Neuere deutsche Filme sind ein Grund mich doch hin und wieder fรผr meine Herkunft zu schรคmen. Grรผnde sind oberflรคchliche und vorhersehbare Geschichten, langweilige Dialoge und die immer gleichen Schauspieler wie Elyas MโBarek, Till Schweiger oder Hannah Herzsprung.
Der Film, der mir heute Anlass zu Pรถbeln gegeben hat, hat meinen Blutdruck massiv ansteigen und mich fragen lassen, ob eine Obergrenze der Primitivitรคt im deutschen Kino existent ist? Mir wurde, wรคhrend ich auf Instagram gescrollt habe, ein neues Glanzstรผck des deutschen Kinos prรคsentiert. โFreibadโ lautet der klangvolle Titel dieses Meisterwerks und soll ab September im Kino ausgestrahlt werden. Neugierig wie ich bin, habe ich mir den Trailer angeschaut und war entsetzt, aber trotzdem nicht รผberrascht.
Wie der Titel bereits verraten hat, spielt er im Freibad und zwar in einem Freibad, dass ausschlieรlich fรผr Frauen vorgesehen ist. In der Sommerhitze treffen deutsche Feministinnen und Tรผrkinnen aufeinander, die ihre kulturellen Konflikte untereinander austragen. In einer Szene diskutieren beispielsweise eine Feministin und eine kopftuchtragende Tรผrkin รผber das Taucheranzug-Outfit einer anderen Darstellerin. Im Laufe des Films gesellen sich zu der lustigen Truppe noch ein paar vollverschleierte arabische Damen und die Situation โeskaliertโ. Die dunkelhรคutige Bademeisterin kรผndigt entnervt und ein Mann tritt ihre Nachfolge an. Von der Quoten-Schwarzen zum โQuoten-Mannโ. Da dieser Mann das einzig verfรผgbare mรคnnliche Objekt im Freibad ist, dauert es nicht lange bis sich der Konflikt auch auf ihn ausweitet. Frei nach dem Motto: โHalte bitte meine Ohrringe, wir bewerfen uns gegenseitig mit Wattebรคuschenโ. Auch Transvestiten durften in dem kunterbunten Chaos nicht fehlen…
Nach Anschauen des Trailers kรถnnte man glauben, der Dresscode und ein kleiner Krieg zwischen Frauen um kulturelle Akzeptanz (und am Ende sogar um einen Mann) spiegeln die wahren Probleme in Deutschlands Freibรคdern wider. Der Film beruht auf wahren Geschichten, die sich so รคhnlich in Freiburg in Deutschlands einzigem Freibad fรผr Frauen zugetragen haben sollen.
Das deutsche Kino zeichnet sich neben den vorhin erwรคhnten Kritikpunkten durch ein Detail aus: Gesellschaftskritik. Gesellschaftskritik, die nur eine einseitige Betrachtungsweise zulรคsst. Angeschnitten werden meist real existierende Probleme, die dem Zuschauer anschlieรend als lustig und verharmlost verkauft werden. Die Durchschnitts-Almans wollen nicht mit kontroversen Themen belรคstigt, sondern mit leichter Unterhaltung bespaรt werden. Wenn es dann mal ernster werden kรถnnte, sollte die Unterhaltung trotzdem noch im Bereich der politischen Korrektheit zu verorten sein. Nicht, dass sich noch jemand diskriminiert fรผhlt. รber die Medien gelingt es, die Menschen zu manipulieren und Probleme abzuwerten. Vorrangig sind die Grenzen der eigenen Toleranz das beliebteste Thema. Und ohne den Film jemals gesehen zu haben vermute ich, dass sich am Ende alle in den Armen liegen oder zumindest ihre Streitigkeiten begraben. Sozusagen die Filmversion der Geschichten aus dem Paulanergarten.
Trotz der angeblich wahren Geschichte des Films sind Konflikte zwischen Frauen maximal auf einem Nebenschauplatz zu beobachten. Mittlerweile dรผrften fast jedem die Videos, in denen sich Mรคnner mit Migrationshintergrund Schlรคgereien im Freibad geliefert haben, bekannt sein.
Das Ausmaร der Fรคlle, in denen die Polizei tatsรคchlich einschreiten muss, wird immer verheerender. Im Sommerbad Neukรถlln in Berlin gab es am 26. Juni eine Schlรคgerei mit bis zu 250 Personen – angeblich ausgelรถst durch eine Frau, die einen Mann angespuckt haben soll, der ihr daraufhin die Nase gebrochen hat. Andere Quellen berichten nichts von Anspucken, sondern von Bespritzen der Frau und ihren Begleitern mit Wasserpistolen, die zur Eskalation gefรผhrt haben. Genau eine Woche zuvor haben sich รคhnliche Szenen in Berlin-Steglitz abgespielt, da waren es etwa 100 Menschen. Die Polizei und die Sicherheitskrรคfte waren gut beschรคftigt, wie man sich unschwer vorstellen kann.
Der Deutsche beobachtet solche Szenen kopfschรผttelnd und fragt sich, warum man Streitereien nicht einfach friedlich klรคren kann? Eine Frau, die von Bild interviewt wird bezeichnet die Prรผgelei als โKindergartenโ und macht unter anderem die die Hitze verantwortlich.
Doch genau diese Haltung ist unser Problem. Es sind die vรถllig andere Kulturen und Mentalitรคten, die die auslรคndischen Freibadbesucher mitbringen und die sich hin und wieder in handgreiflichen Auseinandersetzungen entladen. Ich will damit nicht sagen, dass wir diese Umstรคnde einfach so hinnehmen und als unsere neue Normalitรคt verstehen sollten. Wir mรผssen allerdings endlich begreifen, dass wir den Zugezogenen weder unsere eigene Mentalitรคt noch unsere Wertevorstellungen ohne Weiteres รผberstรผlpen kรถnnen.
Es bleibt abzuwarten, ob die Polizei das Problem in den Griff bekommt und an welchen Orten wir uns noch รผber ausgelassene Wasserschlachten mit unseren auslรคndischen Mitbewohnern freuen dรผrfen.
