Als wir 2017 vollkommen unbedarft die KRAUTZONE gründeten, lag das Land noch in einem politischen Dornröschenschlaf. Thilo Sarrazin hatte als einer der ersten gewarnt, aber der Großteil der Menschen hatte ihn als dummen Rassisten abgetan. 2015 stand die überwiegende Mehrheit der Deutschen hinter der „Willkommenskultur“, dem vielleicht schwerwiegendsten Rechtsbruch der Geschichte der Bundesrepublik. Sicherlich, nach der Kölner Silvesternacht war die Partystimmung einer Katerlaune gewichen, aber die Medien gaben sich allerhand Mühe, Fakten zu verschleiern, Wahrheiten zu verbergen, und den Wunsch, als homogenes Volk in seinem historisch ererbten Land zu leben, als „rechtsextrem“ abzutun.
Mittlerweile ist viel passiert, wir haben uns vom Spaßprojekt mit 15 Abonnenten zu einem ernstzunehmenden Medium entwickelt und werden dieses Jahr wohl die 3.000 Abonnenten-Marke knacken. Auch wenn wir überparteilich sind, haben wir von Anfang an Sympathien gegenüber der AfD gehabt. Zu ähnlich sind die programmatischen Vorstellungen der Partei und unserer Autoren, zu zeitlich überlappend sind der Weg der Partei und unser Weg. Zu himmelschreiend das Unrecht und die Ausgrenzung, die jeder Normaldenkende, also mehr oder weniger rechte Deutsche, in den letzten Jahren erleiden musste.
Als ich mit Kollege Plenge im Sommer 2017 zum überteuerten Notar tingelte, der für seine Dubsteb-Einlage mit 120 Beats per Minute auch fast so viel Geld verlangte wie ein US-amerikanischer Spitzenrapper, dümpelte die AfD in den Umfragen bei sieben Prozent. Rückblickend war die Lage desaströs. Die erste Empörung über Merkel war abgeebbt, im Sommerloch 2017 passierte nicht viel, außer den gewohnten Streitereien innerhalb der AfD. Einige Schwimmbadskandale wurden totgeschwiegen, „Corona“ war zu diesem Zeitpunkt noch undenkbar. Die politische Rechte hing in einem Loch. Auf YouTube wurde zensiert, was das Zeug hielt, Kanäle wurden im Wochentakt gelöscht. Klar gab es einige rechte Medien, wie die „JF“, die „Sezession“ oder „Compact“, aber die gab es auch schon länger und irgendwie ging es nicht recht voran, was ja auch ein Grund für die Gründung unseres Magazins war.
Trotzdem lagen allen Akteuren die Ziele klar vor Augen: Der Erhalt unserer Freiheit und unseres Vaterlandes. Die Entwicklung, die alle alternativen Medien und die alternative Partei – und damit auch ein großer Teil der Bevölkerung hingelegt haben, ist bemerkenswert. Die AfD ist aktuell bundesweit stärkste Kraft und steht vor der Union. Die „Ampel“ hat eben nicht dafür gesorgt, dass sich die CDU auf prä-merkelsche Ergebnisse von 35 oder gar 40 Prozent erholen konnte, die FDP, die Verräterin der Freiheit, wurde vom Wähler aus dem Bundestag geprügelt. Die Grünen konnte ihre Koalition des Versagens aufgrund einer gutbürgerlichen Stammwählerschaft etwas weniger lädiert verlassen. Die SPD klammerte sich weiterhin an den Futtertrögen der Macht fest – doch zu welchem Preis? Aktuell steht sie je nach Umfragen bei 15 oder gar nur 14 Prozent. Ein Schatten ihrer selbst.
