Es ist kein neues Phรคnomen, dass in Europa Geburtenraten stagnieren oder gar rรผcklรคufig sind und die Forderungen nach noch liberaleren Abtreibungsgesetzen und โregelungen zunehmen. 2024 lag die Geburtenrate in der Bundesrepublik beispielsweise bei 1,38 Kindern pro Frau. Insgesamt wurden 677.000 Kinder lebend geboren und damit weniger als noch im Jahr zuvor. Gleichzeitig wurden in Deutschland im Jahr 2024 so viele Kinder abgetrieben wie noch nie, nรคmlich mehr als 106.000. Das macht im Durchschnitt rund 62 getรถtete Fรถten auf 10.000 gebรคrfรคhige Frauen.
In den wenigsten Fรคllen erfolgte die Abtreibung aus gesundheitlichen Grรผnden. Meistens entscheiden sich Frauen aufgrund des falschen Zeitpunkts in der Kinderplanung oder wegen des falschen Partners beziehungsweise Beziehungsproblemen oder gar wegen privater รberlastung gegen ihr eigenes Kind. Nur in rund vier Prozent der Fรคlle erfolgt die Beendigung der Schwangerschaft aus medizinischen Grรผnden. Die meisten Frauen (rund 96 Prozent) treiben in Deutschland nach der sogenannten Beratungsregelung ab.ย
In Groรbritannien war die Geburtenrate 2024ย mit rund 1,55 Kindern pro Frau zwar etwas hรถher als in Deutschland. Doch auch hier ist die Zahl der Abtreibungen in den vergangenen Jahren rasant gestiegen. 2024 waren es รผber 300.000 Kinder, die im Mutterleib getรถtet wurden. Nun geht das Vereinigte Kรถnigreich noch einen Schritt weiter in Sachen Normalisierung von Abtreibungen.
Auf Initiative der Labour-Abgeordneten Tonia Antoniazzi wurde in der vergangenen Woche รผber eine Gesetzesรคnderung bezรผglich der Strafbarkeit von Schwangerschaftsabbrรผchen abgestimmt. Zuvor waren Schwangerschaftsabbrรผche in Groรbritannien zwar illegal, wurden aber รคhnlich wie in Deutschland bis zur 24. Schwangerschaftswoche nicht strafrechtlich verfolgt. Mit einer Mehrheit von 379 gegen 137 Abgeordnete wurde auch diese Regelung nun abgeschafft und Abtreibungen damit in Gรคnze legalisiert, auch bis kurz vor der Geburt.ย
Unter dem Vorwand, Frauen, die Opfer von sexueller Gewalt geworden sind, schรผtzen zu wollen, รถffnete Tonia Antoniazzi mit ihrem Antrag auf Gesetzesรคnderung Tรผr und Tor fรผr das Tรถten gesunder Kinder im Mutterleib. Auf X begrรผndete sie ihr starkes Engagement folgendermaรen:
โNo woman facing one of the hardest moments of her life should face a criminal investigation. Today we have the opportunity to change that. I urge colleagues to support New Clause 1 and stand up for compassion and justice.โ
Immer wieder sind es tatsรคchliche Einzelfรคlle, die herausgekramt werden, um Abtreibungen zu verharmlosen und als vermeintliches postnatales Verhรผtungsmittel zu normalisieren. Vergessen werden dabei zusรคtzlich die gesundheitlichen Folgen ebendieser schweren kรถrperlichen Eingriffe fรผr die werdenden Mรผtter.
Groรbritannien legt vor. Ob eine รคhnliche Gesetzesรคnderung unter Merz und seiner schwarz-roten Regierung in der Bundesrepublik folgen wird, bleibt abzuwarten. Fakt ist jedoch, dass sich die immer lauter werdende Forderung nach noch mehr Abtreibungsfreiheit nicht durch apologetische Abtreibungsgegner stoppen lรคsst.
Wir mรผssen das Kinderkriegen und Kinder im Allgemeinen wieder normalisieren als fester Bestandteil unseres Alltags. Junge Frauen in Not- und รberraschungssituationen sollten klar รผber die gesundheitlichen Konsequenzen von Abtreibungen aufgeklรคrt und im Sinne fรผr das Leben ermutigt werden.


Die hรถhere Geburtenrate im Inselkรถnigreich wird wohl an der historisch bedingten „progressiveren“ Bevรถlkerungsstruktur liegen.
Daร im selben Land die โTeilgeburtsabtreibungโ (PI-News berichtete) nun erlaubt, stilles Beten dagegen selbst in Privatrรคumen verboten ist bekommt damit eine besonders groteske Note.
Danke liebe Reinhild fรผr diesen Artikel. Frauen im Schwangerschaftskonflikt wรคren ausnahmsweise mal eine gute Adresse fรผr die Verwendung von Steuergeld. Ich persรถnlich befรผrworte auch ein Kindergeld ab dem 1.Schwangerschaftsmonat.
Die Frage ist, wie man eine Kultur schafft, die Verantwortung wieder in den Mittelpunkt stellt.
Ich kann nรคmlich die Logik der Gesetzesbefรผrworter zusammenfassen: „Meee, mememe mee, fuck You!“
Das Recht auf wilden, orgienhaften, ungeschรผtzten Sex mit Partnern, mit denen man sonst nicht einmal reden wรผrde und dann, wenn die Biologie schlieรt, dass man scheinbar Nachwuchs mit diesen Genen will, wird man von dieser Verantwortung erlรถst… beide Geschlechter in diesem Zusammenhang.
Das ist ein high-time-preference-Lebensmodell, das gar nicht langfristig plant und alles Andere als nachhaltig ist und die meisten Menschen werden dem gerne folgen, weil sie zur Planung ohne Erziehung nicht im Stande sind.
Und wenn ich mir den Hass in manchen Gesprรคchen ins Gedรคchtnis rufe, von Frauen, die nun keine Kinder mehr haben kรถnnen, habe ich Zweifel, dass deren Ratschlรคge auf Gutmรผtigkeit basieren.
Nicht zu vergessen; staatlicherseits gibt es ja auch kein Interesse mehr dahinter, keine Erblinie, keine Selbstidentifikation mit dem jeweiligen Land motiviert einen Politiker, jetzt fรผr hรถhere Geburtenraten zu sorgen, die dann Politikern in 15-30 Jahren zugute kommen.
Wie da rauskommen?
Wie ein Konzept vermarkten, das kurzfristig unsexy ist und nur auf lange Sicht hervorsticht, in einer Zeit, an der gar nichts mehr langlebig ist auรer Schulden?
Wir sehen ja einen kulturellen Wandel, aber wie nutzt man den, um die Attraktivitรคt einer sicheren Zukunft zu vermarkten?
รsthetik, Stรคrke(Fitness) und ein gewisses Ehrgefรผhl sind kurzfristig verkaufbar, aber trotz einer zunehmenden Anzahl gerader junger natalistischer Menschen sind diese gerade im rechten Lager eine absolute Minderheit…
Was ist ja ekelhaft, ich kann das gar nicht bis zum Schluร lesen…