รffentliche Auseinandersetzungen sind in der spรคten Berliner Republik nicht nur deswegen so langweilig und vorhersehbar, weil die Darsteller entlang der immer gleichen Eigenschaften ausgewรคhlt werden โ jung, weiblich, optional migrantisch gegen alt, mรคnnlich und deutsch โ, sondern auch, weil die Auseinandersetzungen selbst einer theatralischen Programmierung folgen, oder salopp gesagt: Jeder Diskutant spult genau das Skript ab, das man von ihm erwartet. Wer glaubt, dass erst durch Netflix alles zu einer grauen, homogenen, langweiligen Pampe verkommen ist, der blendet aus, was sich Tag fรผr Tag in deutschen Talkshows oder auf der Straรe abspielt.
Nehmen wir etwa das Theaterstรผck namens โKlimakriseโ: Was uns als erschรผtternder Kriegsfilm verkauft wird, ist ja nichts weiter als bundesrepublikanische Dialektik, deren Zweck allein in der Fundierung der angestrebten Transformationsbestrebung liegt. Auf der einen Seite also junge, enthusiastische, vor allem feminine oder feminisierte Darsteller, auf der anderen Seite das alte Arbeiterdeutschland: mittelalte und alte Autofahrer, Wut, Gehupe, Geschimpfe. Mรคnnliche Aggressivitรคt, berechtigt, ehrlich, aber eben doch ganz im Sinne derjenigen, die uns diese Szenen als flotte Nachrichtenbeitrรคge servieren. Denn was sehen wir? Der massenmotorisierte Basilisk kommt keinen Zentimeter weiter, weil junge Menschen in Warnwesten auf der Straรe sitzen. Einhunderttausend Pferdestรคrken stehen still, weil man sie dazu zwingt. Beeindruckend! Jede Seite kommt zu Wort: Einer der โKlimakleberโ folgt seiner Programmierung und stimmt mit zitternder Stimme seinen Sermon von der drohenden Apokalypse an. Dann kommen zwei, drei Autofahrer zu Wort, auch hier alles Programmierung. Es fรคllt schlieรlich die Bemerkung: โNatรผrlich muss man was machen, aber…โ, und es folgt eine vรถllig austauschbare Vernunftsfloskel. Aber allein diese eine Bemerkung ist der Sieg, auf den man es abgesehen hat, denn damit steht das Narrativ. โWir mรผssen was machen.โ
Na bitte, um diesen Satz, um diese eine Unterwerfungsfloskel geht es, aus diesem Grund terrorisieren die Grรผngardisten die deutsche Bevรถlkerung und nicht etwa die Elite. Es ist ja der Autofahrer im Stau, der kapieren soll, dass er demnรคchst sein Auto und anschlieรend sein Eigenheim verlieren wird, wรคhrend er sich in der goldenen Frรผh โ seiner Konditionierung als Deutscher sei Dank โ auch weiterhin zur Arbeit schleppt.
Fรผr den grรผn-marxistischen Machtkomplex ist hingegen die Terrorisierung der trรคgen Mehrheit โ โNudgingโ im Plastiksprech โ der Mittel zum Zweck. Auch hier ist man ideologisiert, keine Frage. Aber wenn die Affรคre Graichen eines zeigt, dann, dass sich mithilfe dieser schmonzettenhaften Auffรผhrung viel Geld verdienen lรคsst.

Die Herrschaft des Volkes
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In diesem Zusammenhang hat mir ein Tweet zu denken gegeben. Er stammt von Carla Hinrichs โ neben Luisa Neubauer ist das eine weitere aufgebaute Galionsfigur, die dem oben beschriebenen Muster folgt โ, und der Beitrag ist in mehrfacher Hinsicht interessant.
Nehmen wir mal einen Moment Abstand von der boomeresken Zuschreibung, dass es sich bei Leuten wie Hinrichs durchweg um โKlimaspastisโ handeln wรผrde, und gehen wir einen Moment davon aus, dass Hinrichs wirklich an das glaubt, wovor sie warnt. Was wir dann haben, ist plรถtzlich keine Person mehr, sondern ein Mensch. Jemand, dem eben nicht alles scheiรegal ist, sondern der an etwas leidet und bereit ist, sich fรผr eine Sache wirklich einzusetzen. รberhaupt: So unsymphatisch und verstrahlt die Grรผne Khmer auch ist โ sich auf eine belebte Straรe zu kleben und das mit der festen Gewissheit, dass mir irgendein wรผtender Autofahrer รผber die Hand fahren oder ins Gesicht treten kรถnnte โ dazu gehรถrt schon etwas. Die Wut der Autofahrer, der Arbeiter, der Mehrheitsgesellschaft verflรผchtigt sich stattdessen so rasch wie die Abgase der laufenden Motoren.
Man stelle sich jetzt mal einen Moment vor, dass sich junge Deutsche mit derselben Inbrunst wie Hinrichs und ihre Leute gegen รberfremdung, gegen migrantische Gewalt, gegen muslimischen Terror, gegen Enteignung oder kulturmarxistische Ideologisierung einsetzen wรผrden. Durchaus auch auf der Straรe, durchaus auch festgeklebt, durchaus auch gegen Otto Normalmichel gerichtet โ was wรคre das fรผr eine Auffรผhrung!
โMacht Platz, ich will zur Arbeit!โ
โNein, Sie wollen nicht, Sie mรผssen! Weil der Staat sie ausquetscht und mit Ihren Steuergeldern Millionen von Migranten subventioniert.โ
โVerpisst euch von der Straรe, ihr Spinner!โ
โWir sitzen heute hier, weil der libanesische Remmo-Clan unsere deutschen Kunstschรคtze plรผndert! Wir fordern die sofortige Abschiebung!โ
โScheiร-Nazis!โ
โWir fordern auรerdem, dass unsere Kultur- und Bildungsinstitutionen die deutsche Geschichte in ihrer Gesamtheit und Vielfalt und mit dem gebotenen Respekt behandeln!โ
โDie Jungs und Mรคdels hamm ja recht, aber ich muss jetzt echt weiter hier…โ
Zack, ausgedribbelt. So mรผsste es laufen. Tut es aber nicht. Bis dahin bleibt nur eines: Bloร nicht in der vorgegebenen Rolle mitspielen, allenfalls trollen, aber niemals die Hoffnung verlieren.

