Der Auftritt der Grünen-Bundestagsabgeordneten Hanna Steinmüller mit umgeschnalltem Baby hat genau das bewirkt, was er sollte: Aufmerksamkeit erregen. Während linke Medien dieser Inszenierung das Prädikat „historisch“ anheften, maulen konservative Beobachter über die Infantilisierung. „Der Bundestag ist kein Kindergarten!“ – „Doch, doch“, mag manch ein besonders gewitzter Außenseiter dagegenhalten, „das ist der Bundestag sehr wohl.“ Fällt Steinmüllers Baby-Auftritt also wirklich aus dem Rahmen?
Dafür, dagegen, alle blöd – das ist das tagespolitische Grundrauschen der Spät-BRD und wäre hier keiner Rede wert, wenn Steinmüller – wahrscheinlich mehr unbewusst als bewusst – nicht doch einen entscheidenden Nerv getroffen hätte. Deutschland ist eine Gerontokratie, das Durchschnittsalter liegt bei 45 Jahren. Der „schon länger hier lebende“ Deutsche ist im Schnitt wesentlich älter, aber dank der statistischen Verjüngungskur namens „Ersetzungsmigration“, die er seit 2015 im Rahmen jeder Bundestagswahl goutiert, zögert der greise Naseweiß sein kollektives Dahinsiechen hinaus. Ja, das klingt fürchterlich gemein, ich weiß. Aber es ist so. Sie wissen es, ich weiß es, die Grünen wissen es.
Und weil das so ist, hat diese Partei seit Jahren ein Profil entwickelt, das ihre Führung, ihren Mittelbau, ja überhaupt all ihre Wähler und Anhänger jung, frisch und dynamisch wirken lässt. Während in allen anderen Parteien, mit Ausnahme der FDP (Lindner feiert jeden 7. Januar seinen 39. Geburtstag), das Alte, das Verkalkte, das Verbitterte dominiert, warben die Grünen in ihren Wahlwerbespots mit jungen, aktiven, durch und durch deutschen Familien. „Bereit, weil ihr es seid.“ Das war, im Gegensatz zu „Deutschland, aber normal“ kein Satz, mit dem man sich vom Stammtisch verabschiedet. Es war eine Kampfansage.
Die späte Bundesrepublik rutscht in immer chaotischere Zustände ab. Es geht bei dieser Feststellung nicht um das dümmliche Heraufbeschwören eines Bürgerkriegs samt all seiner Implikationen (Tag X, Die Schlafschafe wachen auf, die große Abrechnung und so weiter und so fort) – nein. Stattdessen offenbart sich Tag für Tag ein immer größerer Widerspruch zwischen dem einerseits metastasierenden Machtapparat und den andererseits immer eklatanteren Problemen auf allen Gebieten. Die späte BRD vergreist nicht nur, ihr entgleitet auch der Gehstock, sie verliert ihre Potenz auf wirtschaftlichem, kulturellem, wissenschaftlich-technologischem und militärischem Gebiet. Alles, was mit dem leidigen Thema Masseneinwanderung zu tun hat, mal beiseitegelassen: Der entscheidende Graben, der sich durch die restdeutsche Bevölkerung zieht, ist eben nicht der zwischen Arm und Reich, Grünen- oder AfD-Wählern: Es ist der zwischen jungen Familien und alten Einzelgängern.
Linke, obwohl ebenfalls vergreist, wissen um diese Tatsache und bespielen daher – wie oben geschildert – die Jungen auf raffinierte Art und Weise. Rechte wollen das nicht wahrhaben. Genau hier liegt aber das Problem – man möchte sagen: das spezifische Problem der deutschen parlamentarischen Rechten, denn sie kann und will nicht verstehen, dass das Mobilisierungspotenzial der gängigen Empörungsthemen ausgeschöpft ist und keine Sau mehr über „Greta Thunfisch“, „Ricarda Kurz“ und „Trampolina Baerbock“ lacht. Das Einzige, was den Menschen in diesem Land noch wirklich an die Substanz geht, ist der Gedanke an die Kinder. Kinder sind die Zukunft – entweder man hat sie, oder man hat sie eben nicht.
Steinmüller hat im Gegensatz zu den vielen liberalkonservativen Empörungsbewirtschaftern offensichtlich eine Zukunft, sie hat diese nämlich durch ihre Mutterschaft aktiv eingefordert. Da spielt es auch keine Rolle, ob ihr Sprössling dank der privilegierten Stellung seiner grünen Frau Mama in einer weißen, sauberen Gated Community aufwachsen wird. Worauf es ankommt, ist, dass rechte Väter oder rechte Mütter ans Rednerpult treten und genau diese Zukunft, die Vision eines sicheren, vertrauensvollen und wohlorganisierten Deutschlands auch für ihre Kinder einfordern. Sie müssen das tun, mit oder ohne Babytrage. Die Familienpolitik nämlich weiterhin in den Händen linker Extremisten zu belassen und stattdessen weiterhin rumjammern, was diese aus unserem Land machen, ist das eigentliche Theater, das niemand braucht.


Leider machen es uns die Volksfeinde wieder einmal vor wie jede Mutter im Parlament stehen sollte. Wir sollten unsere Kinder wie fleischgewordene Heiligenbilder tragen, denn das sind sie nunmal weil sie allein unser Blut in die Zukunft tragen. Es ist mir ein tiefer Graus wenn ich rechte oder deutsche höre die sich mit allen möglichen flachen Ausreden aus der Vater- / Mutterschaft winden wie als wäre es eine Fessel die es abzulegen gilt. Das gute daran ist das ohne Nachwuchs dieser Schwachsinn den die Kinderlosen so propagieren für eine Weile in der Versenkung verschwinden wird bis es uns wieder einmal zu gut geht. Dieser Zyklus ist Dilemma und Trost zugleich.
Sehe da was ganz anderes, einen typischen Vertreter der heutigen Generation die in ihrer Angst irgendwas verpassen zu können alles gleichzeitig machen will und erwartbar am Ende wohl nichts davon wirklich gut machen wird.
Völlig in Ordnung wenn eine junge Mutter nicht bis zur angehenden Volljährigkeit warten will um ihrer anderweitige Karriere nachzugehen – aber dann sollte sich dafür der Vater haupttätig um den Nachwuchs kümmern. Oder Großeltern, weitere Verwandschaft und nahestehende Miteltern.
So bleibt am Ende vor allem ein Eindruck: Ein schlechtes Vorbild, und jemand der seinen Nachwuchs der nicht gefragt werden kann für die eigenen Interessen instrumentalisiert.
Vereinbarkeit von Familie & Beruf sieht anders aus, zumal die betreffende Dame privilegiert genug ist um es besser lösen zu können.
„Worauf es ankommt, ist, dass rechte Väter oder rechte Mütter ans Rednerpult treten und genau diese Zukunft, die Vision eines sicheren, vertrauensvollen und wohlorganisierten Deutschlands auch für ihre Kinder einfordern.“
Also, wenn man sich die AfD-Bundestagsfraktion anschaut: 151 Abgeordnete, davon nur 17 Frauen. Davon wiederum nur 10 mit Kind. Dürfte also schwierig werden ähnliche Szenen mit einer AfD Abgeordneten zu erleben. Da fehlt einfach schon zahlenmässig die Grundlage, Mädels.
Frauen haben in der Politik nichts zu suchen (Ausnahmen ändern nichts an der Regel).
Meine Meinung. Als Frau, Mutter und Großmutter.
@Leni Warum?