Gestern Morgen, am Dienstag, wurde mein gemeinsamer Podcast mit โIdiotenWatchโ, die โHonigwabeโ, ohne Angabe von Grรผnden auf YouTube gesperrt. Wir hatten in der Regel gut 2.000 Livezuschauer und รผber 21.000 Abonnenten und streamten dort seit 111 Wochen ohne eine einzige Ausnahme jeden Sonntag ab 18 Uhr, am Anfang noch ab 19 Uhr.
Wรผrde man all unsere Folgen am Stรผck ansehen, hรคtte man damit lรคnger als zwei Wochen zu tun und dรผrfte wรคhrenddessen nicht schlafen. Rechtliche Schritte werden momentan eingeleitet, wie es jetzt weitergeht, ist erst mal noch unklar. Klar ist nur fรผr uns beide, dass es weitergehen muss.
All das passierte wenige Tage nachdem ein Twitter-Account namens โRechercheplattform zur Identitรคren Bewegungโ Dutzende Tweets mit Spekulationen รผber meinen Klarnamen, meinen Aufenthaltsort und mein soziales Umfeld in den รther schiss. Ein Robert Wagner, Autor fรผr die Amadeu Antonio Stiftung, hat mit niemandem mehr Interaktionen auf Twitter als mit diesem Account.
Letzten Sonntag, keine 48 Stunden vor der Lรถschung, thematisierten wir diese Tweets in der โHonigwabeโ. Der Verdacht, dass aus der staatlich finanzierten โAnti-Hass-Eckeโ jemand ein paar Anrufe getรคtigt haben kรถnnte, liegt also nah.
Der einzige Kanal, den ich jetzt noch auf YouTube besitze, ist โKatzenspaร in Full HD!โ, wo ich wรถchentlich Bilder und Videos meiner Katze zeige. Sollte es auch diesem noch an den Kragen gehen, erwรคge ich aus Protest zehn Runden im Aha!-Graben zu drehen, sofern noch keine Oho!-Krokodile oder Ach-du-Kacke!-Seeminen darin schwimmen.
Das Tempo, mit dem sich unser System in den letzten Jahren an Gesellschaftsformen wie die des kommunistischen Chinas angeglichen hat, ist atemberaubend. Sie merzen uns als รถffentliche Stimmen aus. Sie verbannen uns von den groรen sozialen Medien, und da hรถren sie noch nicht auf. Sie trachten nach jedem Fitzelchen Reichweite und Einkommen, das man sich auf eigenen oder alternativen Plattformen oder sogar privat aufgebaut hat. โEin YouTube fรผr Nazisโ โ RND รผber BitChute. โGegen Telegram hilft nur eins: Die App lรถschenโ โ โSรผddeutscheโ.
Sie wollen nicht, dass wir รผberhaupt existieren. Sie wollen den Effekt von einem Genickschuss oder einem Umerziehungslager, nur bitte ohne die unappetitlichen Bilder. Denn das sanft-totalitรคre System, in dem wir leben, ist vor allem auf eines bedacht: Bloร keine Mรคrtyrer erschaffen. Wenn sie dir, von ihren Leipziger Schlรคgertrupps und Terrorgruppen ร la Lina E. einmal abgesehen, die Fresse polieren, dann mit einem groรen Lolli. Zuckerwatteautoritarismus in der Freiluftgummizelle, setz deine Clownsnase auf und schau dir schwarze Transmenschen auf Netflix an, sonst kriegst du โne Tรผte Bonbons in die Eier.
Wenn Meinungsfreiheit nur noch bedeutet, ich habe das Recht, meinen eigenen vier Wรคnden zu erzรคhlen, was ich so denke, und alles darรผber hinaus kann durch staatlich finanzierte oder mediale Einschรผchterung der Plattformen und Willkรผr der inzwischen ideologisch bis in den hintersten Winkel auf Linie gebrachten groรen Konzerne selbst von jetzt auf gleich entzogen werden, ist sie nichts mehr wert.
Daher beende ich diesen Text mit einem abgewandelten Zitat eines groรen Denkers unserer Zeit: โAngela Merkel, du Fresse. Mach mal โHonigwabeโ auf. โHonigwabeโ soll auf sein. Ich mag gerne โHonigwabeโ.โ