Und die AfD? Die hat gegenüber Sommer 2017 ihr Ergebnis fast vervierfacht. Natürlich kann sie nicht mit den prozentualen Wachstumsraten des besten Magazins aller Zeiten mithalten, aber doch lässt sich ein politischer Wandel nicht von der Hand weisen. Die Leute haben genug. Und doch…
Und doch breitet sich gerade in den letzten beiden Jahren ein lähmenden Pessimismus im Lager aus. Wir werden überrannt, wir sind verloren. Deutschland ist am Ende und so weiter. Zu allem Überfluss musste sich ausgerechnet das Aushängeschild der optimistischen Remigrationsrechten, Maximilian Krah, mit seinen undurchdachten intellektuellen Profilierungsversuchen selbst demontieren. Der völlig überflüssig Zank, der daraufhin innerhalb rechter Twitterkreise für Furore sorgte, strahlte zum Glück kaum über die digitale Sphäre hinaus. In der Echokammer der Interessierten hinterlässt er aber seinen Schaden, wie viele andere „black-piller“ ebenso.
Ist unsere Lage wirklich so hoffnungslos, wie sie allerorten dargestellt wird? Natürlich nicht. Warum dennoch so viele Patrioten verzweifelt sind, hat zwei Gründe: Zum einen sind die „Rechten“ zahlenmäßig massiv angewachsen. Die „frisch Aufgewachten“ sind nach ersten Fühlungsversuchen ins kalte Wasser gesprungen und kämpfen gerade mit ihrer geistigen Integrität. Wie konnten wir so sehr belogen werden? Der Kälteschock sitzt tief und es ist nur logisch, dass die Neuankömmlinge zu den sich bereits warmgestrampelten Kollegen „wir erfrieren“ rufen. Die schwimmen allerdings schon einige Jahre und haben gelernt, wie man nicht untergeht, wie sich Strömungen verhalten, wo Untiefen lauern und vor allem, dass das Wasser längst wärmer wird.
Doch es gibt noch eine zweite Ursache: Menschen extrapolieren Werte allzu gerne, wie wir auch bei „Corona“ gesehen haben. 10.000 – 20.000 – 40.000. 1 Mio. – 2 Mio. 3 Mio. Wer in die Vergangenheit schaut, prognostiziert die Zukunft anhand von Trends. Das ist menschlich – aber auch falsch. Denn sonst würden wir seit Anbeginn der Menschheit ins Unendliche streben. Jeder See wäre mit Entengrütze bedeckt, es gäbe unzählige Menschen, die man bis zum Mond stapeln müsste. Bäume wären zehntausende Meter hoch, läge man die Wachstumsraten der ersten Jahre an.
Wachstum ist niemals linear – und schon gar nicht exponentiell. Irgendwann kommt der Scheitelpunkt und die Kurve kippt. Das gilt auch für Deutschland und Europa. Die Überfremdung und das Ende des Abendlandes ist nicht in Stein gemeißelt, die fast schon täglichen „Hochrechnungen“ über 20, 30 oder gar 50 Prozent Muslime sind ceteris paribus-Prognosen. Es käme so, wenn alles andere gleich bliebe. Doch es bleibt nichts gleich. Hunderte Faktoren ändern sich gerade, die Mühlen mahlen.
Viel wichtiger als die schleichend wachsenden Prozente von Migranten sind Gefühle, Mentalitäten, Gespräche, historische Vergleiche, Wissen, das sich nicht aus stumpfen Erhebungen ableitet. Eine geistige Änderung wiegt ungleich schwerer als alle messbaren Entwicklungen. Wenn ein Fremder bereits nach fünf Minuten Gespräch auf die Grünen schimpft, ist das wichtiger als alle Datenreihen, alle Ampel-Gesetze, alle Prognosen und Umfragen. Es hat sich etwas im Bewusstsein der Menschen geändert, das sich nicht mehr zurückdrehen lässt. Wie stark diese Wende sein wird, werden wir bald aus erster Reihe beobachten können.
Die AfD steht aktuell bei 26 Prozent, einen Punkt vor der Union. Trotz medialen Dauerfeuers, linkester Propaganda und allen sozialen Ausgrenzungsmechanismen, die die Linken aufwenden können, stimmt die relative Mehrheit der Deutschen für eine rechte Partei.
Paula Winterfeldt kommentierte diese Entwicklung auf Twitter und traf den Nagel auf den Kopf. Wir hätten jeden vor acht Jahren für wahnsinnig erklärt, der behauptet hätte, dass die AfD bald stärkste Kraft sein würde. Hätte wir es doch geglaubt, wir wären wochenlang aus dem Feiern nicht mehr herausgekommen. Insofern: Kein Grund zu Unkerei, stattdessen: Freude über das, was sich in den letzten Jahren bewegt hat.
