0
exc-60a2cec9fa1efe2eb2fea52c

Impfen oder nicht impfen, das ist hier die Frage

18. Mai 2021
in 5 min lesen

Nach fast 18 Monaten Dauerpandemie gehen Realitรคt und dargestellte Realitรคt von Medienkartell, Politikern und โ€žExpertenโ€œ erstmals weit auseinander. Oder besser gesagt: erstmals wird die Schere zwischen medialer Realitรคt und โ€žVolksrealitรคtโ€œ sichtbar.

Denn die gefรผhlte โ€žEinheitsmeinungโ€œ der Pandemie-Befรผrworter der letzten Monate war aus verschiedenen Grรผnden verzerrt: Zum einen schafften es die Medien einen kontinuierlichen Panikzustand aufrecht zu erhalten, zum anderen traute sich ein groรŸer Teil der Bevรถlkerung, der eigentlich kritisch gegenรผber CoronamaรŸnahmen und der angeblichen Gefahr des Virus stand, nicht den Mund aufzumachen.

Bereits in den 1970er Jahren โ€žentwickelteโ€œ Elisabeth Noelle-Neumann den Begriff der Schweigespirale, der eine herausragende Erklรคrung fรผr die Schwรคchen des gesellschaftlichen Diskurses lieferte.

In Kurzform: Je weiter ein Individuum das gesellschaftliche Meinungsklimas von seiner eigenen Meinung entfernt sieht, desto hรคufiger schweigt es. Dabei geht es immer um die subjektive Wahrnehmung โ€“ nicht um die tatsรคchlich objektive Distanz der beiden Positionen.

Durch massenmediale Verzerrungen wird dann ein eindeutiges Mehrheitsklima geschaffen, obwohl โ€“ vollkommen neutral betrachtet โ€“ die eigentliche Mehrheit gar nicht so denkt, sich aber nach und nach immer seltener traut, die eigene Meinung auch auszusprechen. So โ€žkippenโ€œ immer mehr Personen in Richtung der herbeigelogenen Mehrheit, bis sie wirklich eine gesellschaftliche Mehrheit geworden ist. Aus Scheinmehrheit wird Seinmehrheit.

Besonders markant schlug die Schweigespirale bei der Flรผchtlingsdebatte ein, aber auch beim Kampf ums Klima und CO2 (nicht so ausgeprรคgt) wurden Mehrheiten einfach erschaffen, bis schlieรŸlich die Bevรถlkerung wirklich mitzog. In der Corona-Krise ist die schweigende Vielleicht-Mehrheit ebenfalls recht still, allerdings mรผssen wir aktuell von einer neuen Situation sprechen:

Auf der einen Seite akzeptieren viele Deutsche die Impfung und die MaรŸnahmen nicht der Impfung oder der MaรŸnahmen wegen, sondern um โ€ždann bald endlich wieder Normalitรคt zu habenโ€œ. Immer weniger sorgen sich wirklich vor dem recht harmlosen Virus, sondern gehen mit dem Staat einen Kuhhandel ein:

โ€žIch halte mich an alles und bin ein frommer Bรผrger, und dafรผr gehen die Zahlen runter und ich darf wieder SpaรŸ haben.โ€œ

Dass der Staat dabei der grรถรŸte Zinker ist, haben die vergangenen Monate eigentlich gezeigt, allerdings ist die Staatsglรคubigkeit der Deutschen in Verbindung mit einer fast schon sakralen Sicht auf die โ€žZeit danachโ€œ eine Kombination, die dafรผr sorgt, dass man vieles mit sich machen lรคsst.

Dieser Faktor stรผtzt die Politik des Staates. Demgegenรผber haben wir aber auch eine verรคnderte Bedingung, die gegen die Propaganda des Leviathans arbeitet. Denn es handelt sich aktuell nicht um eine rein politische Entscheidung samt typischer Lippenbekenntnisse, sondern um eine biologische, bei der jeder Bรผrger sein โ€žskin in the gameโ€œ, also seinen Pelz als Einsatz mitbringt.

