Die sozialistische Neigung des Deutschen drückt sich bekanntlich in der Überzeugung aus, dass Unrecht zu Recht wird, wenn es alle erleiden. Deswegen, und nur deswegen, hassen zwar die meisten Deutschen den mafiösen Medienkomplex, der unter der harmlosen Selbstbezeichnung „Öffentlich-Rechtliche“ firmiert, sehen sich aber dennoch außerstande, aus einer kollektiven Unmutsbekundung heraus ihre Rundfunkbescheide zu verbrennen. Stattdessen reden sie sich ein, dass der letzte „Tatort“ doch gar nicht so schlecht war (man ist vor der Flimmerkiste eingeschlafen), oder – was noch viel schlimmer ist! – sie loben Arte in den Himmel.
Arte, das sind einerseits diese diffusen Kunstfilme aus Osteuropa in Originalsprache (mit gelben Untertiteln!), in die „man mal reinschaut“ (oh, doch keine Brüste). Das sind andererseits aber auch unzählige Dokumentationen, die zu dem eisernen Gerücht geführt haben, dass der französisch-deutsche Nischensender mit seinen gut recherchierten und kulturell überaus wertvollen Beiträgen eine Bereicherung der deutschen Fernsehlandschaft sei. Sicherlich ist es dabei der französische Anstrich, diese überreizt prätentiöse Art, die der Spätbundesrepublikaner in Ermangelung eines gesunden Selbstbewusstseins für bewundernswerten Chic hält und die nicht selten zu dem überaus nervigen Ausspruch führt: „Dafür zahle ich gerne meinen Rundfunkbeitrag!“
Nein, nicht alles bei Arte ist schlecht. Aber eben sehr vieles. Die dezidiert linke Ausrichtung des Senders führt allzuoft zur völlig unkritischen Propagierung vulgärmarxistischer und antideutscher Narrative, wie etwa in diesem Fall:
Der ewige Midwit darf hier etwa der „taz“-Autorin Ulrike Herrmann andächtig lauschen, wie sie ihren üblichen, aus wissenschaftlicher Sicht absolut haarsträubendem Sermon verbreitet und nach 90 Minuten hält er dann die letzte erbauende Erzählung, die Nachkriegsdeutschland zu bieten hat, für widerlegt. Geschichte, vor allem deutsche Geschichte, das ist bei Arte dann letzten Endes doch immer nur die wechselnde Kulisse für dasselbe Theaterstück.
Der Kenner und Liebhaber guter Dokumentationen, der interessante Beiträge mit Tiefgang genauso schätzt wie unkonventionelle und kreative Ansätze der Darstellung, ist hingegen woanders wesentlich besser aufgehoben. Deswegen soll hier eine kleine Auswahl von Kanälen und kreativen Köpfen vorgestellt werden, die sich auf hervorragende Weise darauf verstehen, unsere Geschichte und Kultur lebendig werden zu lassen und mit einem frischen, unvoreingenommenen Blick zu vermitteln.
„Geschichtsfenster“ kennen wohl die meisten Leser der KRAUTZONE. Seit einigen Jahren veröffentlicht Andrej Pfeiffer-Perkuhn fundierte und reichweitenstarke Beiträge zu zahlreichen – im Grunde genommen allen erdenklichen! – Aspekten des mittelalterlichen Lebens. Obwohl Pfeiffer-Perkuhn sicherlich nicht im Verdacht steht, rechts zu sein, hat ihm seine Leidenschaft für die angeblich so dunkle und rückständige Epoche die Missgunst einiger Linker eingebracht. Dort, bei den Unwahren, Hässlichen und Schlechten beäugt man nämlich mit großer Skepsis das wachsende Interesse vor allem junger Menschen am Mittelalter. Dazu haben nicht zuletzt populäre Videospiele wie „Kingdom Come: Deliverance“ und „Manor Lords“ beigetragen – selbst die hat sich „Geschichtsfenster“ vorgenommen. Unbedingt reinschauen!
