In den letzten Tagen sorgten Zensur und Versammlungsverbote fรผr Unbehagen im Auswรคrtigen Amt. Besonders Bundesauรenministerin Annalena Baerbock zeigte sich bedrรผckt รผber die aktuelle Lage. Dabei standen nicht etwa die verbotenen Demonstrationen in Hamburg oder Koblenz im Vordergrund.
Nein, Stein des Anstoรes war die eingeschrรคnkte Versammlungsfreiheit in Kasachstan. Wรคhrend in Deutschland Proteste gegen die Corona-Schutzmaรnahmen der Regierung untersagt werden oder รผber die Vom-Netz-Nahme von Telegram diskutiert wird, haben staatsbefรผrwortende โGegendemonstrantenโ freie Handhabe, so wie in Hamburg. Und trotz massiver Gesetzesbrรผche und Eingriffe in die Versammlungsfreiheit im eigenen Land zeigen Regierungsmitglieder lieber mit dem Finger auf andere Staaten. Das beste Deutschland aller Zeiten eben.
Neben dem รผblichen Narrensaum, der sich bis dato eh in politischen Parlamenten befindet, wurde in den letzten Wochen gleich รผber die Neuschaffung mehrerer โnotwendigerโ รmter und Posten debattiert. Die Bundesregierung ernannte mit Sven Lehmann den ersten bundesdeutschen Queerbeauftragten. Ein weiรer Cis-Mann als Redensfรผhrer fรผr die LGBTQ-Community?
Letzte Woche ging es dann munter weiter. Stellt euch vor, ihr spielt โStadt, Land, Flussโ und in der Kategorie โBerufโ fรคllt euch nichts ein. Vielleicht landet ihr dann รคhnlich wie Grรผnen-Politikerin Katrin Gรถring-Eckardt irgendwann beim โParlamentspoetenโ. Und um dem Bundestag endlich seinen hauseigenen Hofnarren zu verschaffen, traf sich die Bundestagsvizeprรคsidentin gleich mit mehreren Anwรคrtern fรผr den Posten. Sicherlich reiht sich der kรผnftige Amtsinhaber mit seiner Poesie neben etlichen anderen deutschen Dichtern und Denkern ein.
Michael Kretschmer, der sรคchsische Ministerprรคsident, zeigte sich kรผrzlich besorgt รผber die geringe โPieks-Quoteโ in seinem Bundesland. Nun kam ihm die Erleuchtung: Nur ein Impfclown kann diese missliche Situation wieder geradebiegen. Warum auch nicht? Wenn Bratwurstimpfen nicht mehr wirkt, dann hilft nur noch waschechte Realsatire.
Bei all den รถffentlichen Debatten gab es eine Sache, die sich in der vergangenen Woche still und heimlich รคnderte. Zum 15. Januar erneuerte das Robert-Koch-Institut seine Auflagen fรผr โGeneseneโ. Anders als in der Schweiz wurde der Status nicht etwa auf ein ganzes Jahr verlรคngert, nein, er wurde auf gerade einmal drei Monate verkรผrzt. Ein Schelm, wer denkt, es gehe nicht um die Immunisierung gegen das Coronavirus.
In der Vergangenheit tauchten immer hรคufiger gefรคlschte Impfpรคsse auf. In einer Groรrazzia wurden Wohnungen von rund 100 Menschen in Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Wรผrttemberg durchsucht. In vielen Fรคllen hat die Polizei den Verdรคchtigen Blutproben entnommen, um diese auf Antikรถrper zu testen. Wurde im Zuge der Asylkrise das Rรถntgen des Handgelenks zur Altersfeststellung als โmenschenunwรผrdigโ deklariert, scheint es vรถllig legitim, Menschen wรคhrend einer Hausdurchsuchung mit der Nadel zu รผberraschen.
Der ungeimpfte gesunde Kรถrper wird kriminalisiert, und mit der Verkรผrzung des Genesenen-Status soll den Menschen auch noch der letzte Ausweg aus der Impfung genommen werden.

