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Der Fall Kaiser

9. Mai 2024
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Dass man in der Bundesrepublik Deutschland entgegen der Behauptung vieler Akteure im Mainstream im Rahmen der aktuellen Gesetzeslage nicht fast alles รถffentlich sagen kann, das einem durch den Kopf geht, ist ja seit einiger Zeit bekannt. Vielleicht wird man fรผr manche Aussagen rechtlich nicht belangt, gewiss, aber dennoch bekommt man die sozialen Konsequenzen zu spรผren: Vom Verlust des Freundeskreises รผber die Kรผndigung der Arbeitsstelle bis zum sozialen/gesellschaftlichen Tod ist alles mรถglich. Doch auch rechtlich kann man fรผr immer mehr belangt werden: Mittlerweile scheint es schon zu reichen, dass man Kriminalstatistiken รถffentlich benennt โ€“ wie der Gerichtsprozess der AfD-Politikerin Marie-Thรฉrรจse Kaiser beweist. Doch was ist vorgefallen?

Kaiser โ€“ den meisten Lesern des Magazins und Zuhรถrern des Podcasts dรผrfte sie ein Begriff sein, war sie doch schon einmal im Podcast zu Gast โ€“ wurde bereits 2023 vom Amtsgericht der Stadt Rotenburg, in deren Kreistag sie als Abgeordnete sitzt, der Volksverhetzung schuldig gesprochen und zu 100 Tagessรคtzen zu 60 Euro verurteilt, was im Mai 2024 durch das Landgericht Verden bestรคtigt wurde. Das ist zwar eine mildere Strafe, als sie die Staatsanwaltschaft gefordert hat, aber dennoch eine Farce in Anbetracht des AusmaรŸes des โ€žVerbrechensโ€œ.

Kaisers Vergehen ereignete sich bereits im August 2021, mitten im Bundestagswahlkampf; in dieser Zeit wurde Afghanistan gerade durch die Taliban erobert, nachdem die US-Amerikaner das Land verlassen hatten. Eine neue Welle von Migranten aus dem stark islamisch geprรคgten Afghanistan wurde erwartet, insbesondere von (angeblichen) Hilfskrรคften westlicher Truppen, die nun besonders die Repressionen der neuen Herren zu fรผrchten glaubten. Natรผrlich waren deutsche Politiker sofort lautstark dafรผr, migrierenden Afghanen in Deutschland โ€žZufluchtโ€œ zu gewรคhren, darunter auch der Hamburger Erste Bรผrgermeister Peter Tschentscher von der SPD, der die unbรผrokratische Aufnahme Hunderter Afghanen forderte.

In diesem Zusammenhang postete Kaiser Statistiken, die deutlich machen, dass Afghanen als Gruppe in Sexualdelikten รผberreprรคsentiert im Vergleich zur indigenen Bevรถlkerung seien. Fรผr das Gericht in Rotenburg erfรผllte genau das schon den Straftatbestand der Volksverhetzung: โ€žDas ist laut dem Vorsitzenden Richter Cordes nicht mehr von der Meinungsfreiheit gedeckt und stรถrt den รถffentlichen Friedenโ€œ, schreibt die โ€žKreiszeitungโ€œ.

Das Entscheidende bei der Urteilssprechung war laut Kaiser selbst, dass man ihr unterstellt habe, pauschal alle Afghanen als Gruppenvergewaltiger zu bezeichnen, was laut Gericht nun mal einer Volksverhetzung entspreche โ€“ dass sie das nie gesagt hat, sondern lediglich auf die รœberreprรคsentation der besagten Volksgruppe bei Sexualdelikten, und damit insbesondere auch bei Gruppenvergewaltigungen, hinwies, liegt auf der Hand. Man kรถnnte dem Gericht (und auch dem Klรคger, also dem Staat) eine bewusste Fehlinterpretation von Kaisers Aussage unterstellen, wodurch klar wird: Hierbei handelt es sich um ein politisch motiviertes Verfahren. Man mรถchte eben aufseiten der Justiz und damit aufseiten des Staates nicht, dass dieses Thema auf diese Art und Weise zur Sprache kommt. Ein Schelm, wer Bรถses dabei denkt.

Nun, das Thema kam dank der Plattform Twitter sehr wohl zur Sprache โ€“ und zwar nicht nur im deutschsprachigen Raum. Wie pflegte der linksliberale, pseudohippe YouTuber aus Berlin namens LeFloid immer zu sagen? โ€žInternet, do your thing!โ€œ Oh, und wie es sein Ding gemacht hat: Der amerikanische Twitter-Account โ€žEndWokenessโ€œ berichtete รผber den Fall โ€“ dieser Tweet wurde mittlerweile von fast 60 Millionen Menschen gesehen, circa 90.000 Mal gelikt und zig Male repostet und zitiert.

So bekam auch der CEO von Twitter mit, was im fernen Deutschland so vor sich geht: Elon Musk reagierte auf den Tweet und fragte, ob man fรผr das Wiederholen offizieller Statistiken in Deutschland bestraft werde und ob sie etwas Inakkurates gesagt habe.

Damit erreichte der Vorfall die internationale Bรผhne. Es ist ja nicht das erste Mal, dass Musk sich fรผr die innenpolitischen Geschicke der Bundesrepublik interessiert (beziehungsweise fรผr den deutschsprachigen Raum), vielleicht steht das mit dem linksradikalen Anschlag auf die Stromversorgung der Tesla-Fabrik nahe Berlin in Verbindung, bei dem die deutschen Behรถrden nun auch nicht die schnellsten waren.

Auch wenn das natรผrlich erst mal nichts an der realen politischen Situation in der Bundesrepublik รคndern wird: Wenn dieser Fall ein wenig internationale Aufmerksamkeit bekommt, kann das gewiss nicht schaden. Die Weltรถffentlichkeit darf ruhig mitbekommen, welches AusmaรŸ die Absurditรคt in unserem Land schon angenommen hat. Noch ist das Urteil im รœbrigen nicht rechtskrรคftig, es wurde angekรผndigt, dass man in Revision gehen wolle. Was das bringt, wird sich zeigen; jedenfalls wรผnsche ich, auch im Namen der KRAUTZONE, Frau Kaiser alles Gute bei ihrem Rechtsstreit!

ABOS

Bรผcher

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