Reine Zugestรคndnisse zur medialen Wahrheit wie 2015 (โ€žFlรผchtlinge sind voll tollโ€œ) reichen plรถtzlich nicht mehr aus. Stattdessen muss man sich selbst impfen lassen, um seine โ€žรถffentlicheโ€œ Meinung auch privat umzusetzen. Man stelle sich vor, die Bahnhofsklatscher hรคtten wirklich einen Flรผchtling aufnehmen mรผssen โ€“ die gesellschaftliche Stimmung wรคre komplett in die andere Richtung geschlagen.

Die Situation ist heute natรผrlich niedrigschwelliger, als einen โ€žminderjรคhrigenโ€œ Flรผchtling im Keller wohnen zu lassen. โ€žEin kleiner Pieksโ€œ und schon kann man faktisch mitmachen, seinen Beitrag dazu leisten, dass alles besser wird. Und doch mehren sich die Anzeichen, dass nach einer schier ungeheuerlichen Propagandaaufgabe der Medien, ziemlich viele Deutsche sich gar nicht โ€žklein pieksenโ€œ lassen wollen.

Und รผber diese Diskrepanz zwischen โ€žWir mรผssen alles tun, um die Schwachen zu schรผtzenโ€œ und โ€žNe, lieber doch nicht impfenโ€œ, wundern sich gerade die intellektuellen Elfenbeinturmbewohner, wie man in der โ€žZEITโ€œ unter dem Titel โ€žUnd wenn viele sich gar nicht impfen lassen wollen?โ€œ beobachten konnte.

Denn nur jeder zweite Deutsche will sich nach einer reprรคsentativen Umfrage in jedem Fall gegen Corona impfen lassen. Im Normalfall sind aufgrund eines Umfrage-Bias diejenigen, die es dann tatsรคchlich tun, nochmals deutlich weniger, als diejenigen, die vorher vollmundig โ€žSolidaritรคtโ€œ verkรผnden. Sollten weitere Nebenwirkungen publik werden, wรผrde die Zahl der Impfwilligen weiter implodieren.

Dementsprechend haben Medien und Regierung ein starkes Interesse daran, die neusten Nebenwirkungen totzuschweigen. Die Zahl der fixen Impfgegner steht ebenfalls fest: Jeder Sechste (das sind 16,5 Prozent), bestรคtigt die Studie, will sich auf keinen Fall impfen lassen.

Fast im Nebensatz und definitiv unfreiwillig, entlarvt man die Regierungspropaganda des Robert-Koch-Institutes. Denn nach einer eigens โ€žerstelltenโ€œ Studie des RKI wollen sich nur 4,4 Prozent der Deutschen รผberhaupt nicht impfen lassen.

Die Unterschiede sind markant und lassen eigentlich nur einen Schluss auf gewisse Manipulationen seitens des RKI zu, der durch einen weiteren Faktor ergรคnzt wird:

โ€žDie hohen Zustimmungswerte in der RKI-Studie kรถnnten zudem mit der Art und Weise zu tun haben, wie die Personen befragt wurden, sagt Felix Rebitschek, wissenschaftlicher Leiter am Harding-Zentrum fรผr Risikokompetenz an der Universitรคt Potsdam.

Die Telefonbefragungen vom RKI wรผrden Selbstselektion und sozialer Erwรผnschtheit unterliegen. Denn die Befragten wussten, dass das RKI hinter der Umfrage steht. Menschen mit kritischer Haltung gegenรผber der Regierung und den offiziellen Behรถrden haben daher wahrscheinlich seltener teilgenommen als solche, die das RKI und damit auch Impfungen eher positiv betrachten.

Und noch etwas: „Die รถffentlich diskutierte Norm ist bekannt“, sagt Rebitschek. Impfkritische Teilnehmer kรถnne das unter Druck setzen, und dieser Druck trete bei persรถnlichen Gesprรคchen mit Interviewpartnern viel eher auf als in einer Onlinebefragung.โ€œ

Ein Blick ins Ausland, so die ZEIT-Autoren, sorgt ebenfalls fรผr einen ernรผchternden Blick:

โ€žIsraels hochgelobte Impfkampagne stockt seit Mรคrz bei einem Anteil von 60 Prozent Erstgeimpften und auch in den USA gehen die Zahlen der tรคglich verabreichten Impfdosen zurรผck. In den Vereinigten Staaten zeigt sich noch ein weiteres Problem: Offenbar reicht die Bereitschaft nicht unbedingt fรผr zwei Impfungen aus.

