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Berlin – Pleite, aber immerhin klappt das Petzportal

11. September 2023
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Unsere Bundeshauptstadt an der Spree versucht stets ihrem Ruf โ€žarm, aber sexyโ€œ treu zu bleiben. Die Stadt wirkt abgewrackt. Neuerliche Dokumentationen bei โ€žNiusโ€œ stellen das riesige Armutsproblem unter Beweis. Das Bundesland Berlin ist schon seit Jahren hoch verschuldet. Obwohl diese Schuldenlast zumindest zwischenzeitlich nach der Wende geringer wurde, schlug sie spรคtestens seit der Corona-Krise in voller Brutalitรคt erneut ein.ย 

Berlin ist ein finanzielles Wrack. Im internationalen Vergleich ist es eine der wenigen Hauptstรคdte, die finanziell mehr an Subventionen vom Rest des Landes schlucken, als sie selbst erwirtschaften. Doch zumindest in einer Sache scheint das Geld nie auszugehen, nรคmlich beim Kampf gegen rechts.ย 

Vor Kurzem verรถffentlichte โ€žFocus Onlineโ€œ einen Artikel, in dem eben dieses Magazin offenlegte, dass der rot regierte Berliner Senat in den vergangenen Jahren eine vermeintliche Meldestelle gegen Rechtsextremismus massiv subventionierte. Obwohl Berlin seit Jahren chronisch klamm ist und die Regierung etliche monetรคr intensive Projekte bei der Unterstรผtzung hinten runterfallen lieรŸ, flossen seit 2014 etwa 3,9 Millionen Euronen in das sogenannte โ€žBerliner Registerโ€œ.

Dabei handelt es sich, รคhnlich wie bei der โ€žMeldestelle Antifeminismusโ€œ, um ein Online-Denunziations-Portal, auf dem jedwede rechte Aktivitรคten jenseits der Strafbarkeit erfasst werden. Das Ganze erfolgt selbstverstรคndlich anonym und ohne Konsequenzen fรผr den Meldehelden. Neben aktuellen Beschwerden รผber Sticker oder vermeintliche โ€žrassistische Schmierereien an der Bushaltestelle Tiergartenโ€œ fanden dort auch Meldungen von Stammtischen der AfD und ihrer Jugendorganisation, der Jungen Alternative, Erwรคhnung. 



Beachtlich ist an dieser Stelle, wie die investierten รถffentlichen finanziellen Mittel seit Beginn der Fรถrderung des โ€žBerliner Registersโ€œ stetig anstiegen und sich zwischen 2020 und 2021 mehr als verdoppelten. In diesem Jahr erhielt das Register schlappe 828.500 Euronen an staatlichen Zuschรผssen. Doch das Land Berlin bleibt bei Weitem nicht die einzige Finanzquelle fรผr derartige Projekte. Zusรคtzlich bekommt das Register Spendengelder des zustรคndigen Bezirksamtes und aus dem Bundesprogramm โ€žPartnerschaften fรผr Demokratieโ€œ.

Insgesamt greift die Homepage inzwischen in allen zwรถlf Bezirken der Stadt. Fernab der tatsรคchlichen Vorfรคlle geht es hierbei vor allem darum, alle kritischen Stimmen mundtot zu machen. Wer mal einen rechten Aufkleber an einer StraรŸenlaterne anbringt oder es gar wagt, sich auf einem AfD-Stammtisch blicken zu lassen oder gar einfach nur kritisch zu sein, ist rechtsextrem.

Wie so oft, lรคsst sich auch an dieser Stelle der ideologische Hintergrund nicht verleugnen. Denn โ€“ oh Wunder โ€“ fรผr linke Straftรคter bleibt das Melderegister oder gar die staatliche Verfolgung aus.

ABOS

Bรผcher

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