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Marsch für das Leben, Marsch für die Zukunft

22. September 2025
in 2 min lesen

In Europa erleben wir seit Jahren, wie die Geburtenraten, allen voran im Westen, stagnieren oder gar rückläufig sind. In Deutschland beispielsweise lag die Geburtenrate im Jahr 2024 bei gerade einmal 1,35 Kindern pro Frau. Waren es im Jahr 2023 noch 692.989 erfasste Neugeborene, so kamen im vergangenen Jahr nur noch 677.100 Kinder lebend zur Welt.

Von diesen Babys, die im Jahr 2024 in Deutschland geboren wurden, waren 99.736, also fast 100.000, keine deutschen Staatsbürger. Eine Tendenz, die durchaus zum Nachdenken anregen sollte, gerade wenn es um die demografische Entwicklung in unserem Land geht. Denn gleichzeitig erleben wir, wie die Zahl der Abtreibungen in Deutschland immer weiter in die Höhe schnellt. Vergangenes Jahr waren es 106.455 Föten, die im Mutterleib getötet wurden. Konkret heißt das, dass letztes Jahr im Durchschnitt mehr als eine von etwa 160 Frauen ihr eigenes Kind abgetrieben hat.

Die Lobby für Schwangerschaftsabbrüche wird immer lauter und hysterischer. Erst im Juni wurden Schwangerschaftsabbrüche in Großbritannien auf Drängen der Labour Party in Gänze bis zur Geburt legalisiert. In der Bundesrepublik fordern progressive, feministische Akteure und Parteien schon seit Jahren die Streichung des Paragrafen 218 im Strafgesetzbuch. Denn obwohl nur ein geringer Prozentsatz der werdenden Mütter in Deutschland aus kriminologischen oder medizinischen Gründen abtreibt und obwohl besagter Paragraf längst nur noch eine leere Worthülse darstellt, bekommen moderne Feministen den Hals immer noch nicht voll genug. Auch wenn ein Schwangerschaftsabbruch ein durchaus schwerwiegender medizinischer Eingriff ist, verkaufen sie dies nur allzu gerne als postnatale Verhütungsmethode, ohne Frauen im Normalfall über die möglichen physischen und psychischen Folgen einer Abtreibung, also das Töten des eigenen Kindes im eigenen Körper, aufzuklären. 

Doch natürlich gibt es im Gegenzug als Antwort auf diese Anti-Kind-Entwicklung eine immer größer werdende Bewegung der Pro-Life-Befürworter. Am vergangenen Samstag gingen etliche Demonstranten gegen Abtreibung und für das Leben auf die Straße. In Köln, Berlin und sogar in Zürich waren Tausende Menschen dem Aufruf zum „Marsch für das Leben“ des Bundesverbands Lebensrecht gefolgt.

Christliche Gruppen, konservative Aktivisten, etliche Personen aus dem Gesundheitsbereich wie Hebammen und Ärzte und selbsternannte Initiativen für das Leben spazierten Hand in Hand durch die Straßen. Während die überdurchschnittlich jungen Teilnehmer der Pro-Life-Demonstration gut gelaunt, gut gekleidet und mit musikalischer Untermalung durch die halbe Stadt liefen, sammelten sich am Straßenrand vereinzelt linke Aktivisten, beispielsweise der Omas gegen Rechts mit „Bunt statt braun“-Regenschirmen oder junge progressive Frauen mit auffällig kurzem Pony mit „My body, my choice“-Plakaten. Gleichzeitig skandierten sie Parolen wie „Eure Kinder werden so wie wir“ oder nutzten Trillerpfeifen, um die Redner der Anfangs- und Schlusskundgebung zu stören. 

In Berlin versuchten etwa 80 Gegendemonstranten, den Marschweg zu blockieren, wurden aber von der Polizei schnell wieder entfernt. Was etablierte Medien und linke Parteien gerne als „rechtsextremen“ Aufmarsch knallharter Abtreibungsgegner framten, war also nichts weiter als eine friedliche, fröhliche Zusammenkunft, die die Polizei in Hundertschaften aus ganz Deutschland vor schlecht gelaunten und schlecht gekleideten Gegendemonstranten abschirmte.

3 Comments Schreibe einen Kommentar

  1. 80 Gegendemonstranten versuchten „den Marschweg zu blockieren“. Dem gegenüber standen wie viele Demonstranten?

    Die Demonstranten waren also „gut gelaunt“ und „gut gekleidet“, dem gegenüber standen die „schlecht gelaunten und schlecht gekleideten“ Gegendemonstranten. Was hat das mit dem eigentlichen Thema zu tun?

    Schade, nicht sehr fundiert.

    • Eine Prise Polemik zum Abschluß darf schon sein.

      Finde es jedenfalls gut daß die Verfasserin explizit die Folgen für die Betroffenen anspricht, denn wie es den Müttern in dieser Gewissensnotlage geht interessiert sowohl die fanatischen Abtreibungsverharmloser als auch die dogmatischen Lebensschützer meist herzlich wenig. Die werden danach mit allen Folgen allein gelassen, und das zumeist in einem Umfeld daß wenig Verständnis dafür hat – ist es schließlich mit- bis hauptverantwortlich daran.

  2. Den „Lebensschützer:innen“ geht es doch nicht um den Schutz von Leben, sondern um eine frauenfeindliche Agenda, um das Ende der feministischen Selbstbestimmung, den Aufbau von reaktionären Kräften und der Rückkehr zu einem konservativen, rückständigen Familienbild.

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