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Feministische Vollverschleierung

31. Januar 2022
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Vor Kurzem verรถffentlichte das zwangsfinanzierte Funk-Format โ€žDatteltรคterโ€œ ein Video mit dem Titel โ€žMein Kopftuch, meine Wahlโ€œ. Mehrere junge Muslimas prรคsentieren stolz ihr Kopftuch und grinsen in die Kamera. โ€žMein Hidschab ist Feminismus, der fรผr Freiheit und Wรผrde stehtโ€œ, รคuรŸert die Stimme aus dem Off gleich zu Beginn des Videos.

In dem etwa zweiminรผtigen Clip werden mehrere Frauen aus verschiedensten muslimischen Lรคndern gezeigt. Manche stammen aus dem Nahen Osten, andere aus Afrika, doch sie alle vereint trotz unterschiedlichster Hautfarbe eins: der Hidschab. Der muslimische Schleier wird im Laufe des Videos mehrmals als Symbol der Freiheit oder als Modeaccessoire glorifiziert.

Passend zum World Hijab Day am 1. Februar liefert der รถffentlich-rechtliche Rundfunk also eine Lobeshymne auf die Verschleierung der Frau. โ€žDenn mein Hidschab ist Glaube, Disziplin, Schutz, Gottesdienstโ€œ, erlรคutert die Stimme aus dem Hintergrund. Schnell wird klargestellt: Wer den Hidschab ablehnt oder kritisiert, bedient sich rassistischer Klischees und Vorurteile. Wรคhrend Frauen in muslimischen Lรคndern tagtรคglich mit Unterdrรผckung zu kรคmpfen haben und teils gar nicht ohne Kopftuch oder gar Vollverschleierung aus dem Haus gehen dรผrfen, sollen wir im Westen also so tun, als sei der Schleier eine feministische Errungenschaft des 21. Jahrhunderts.

Als sei es ein Zeichen von Freiheit, dass Kopftรผcher und Vollverschleierung mehr und mehr das westliche Stรคdtebild dominieren. Und das Ganze wird auch noch passend fรผr den jungen Zuschauer auf Kosten des Zwangsgebรผhrenzahlers produziert. Danke fรผr nichts, ARD und ZDF.

Wie perfide ist es eigentlich, dass muslimische Frauen, so wie auch die Initiatorin des World Hijab Day, Nazma Khan, nach Europa oder Nordamerika kommen, von allen mรถglichen Vorteilen der emanzipatorischen Frauenbewegung profitieren und schlieรŸlich Frauen dazu motivieren wollen, sich โ€žfreiwilligโ€œ zu verschleiern, wie es zum 1. Februar der Fall ist? Frauen in arabischen Lรคndern trenden zu dieser Zeit jรคhrlich unter dem #nohijabday in den sozialen Netzwerken und ermutigen sich gegenseitig, den Schleier trotz mรถglicher Konsequenzen abzulegen.

Im Westen hingegen zelebriert man Vielfalt und Toleranz und verharmlost die Unterdrรผckung der Frau. Denn anders, als es gerne suggeriert wird, handelt es sich beim Kopftuch nicht um ein einfaches Modeaccessoire. Es ist ein politisches und religiรถses Statement und auรŸerdem eine Art Kerker, den viele Frauen, ohne die Wahl zu haben, hinnehmen mรผssen.

ABOS

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