Und in den nächsten acht Jahren? Es soll keiner kommen, und sagen, dass eine AfD-Alleinregierung unmöglich ist. In Sachsen-Anhalt steht Ulrich Siegmund in den Umfragen bei 39 Prozent. In Österreich ist die FPÖ mit 37 Prozent gerade auf dem Weg zur absoluten Mehrheit, und überall in Europa sind rechte Parteien auf dem Vormarsch. Bald werden die ersten Länder zeigen, dass Migration keine Einbahnstraße ist, und dass man jede politische Fehlentwicklung auch wieder zurückdrehen kann. Die Barrieren sind nur in unseren Köpfen. Wer etwas ändern will, muss es nur wollen.

,, Uns geht die Sonne nicht unter “
,, Unser Fahren wird kein Ende haben “
Keine Renaissance ohne einen vernünftigen transzendentalen Glauben, der Menschen jenseits des konkreten und direkten Nutzens verbindet. Welche Erzählung, am besten wahre Erzählung, soll das sein? Ich schlage die Geschichte des historischen Jesus vor. Wir in den gläubigen (Katholischen) Gemeinden erleben einen riesigen Zustrom von Menschen. Alleine in den nächsten Jahren rechnen wir in Berlin mit mehr als 150.000 Neu-Christen (5% der Bevölkerung). Wir schaffen es kaum hinterherzukommen. Aber was wir erleben ist eben selbstloser und freiwilliger Einsatz für eine gemeinsame Sache, ohne, dass die Menschen ihre Individualität aufgeben müssen. Und die, die noch keine Deutschen sind, wollen das durchaus werden. Aber wer soll sie lehren, wenn so viele Deutsche lieber abseits stehen und sich in ihre Verzweiflung eingraben. Alles ist möglich! Geht sonntags wieder in die Kirchen. Und Ihr werdet Wunder erleben. Gott liebt Deutschland. Ehrlich.
Das ist ja mal interessant und macht Mut. Bei Tichys Einblick habe ich vor einigen Monaten schon gelesen, dass christliche Gemeinden einen wahren Ansturm oft jüngerer Interessenten erleben. Schon der gute Hölderlin wusste: Wo aber Gefahr ist, wächst Das Rettende auch.
Es gibt keine neuen Deutschen.
Assimilierung? Ist ebenso ein Verbrechen. Glaube hin- Glaube her.
Multikulti brachte den Islam. Und Multikulti wird ihn nicht besiegen.
Sei es hier oder in unseren Nachbarländer.
Starke, gute und treffende Zeilen Florian.
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Man merkt es auch an kleinen Dingen. Die Zeiten ändern sich. Seit über 15 Jahren entferne ich linke Schwachsinnsaufkleber aus dem öffentlichen Raum. Früher waren es oft bis zu 120, heute oft nur noch 20. Viel häufiger als früher werden sie von anderen schon entfernt, zerstört, überklebt. Und während man früher mal nie rechte Aufkleber sah, geschieht das immer häufiger. So mancher Krautzone-Aufkleber hängt schon seit Jahren. Die Antifanten kommen oft gar nicht mehr hinterher, sie zu überkleben…
Starker Artikel! Der Absatz über den Kälteschock spricht mir aus dem Herzen.
An dieser Stelle ein großes Dankeschön für eure wertvolle Arbeit bei der Krautzone!
Es war der Sommer 1989, die Unmut der Bevölkerung war groß, überall im Land gärte es, die wirtschaftliche Lage war alles andere als berauschend. 400.000 Menschen flohen über die CSSR (heute Tschechien) und Ungarn. Die ersten großen Protestdemos fanden statt. Nach kürzester Zeit kapitulierte die Parteiführung (und auch die Stasi), erst trat Honecker ab, dann strich der gesamte Apparat die Segel. Heutige Politiker zeigen da wirklich deutlich mehr Durchaltevermögen ignorieren fleißig den Braindrain, den wirtschaftlichen Niedergang, gesellschaftliche Konflikte und schrauben fleißig immer weiter an ihren Projekten. Die „Wende“ lässt weiter auf sich warten…