oder Georgia ihren freiheitseinschrรคnkenden Kurs weiter rechtfertigen, wenn ihre Nachbarlรคnder mit ihren Entscheidungen gut fahren? Zum ersten Mal seit Beginn der โ€žKriseโ€œ kann man beweisen, dass Masken nichts bringen.

Wรผrden die deutschen Medien ihre Arbeit richtig machen, hรคtte der โ€žneueโ€œ Weg der Schweiz ebenfalls eine starke Anziehungskraft auf die Bundesrepublik. Stattdessen schweigen sich die etablierten Medien oder werfen der Schweiz ein Spiel mit dem Feuer vor.

Die Scharfmacher nรถrdlich der Alpen eilen von einem Alarmismus zum nรคchsten und stรผrzen sich gierig auf die nรคchsten Zahlen, die das kleine Bergvรถlkchen verรถffentlichen wird.

Deutschlands Fรถderalismus wackelt

Fรถderalismus funktioniert โ€“ und ist damit einer der grรถรŸten Verteidiger freier Bรผrger gegen Staaten mit totalitรคren Tendenzen. Und damit wรคren wir auch wieder in unserem schรถnen Land angekommen. Unter dem Vorwand der โ€žKomplexitรคtsreduzierungโ€œ versucht Angela Merkel im letzten Jahr ihrer Kanzlerschaft die Lรคnder und ihre Kompetenzen kaltzustellen und โ€žbundesweite Lรถsungenโ€œ zu finden.

Dass bei den Corona-Regeln niemand mehr durchblickt, ist natรผrlich keine Lรคndersache, sondern ein generelles Problem durch die chaotische und teilweise verfassungswidrige Politik der letzten Jahre.

Merkel und das Bundeskanzleramt wissen ganz genau, wie gefรคhrlich โ€žAbweichlerโ€œ sein kรถnnen. Zuletzt schockierte das Saarland mit seinem โ€žSonderwegโ€œ Bund und Lรคnder. Stufe 3 des โ€žSaarlandโ€œ-Modells tritt beispielsweise erst bei der โ€ždrohenden รœberlastung des Gesundheitsystemsโ€œ ein. Damit hat man den Schritt des โ€žharten Lockdownsโ€œ sogar vollkommen von der Inzidenzzahl entkoppelt.

Die angekรผndigten โ€žeinheitlichen Vorgaben des Bundesโ€œ sind genau geplanten Schritte, um Abweichler wie das Saarland wieder einzunorden. Medien, Kulturschaffende und Historiker hรคngen selbst am Tropf des Staatsgeldes, bestรคrken sogar den Weg des Bundes, anstatt Alarm zu schlagen: Denn zwischen Mรคrz und April 1933 wurden die Lรคnder gleichgeschaltet, um Berlin ungebremste Macht รผber Deutschland zu sichern. Das Ende ist bekannt.

Natรผrlich schaltet Merkel und die Bundesregierung nicht per gesetzlichem Handstreich die Lรคnder aus, wie die NSDAP es zu Beginn ihrer Machtรผbernahme gemacht hat; bis dahin ist es (noch) ein weiter Weg. Aber alle Pfeile zeigen in die gleiche Richtung.

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