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Preis der Massenmigration – Weihnachtsmärkte hinter Panzersperren

17. November 2025
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Nachdem letzte Woche bereits in Städten wie Karlsfeld, Leverkusen oder Essen die traditionellen Martinszüge ausfielen oder zumindest in Sachen Tradition maßgeblich „entkernt“ und geschrumpft wurden, stehen nun diverse Weihnachtsmärkte kurz vor dem Aus. Aufgrund von Terrorgefahr und der angespannten Lage nach dem tödlichen Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt im vergangenen Jahr sowie dem Anschlag auf den Berliner Breitscheidplatz im Jahr 2016 haben die Behörden aufgerüstet und ihre Sicherheitsanforderungen noch weiter erhöht. Damit steigen auch die Kosten für Absperrungen, Betonpoller, Videoüberwachung und zusätzliches Sicherheitspersonal, was sich viele städtische Betreiber schlichtweg nicht leisten können. 

Vor dem Landgericht in Magdeburg begann vor wenigen Tagen der Prozess gegen Taleb al-Abdulmohsen. Dieser war am 20. Dezember 2024 mit einem Pkw in die Menschenmenge auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt gerast. Dabei kamen fünf Frauen und ein neunjähriger Junge ums Leben. 338 weitere Besucher wurden zum Teil schwer verletzt. Für die gesamte Verhandlung sind schon jetzt 50 Verhandlungstage angesetzt. Vor Gericht zeigte Taleb al-Abdulmohsen bislang keinerlei Reue. Demnach sei er am Tag des Anschlags frustriert gewesen und habe versucht, möglichst viele Menschen zu erfassen. Die Stadt Magdeburg hat in den vergangenen Wochen bereits hin und her überlegt, ob der diesjährige Weihnachtsmarkt trotz der Umstände stattfinden soll. Bis jetzt hält die Stadt an der Durchführung fest. 

In Overath hingegen wurde bereits vor Wochen bekannt gegeben, dass der dortige Weihnachtsmarkt dieses Jahr ausfällt. In Essen startete der Weihnachtsmarkt bereits am 2. November. Dort hat die Stadt noch mehr Wachposten geschaffen, deren Besetzung für die gesamte Öffnungszeit etwa 100.000 Euro kostet. In Hattingen hat die Stadt von sich aus rund 200.000 Euro aus Taschen des Steuerzahlers in die Hand genommen für die Anschaffung von 16 klappbaren und 20 festen Sperrelementen, die an den Außenpunkten des Weihnachtsmarktes platziert werden. Damit sollten die Betreiber finanziell entlastet werden. 

Doch nicht nur die Betreiber, auch die Besucher selbst sind immer skeptischer, ob sie aufgrund der angespannten Lage überhaupt noch einen Weihnachtsmarkt besuchen sollten. Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zufolge machen sich 62 Prozent der Befragten „etwas“ bis „sehr“ Sorgen vor einem Weihnachtsmarktbesuch. 35 Prozent der Befragten gaben an, gar kein Interesse mehr zu haben, über einen Weihnachtsmarkt zu schlendern. Neben den teuren Preisen für Lebensmittel und dem Menschengedränge ist auch die Angst vor Terror ein entscheidender Grund dafür, diese Tradition auszusetzen

Neben Sicherheitsanpassungen aufgrund von Terrorgefahr machen sich in einigen Städten andere abstruse Änderungen breit. Die Stadt Kerpen wollte den traditionellen Weihnachtsmarkt in „Genussmarkt“ umbenennen, was aufgrund von lautstarken Protesten der Bürger gerade noch so zurückgezogen wurde.

Unsere weihnachtliche Tradition ist auf dem Rückzug. Immer höher sind die Kosten für Sicherheitsmaßnahmen, immer abstruser die Ideen zur Modernisierung der Märkte. Unser Kulturgut wird immer weiter entkernt, die Märkte immer weiter eingepfercht durch Sicherheitsabsperrungen und Wachposten, bis am Ende kaum mehr etwas übrig zu bleiben scheint.

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