Es ist doch immer wieder erstaunlich. Wen oder was wรคhlen die Leute eigentlich? Die Programmatik von Parteien oder doch eher Gesichter? Nach den drei Ostwahlen kann konstatiert werden โ es sind die Gesichter. Nun gut, dem Bodo in Thรผringen hat es nichts genรผtzt aber immerhin ist seine Partei dort nicht vรถllig abgestรผrzt. Den anderen beiden, Kretschmer in Sachsen und Woidke in Brandenburg hat ihr sogenannter Amtsbonus gerade noch รผber die Ziellinie geholfen.
Auf die Spitze getrieben wurde es in Brandenburg, hat doch der Ministerprรคsident sein eigenes politisches Schicksal mit dem unbedingten Sieg seiner Partei verknรผpft. Kann man machen, der persรถnliche Mut ist erst einmal zu loben. Aber nun? Was ist damit gewonnen? Die Leichen von Parteien pflastern seinen Weg. Als hinge das Schicksal der Nation davon ab, wurde ein medialer Zirkus veranstaltet, der der SPD zwar einen knappen Sieg beschert hat, die Regierungsbildung aber nicht einfacher gemacht hat. Grรผne, Linke und Freie Wรคhler sind raus โ dies ist grundsรคtzlich zu begrรผรen, war aber vermutlich nicht der Plan. Ein paar mehr Koalitionsoptionen hรคtte sich Herr Woidke wohl doch gewรผnscht. Nun reicht es nicht mit der CDU allein, er ist zumindest auf Hilfsstimmen des BSW angewiesen.
Die Wรคhlerwanderungen zeigen es. Ganz kurz zusammengefasst: das grรผne Klientel wollte die Republik retten und hat sich dabei selbst enthauptet โ knapp 3 Prozentpunkte hat die Abwanderung von Grรผn zu Rot gekostet. Die Linken sind vom BSW kannibalisiert worden.
Hรคtte es fรผr Grรผn und Knallrot knapp gereicht und die SPD wรคre wenige Prozentpunkte hinter der AfD gelandet, die Koalitionsoptionen fรผr die SPD wรคren unvergleichlich komfortabler gewesen. Nun muss sich, auch aufgrund der schwachen CDU, die SPD mit dem BSW herumschlagen. Herzlichen Glรผckwunsch. Das jetzige Ergebnis ist fรผr die AfD sehr vorteilhaft. Sperrminoritรคt erreicht und nun kann sie sich das Regierungshandeln bequem von der Seitenlinie ansehen. Sie werden es niemals zugeben aber ich bin mir sicher, so richtig zufrieden sind die Genossen in Potsdam mit dem Ergebnis nicht. Im Kampf um den unbedingten SPD-Sieg sind Linke und insbesondere Grรผne mal eben als Kollateralschaden auf der Strecke geblieben.
Was die Wundertรผte BSW โ oder sollte ich besser Mogelpackung sagen โ beinhaltet, weiร im Moment noch niemand. Vielleicht in Bรคlde in irgendeiner Weise an den Regierungsbildungen in Thรผringen, Sachsen und Brandenburg beteiligt, wird sich die Vollmundigkeit ihrer Parteichefin bis zur Bundestagswahl zur Kenntlichkeit entstellen. Eine Partei mit etwa 150 Mitgliedern in allen drei Landesverbรคnden, die ganz ausschlieรlich vom Charisma ihrer Grรผnderin lebt und die die Anmutung hat, nach einer Art Fรผhrerprinzip organisiert zu sein โ Frau Wagenknecht hat bereits angekรผndigt, auf die Koalitionsverhandlungen in den Lรคndern ein besonderes Auge zu haben โ will also ernsthaft Minister โ und Staatssekretรคrsstellen besetzen. Ich bin gespannt. Es ist hohe Zeit fรผr allerlei Karrieristen und Trittbrettfahrer. Man wird sehen, wohin die Angst vor der AfD unser Land noch fรผhrt.
Hoffnung gibt es, in der Alterskohorte der jungen Menschen ist die AfD stรคrkste Partei. In diesem Zusammenhang kรถnnte man auch die Frage stellen, was machen eigentlich die Soziologen und Gesellschaftsforscher den ganzen Tag? Haben sie die Zeichen an der Wand nicht erkannt oder ist dort regelmรครig der Wunsch der Vater der Gedanken? Die Zukunft dieses Landes ist am Zustand in den Kindergรคrten, Vorschulen und Schulen ablesbar. Die jungen Menschen sind die unmittelbar Leidtragenden einer Politik, die ihnen die Heimat und die Zukunft raubt.
Was fรคllt den Gesellschaftsingenieuren dazu ein? Zuerst die Beruhigungspille, dass junge Menschen noch nicht in ihrem Weltbild gefestigt sind und heute so und morgen anders entscheiden. Dies zur Grundlage genommen gipfelt in Denkmodellen, wie sie nur aus autoritรคren, lernunwilligen Systemen bekannt sind. Die politische Bildung muss verstรคrkt werden und โunsere Demokratieโ muss besser erklรคrt werden.
Viel Erfolg damit, kann ich nur sagen. Der Verfasser dieser Zeilen war auch einmal jung und weiร aus eigener Erfahrung, wie Indoktrination auf junge Menschen wirkt. Welche Erfolgsgeschichte wollen sie denn erzรคhlen? Wenn Erzรคhlung und eigenes Erfahren, in einem im Niedergang befindlichen Land, erkennbar im Widerspruch sind, wird der Widerspruchsgeist erst recht herausgefordert. Montag frรผh Zeitungsschau in den Betrieben, FDJ-Versammlungen und Staatsbรผrgerkundeunterricht in den Schulen, am Ende hat es alles nichts genutzt. Will man jetzt wirklich diese unsรคglichen Erinnerungen aus einem untergegangenen Land in neuen Anstrich zum Leben erwecken? Sie werden das genaue Gegenteil davon erreichen.
Und hier schlieรt sich der Kreis. Sie tun alles, wirklich alles, ihre Pfrรผnde zu wahren. Egal, was sie erzรคhlen, es geht ihnen nicht um das Land, nur um ihre Macht und Deutungshoheit. Wenn sie dabei ihr eigenes Lager schwรคchen und sei es auch nur aufgrund von persรถnlichen โMรคnnchengehabeโ, wie in Brandenburg geschehen โ gut so.

Den Gelรผsten nach schulischer Indoktrinationsdruckbefรผllung kann man gelassen entgegensehen, denn jedes noch so blumige Buntismuspropagandabild wird noch am selben Tage am wahren Leben in der migrantisch dominierten Mitschรผlerschar samt deren Umfeld zerschellen.
Kann am Ende zwar sein daร dann auch Michael und Monika den Muezzin viel stabiler finden als die wertloswestliche Wรผnschdirwaswunderwelt, aber selbst das wรคre ja noch ein Gewinn gegenรผber der vielgepriesenen Scheinwelt in der man nichts mehr hat, sich aber dafรผr jeden Tag neu definieren darf.