Sankt Martin steht vor der Tür. Das Fest des heiligen Martin von Tours, der seinen Rock in zwei Teile schnitt und an einen Armen verschenkte. Jenes Fest der Kinder, an dem bunte Laternen unsere Straßen bevölkern, ein symbolischer Sankt Martin auf seinem Pferd voranreitet und süße Wecken und warmer Kakao am Lagerfeuer verspeist werden. Ein Fest, das jährlich pünktlich zum 11. November offiziell die Vorweihnachtszeit einläutet und signalisiert, dass es spätestens jetzt Zeit ist für Weihnachtsdekoration und Ausstechplätzchen.
Doch ähnlich wie es aktuell auch bei allerhand Weihnachtsmärkten der Fall ist, droht nun die nächste deutsche Tradition in Gänze aus dem Kalender zu verschwinden. Nachdem in einigen deutschen Städten, wie beispielsweise im nordrhein-westfälischen Overath oder in Kerpen bereits Weihnachtsmärkte abgesagt wurden, aufgrund zu hoher Kosten für Anti-Terror-Maßnahmen, fällt nun das nächste Volksfest und damit die nächste Tradition ins Wasser.
Im bayrischen Karlsfeld kann der beliebte Martinszug dieses Jahr nicht stattfinden, weil der lokale Pfarrverein den gestiegenen Sicherheitsanforderungen der Behörden schlichtweg nicht nachkommen kann. Auch in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens, wie beispielsweise im Münsterland, in Essen oder in Leverkusen wurden Martinsumzüge zu stehenden Martinsfesten umgewandelt oder sogar komplett abgesagt.
Nachdem bereits seit dem Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz die sogenannten Merkel-Poller das vorweihnachtliche Stadtbild prägen und voll bewaffnete Polizisten Patrouille laufen, haben sich die Sicherheitsvorkehrungen für derartige Volksfeste im vergangenen Jahr nochmals verschärft. Grund dafür sind vordergründig die beiden islamistischen Terroranschläge auf das Stadtfest in Solingen und den Weihnachtsmarkt in Magdeburg im vergangenen Jahr. In Solingen ermordete ein Syrer im August 2024 beim 650. Stadtjubiläum drei Menschen mit einem Messer und verletzte acht weitere Passanten zum Teil schwer. In Magdeburg steuerte der Saudi Taleb al-Abdulmohsen vier Tage vor Weihnachten einen Pkw in eine Menschenmenge, tötete dabei ein neunjähriges Kind und fünf Frauen und verletzte über 300 weitere Personen.
Neben derartigen Terroranschlägen hat sich die Sicherheitslage in Deutschland in den letzten Jahren allgemein drastisch verschlechtert. Im Jahr 2024 erfassten die Behörden täglich 79 Messerattacken. Doch anstatt das Problem bei der Wurzel anzufassen und an den Außengrenzen statt in den Innenstädten zu kontrollieren, überlegen sich unsere hiesigen Behörden und Politiker immer mehr neue Präventionsmaßnahmen, Vorkehrungen und Konzepte gegen Terror für Menschen, die sich ohnehin nicht an unsere Regeln halten. Die Kosten für Präventionsmaßnahmen wie Waffenverbotszonen, Merkel-Poller, zusätzliches Sicherheitspersonal und Absperrungen steigen ins Unermessliche, und deutsche Tradition stirbt mehr und mehr aus.


Braucht es wirklich eine hochoffizielle Organisation, Polizeigeleischutz, Notarztwagen und Feuerwehrlöschfahrzeug inklusive, um mit Lütten & Laterne durch die Gassen zu ziehen?
Wobei der Laternenreigen seit gut einem Jahrzehnt ohnehin nur noch ein müder Abklatsch früherer Zeiten ist: Wo einst zu selbstgesungenen Liedern sorgsamst die Laterne vor dem ausgehen oder abfackeln bewahrt wurde sieht man heute nur noch Knirpse die wild mit dem LED-Leuchtelement vom Chinaversand herumschwingen, auf den Kopf anderer inklusive, und die musikalische Untermalung kommt aus dem nächsten 5G-Sendemasten.
Tradition stirbt nicht durch Merkelpoller, Merzdildos und Messerartisten. Sondern weil diejenigen die sie einst geschaffen und gepflegt haben nun verkommen und vergessen lassen.