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Rechtsextreme rufen massivst zu Spenden und Hilfe auf

27. Juli 2021
in 2 min lesen

In einem wilden Begriffs-Wust aus Querdenkern, Rechtsextremen, Reichsbรผrgern und Holocaust-Leugnern verunglimpfte die ARD in den tagesthemen vom 20. Juli pauschal die Helfer, die erstens, nicht von staatlicher Seite kamen und zweitens, aus Sicht der ร–ffentlich-Rechtlichen das falsche Gedankengut in ihren Kรถpfen hatten.

Denn offensichtlich ist Helfen nicht gleich Helfen, und Menschlichkeit nicht gleich Menschlichkeit. Aber nicht nur fรผr das Messen mit zweierlei MaรŸ ist sich die ARD zu Schade. Der Staatssender merkt dabei gar nicht, dass sie sich exakt genauso verhรคlt, wie die hochstilisierten โ€žRechtsextremenโ€œ, denen die ARD das Ausschlachten der Krise vorwirft.

Sie schlachtet die Krise nรคmlich selbst aus und lenkt vom Teilversagen der Politik ab. Ein Glรผck, dass es โ€žbรถseโ€œ Helfer gibt, auf die man mit dem Finger zeigen kann, wรคhrend es tausenden Bรผrgern langsam dรคmmert, dass der Staat und insbesondere die Politik nicht ihr Freund ist.

Auch sprachlich ist das รถffentlich-rechtliche Narrativ kurz vor dem Ende: Allein das Wort โ€žmassivstโ€œ wird mehrfach benutzt, wodurch man sich ungewollt wie ein Profi-FuรŸballspieler anhรถrt, der vom gegnerischen Verteidiger โ€žmassivst angegangenโ€œ wurde. Blessuren gab es natรผrlich keine.

Wรถrtlich sagt der tagesthemen-Korrespondent aus Mainz; โ€žUnd รคhh, wir sehen auch andere Gruppierungen dort, und offensichtlich, so unsere Informationen, haben Querdenker bestehende Hilfsorganisationen massivst unterwandert.โ€œ (Wie unterwandert man etwas massivst?) Kurz darauf fรผgt er hinzu: โ€žWir sehen Videos, wo der Staat massivst angezweifelt wirdโ€œ. An anderer Stelle dann ein noch schรคndlicheres Vergehen: โ€žHier wird eben massivst in Social-Media-Kanรคlen zu Spenden aufgerufen, aber auch zu Hilfen vor Ort.โ€œ

Bildlich untermalt man das Ganze in affigster Manier mit einem Pappschild auf dem โ€žEssensausgabeโ€œ steht oder ein Bild mit schwarzen Zelten, die mรถglicherweise dem โ€žVolkslehrerโ€œ gehรถren. Mehr Informationen: Fehlanzeige.

Der ARD-Beitrag ist an Peinlichkeit nicht zu รผberbieten. Der SWR-Korrespondent sitzt vor einem Green-Screen-Hintergrund in Mainz, was ungefรคhr zwei Stunden Autofahrt vom Katastrophengebiet entfernt liegt. Offensichtlich hat es die Multi-Milliarden-ARD nicht einmal geschafft, einen tagesthemen-Korrespondenten in die Nรคhe des Krisengebietes zu schippern, aber kritisiert die politische Gesinnung derer, die anstatt zu arbeiten und Geld zu verdienen, sich in ihr privates Auto gesetzt haben, und damit zu den Unglรผcksorten gefahren sind.

Wรคhrend die Sendung vorbereitet wurde, also schรคtzungsweise zwei Tage zuvor, kroch รผbrigens Angela Merkel samt Malu Dreyer Hand in Hand durch das krisengeschรผttelte Gebiet. Die Instrumentalisierung tropfte aus allen Poren, wรคhrend der Staatssender die Instrumentalisierung durch โ€žRechteโ€œ vorwirft. Die Ekelhaftigkeit der Politik kennt in dieser Situation keine Grenze.

Doch zeigt der Beitrag der tagesthemen auch etwas anderes: Die โ€žDelegitimierung des Staatesโ€œ greift weiter um sich, denn dem mรคchtigen Leviathan schwimmen die Fรคlle davon. Der schwarze Peter sitzt momentan beim Staat, der, je nach Auslegung, viel frรผher hรคtte warnen mรผssen โ€“ viel besser hรคtte koordinieren mรผssen.

Nach dem Beitrag รผber die รœberschwemmung blendet die ARD allerdings noch einen wichtigen Hinweis ein und ruft selbst โ€žmassivst zu Spenden aufโ€œ. Denn die Opfer der Flutkatastrophe brauchen Ihre Unterstรผtzung: Man solle bitte an die โ€žAktion Deutschland hilftโ€œ spenden. Wer nun die Kreditkarte zรผckt, wird vielleicht nur im Kleingedruckten erfahren, dass eine der grรถรŸten Hilfsorganisationen Deutschlands 13 Prozent Spendengebรผhren berechnet.

Von jedem Euro gehen also nur 87 Cent an die Opfer. 13 Prozent werden fรผr Werbung, Planung und Verwaltung aufgewendet. Schirmherr der Organisation ist รผbrigens kein geringerer als Heiko MaaรŸ. Ob er direkt oder indirekt von seiner Position in dieser Organisation profitiert, ist nicht herauszufinden.

Bekannt wurde die โ€žAktion Deutschland Hilftโ€œ vor gut einem Jahr durch einen anderen Vorfall. Man sammelte 2,5 Millionen Euro ein โ€“ aber nicht fรผr irgendwelche deutschen Katastrophenopfer, sondern fรผr die Organisation โ€œIslamic Reliefโ€, die Kontakte zur Muslimbruderschaft hat.

Und wer weiรŸ, vielleicht ist die โ€žAktion Deutschland Hilftโ€œ bereits massivst von linken Krรคften unterwandert?

ABOS

Bรผcher

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