Etwa acht Prozent der Erstgeimpften in den USA โ€“ also mehr als fรผnf Millionen Menschen โ€“ verpassten ihren Termin fรผr die zweite Impfdosis und sind damit nicht vollstรคndig geschรผtzt.โ€œ

Zรคhlt man alle Summanden zusammen, kรถnnte man auf eine realistische Schรคtzung kommen: Maximal 50-60 Prozent der Deutschen werden sich รผberhaupt impfen. Ziemlich wenig fรผr eine lebensgefรคhrliche Pandemie.

Nicht ohne Grund wird momentan in allen Medien die Zahl der absoluten Impfdosen (schon 40 Millionen!!!) angegeben die, objektiv betrachtet, รผberhaupt keinen Aussagewert hat: Denn erst ein Teil der Menschen wurde bereits zweifach, ein anderer Teil erst einfach geimpft.

Die aussagekrรคftigeren Zahlen: 11 Prozent der Bevรถlkerung sind vollstรคndig geimpft, 37 Prozent der Bevรถlkerung haben eine Impfdosis erhalten. Und schon wirkt diese brachiale Zahl von 40 Millionen Impfdosen gar nicht mehr so erdrรผckend.

Zudem gibt es weitere Indizien dafรผr, dass nicht einmal die Mehrheit sich wirklich impfen lassen will: Das Ende der Impfpriorisierung ist ein logistisch untrรผgliches Signal, dass die Nachfrage nach Impfungen in den รคlteren Kohorten oder unter den Personen mit Vorerkrankungen langsam zu Ende geht.

Also รถffnet man fรผr die Jรผngeren und Gesunden, um zumindest die Impfzahlen weiter oben zu halten. Es geht sozusagen an die eiserne Reserve der impffreudigen Nichtrisikopatienten, die im Angesicht stockschwingender CDU-Wรคhler normalerweise erst viel spรคter an ihre staatliche verordnete โ€žGesundheitsdosisโ€œ gekommen wรคren.

Das RKI erhebt leider keine Zahlen รผber die Impfquote der verschiedenen Risikogruppen. Lediglich in einigen Bundeslรคndern gab es ursprรผnglich Quoten, die sich auf die Hochrisikogruppe der รœ-80-Jรคhrigen bezogen: Nur zwischen 60 und 80 Prozent der รผ80-Gruppe lieรŸ sich erstimpfen und (Stand: Mรคrz, da die Daten zufรคlligerweise nicht weiter erhoben wurden) und zwischen 26 und 48 Prozent, je nach Bundesland, lieรŸen sich zum zweiten Mal impfen.

Im Klartext: Selbst bei den Alten, die nach Aussagen der regierungsnahen Presse eigentlich millionenfach durch das Killervirus umfallen mรผssten, wird man schรคtzungsweise nicht die โ€žberรผhmteโ€œ Impfquote von 80 Prozent erreichen, die alle โ€žExpertenโ€œ fordern.

Es werden sich also deutlich weniger Personen impfen lassen, als Regierung und Medien erwarten. Gerade in Deutschland, das auch bei den regulรคren Impfungen eines der impfkritischsten Lรคnder des Westens ist (Wer uns sagen kann warum, bitte Mail an re*******@********ne.de ), werden wir auf โ€žhalber Streckeโ€œ irgendwo versanden. Und das trotz einer medialen Dauerbeschallung, kostenlosen Impfungen und massiven Freiheitseinschrรคnkungen gefolgt von Bonbons fรผr die braven Impfbรผrger.

Was kann man daraus fรผr Schlรผsse ziehen? Erstens: Es gibt deutlich mehr Corona-Impfgegner, als durch die Presse dargestellt wird. Und zweitens: Wenn die Impfskeptiker nicht lernen, den Mund aufzumachen und sich klar gegen eine Impfung zu positionieren, wird der Staat einen eigenen Schluss ziehen: Die Leute finden die Corona-Impfung eigentlich ganz gut, aber sind schlichtweg zu trรคge und zu vergesslich, sich gegen Corona impfen zu lassen. Was das heiรŸt, sollte jedem klar sein: Die Zeichen stehen auf Impfzwang.

ABOS

Bรผcher

SPIELE