„The Kaiser’s Kitchen“ ist ein noch vergleichsweise kleiner Kanal, aber für uns als KRAUTZONE ist das kein Haar in der Suppe. Wo immer die traditionelle deutsche Küche wiederentdeckt wird und anstelle von Schnellfraßbarbarei ein schön gedeckter Tisch steht, sind wir dabei. Einziger Wermutstropfen: Die Videos sind auf Englisch. Daher in Amtssprache: Guten Appetit!
„Germania Magna“ stopft nicht nur die Wissenslücken, die unser miserables Bildungssystem hinterlassen hat. Der Kanal zeigt über die föderalen Grenzen hinweg, wie vielfältig unser Land und unsere Kultur sind – und das auch ohne eingeflogene Afghanen!
Finnian Garvey lebt den Traum. Der Ex-Soldat und Outdoor-Enthusiast hat sich die Gewandung eines germanischen Stammeskriegers umgeworfen, Speer und Schild geschnappt und ist den gesamten obergermanischen Limes entlanggewandert. Er schlief unter freiem Himmel, besuchte die zahlreiche Stationen und Museen, die auf dieser mehrere hundert Kilometer langen Strecke liegen, und falls ihm irgendein Römer über den Weg gelaufen ist, dann – na, das sehen wir dann auf seinem Instagram-Kanal.
Kriminalgeschichte erfreut sich großer Beliebtheit. In unzähligen Dokus und Podcasts werden alte Mordfälle beleuchtet. Obligatorische Triggerwarnungen und nerviger Neusprech vermiesen dabei allerdings allzu oft die Schilderungen jener dunklen und abgründigen Facetten des menschlichen Zusammenlebens. Nicht so bei „Crime Quarter“! Hier finden sich zahlreiche gut recherchierte und detailliert geschilderte Dokumentationen zu den bekannten, aber auch weniger bekannten Verbrechern, die in Deutschland ihr Unwesen trieben.
Am Ende landen wir dann doch bei Arte, zumindest in gewisser Weise. Denn „der korrekte Diener“, aka Hermann-Josef, ist das Residuum der Miniserie „Haus Kummerveldt“, die von Goldstoff Filme produziert, vom staatsmedialen Komplex geschmiert und schließlich von Arte ins Programm genommen wurde. Klappentext: „Zur Zeit des Deutschen Kaiserreichs will Luise von Kummerveldt als Schriftstellerin berühmt werden und arbeitet ehrgeizig an ihrem ersten Manuskript. Doch die patriarchalischen Strukturen machen ihr das Leben schwer, ebenso ihr engstirniger Bruder Veit. Und das Geheimnis um das Verschwinden ihrer Schwester Ida. – Höchste Zeit, aufzubegehren!“ Danke, kein Interesse. Außer eben an Hermann-Josef, der in einer Art Spin-off-Produktion die skurrilen Eigenheiten des Arbeitsalltags eines Dieners um 1900 präsentiert und das eben so gut macht, dass ich als Reaktionär wieder einmal GLATT AUSRASTEN KÖNNTE beim Gedanken, dass wir längst ein deutsches „Downton Abbey“ haben könnten und von Arte doch wieder nur so einen Müll wie „Haus Kummerveldt“ bekommen. Hermann-Josef, bringen Sie mir bitte das Laudanum.


Grundsätzlich guter Artikel,nur der letzte Kanal weißt leider gelegentlich historische Fehler auf,so erzählt der Herr in einem seiner Videos,es hätte im gesamten Kaiserreich ein Dreiklassenwahlrecht gegeben und nicht nur in Preußen.
Danke für den Hinweis!
„arte“ ist vulgär; eine teuere und plumpe Franzmannpropaganda. Das Format „28 Minuten“ fällt immer wieder durch deutschfeindliche Bemerkungen auf ; grundsätzlich begreifen sich die „arte“ Produzenten als Sprachrohr der franz.republik – als Hochleistungsdeutscher lasse ich mich nicht von französischen freimümmlern und deren Knechte belehren – diese überbezahlten Schlauberger sollen sich gefälligst um ihre ach so geliebten Problembürger in Nanterre kümmern .“arte“ muss weg und durch ein deutsches Kulturprogramm ersetzt werden .