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Der Politmanager in der Krise

9. Januar 2026
in 3 min lesen

Es gibt Krisen und es gibt โ€žKrisenโ€œ. Eine Krise, also eine echte, spielte sich im Sommer 2021 im Ahrtal ab, das, wie bereits so oft in seiner Geschichte, vom Hochwasser heimgesucht wurde. Fรผr Tausende Menschen ging es um nicht weniger als Leib, Leben und Besitz. Hรคuser, Brรผcken und Autos wurden wie Spielzeug von den Fluten fortgerissen, Menschen kรคmpften um ihr Leben, รผber 700 wurden verletzt, 141 starben.

Im Anschluss an diese Tragรถdie gaben sich etablierte Politiker, Medien und Wissenschaftler viel Mรผhe, das Hochwasser in den grรถรŸeren Kontext der Klimakrise einzubetten. Diese sogenannte Klimakrise ist allerdings nur eine โ€žKriseโ€œ. โ€žKrisenโ€œ sind keine echten Krisen, bei denen der Mensch, vor allem der vollversorgte und rundum versicherte Mensch der Moderne, auf ein existenzielles, geradezu archaisches Minimum zurรผckgeworfen wird. Nein, โ€žKrisenโ€œ sind Werbekampagnen der Angst. Die „Klimakrise“ beispielsweise ist nichts anders, sie ihr Zweck liegt allein in der Rechtfertigung der Transformationspolitik.

Wehren sich kritische Wissenschaftler, Medien oder Politiker gegen diese Transformation, gegen diese fortlaufende Entrechtung des Individuums und gegen den Ausbau von undemokratischen und korrupten Governance-Strukturen, dann wird Druck auf sie ausgeรผbt. Dieser Druck ist โ€“ typisch fรผr den effeminierten, sozialdemokratisierten Managerstaat โ€“ einerseits soft, ja geradezu โ€žschwulโ€œ, andererseits dann aber doch von einer tiefen Boshaftigkeit beseelt.

Wellen der Empรถrung bauschen sich immer mal wieder gegen diese krisengestรผtzte Bevormundung auf, nur um dann schlaff in sich zusammenzufallen. Schon lange vor der KI-Revolution war eigentlich alles Fake. โ€žKrisenโ€œ sind Theaterstรผcke, in denen wir alle zuvor festgelegte Rollen spielen. Tragikomisch wird es erst dann, wenn einzelne Statisten nicht mehr aus ihrer Rolle herausfinden. Besonders deutlich zeigte das die „Coronakrise“. Man sieht tatsรคchlich noch hier und da jemanden im Bus oder der Bahn, der sein hageres Gesicht hinter einer FFP2-Maske verbirgt.

Wirklich interessant wird es eigentlich nur, wenn echte Krisen ausbrechen. Die im Ahrtal zum Beispiel, oder nun eben jene im Berliner Sรผden. Tagelanger Stromausfall, sehr wahrscheinlich wegen eines linksextremen Anschlags auf eine Kabelbrรผcke โ€“ es klingt beinahe wie aus einer Erzรคhlung von Tom Clancy. Nun war sie also plรถtzlich da, die echte Krise, und wieder einmal, wie auch schon 2021, stellte der Politmanager, dieser vรถllig auswechselbare Typus, der so charakteristisch fรผr die Spรคte Bundesrepublik geworden ist, seine absolute Nutzlosigkeit unter Beweis. Man fragt sich: Kann es denn so schwer sein wenigstens so zu tun, als ob man sich fรผr seine Leute einsetzt?

โ€žBitte noch gendern, ansonsten Freigabeโ€œ, kommentierte die damalige Grรผnen-Politmanagerin Anne Spiegel eine Pressemitteilung, in der einen Tag vor der Ahrtalflut versichert wurde, dass kein Extremhochwasser zu erwarten sei. Zu dem Zeitpunkt war die Feuerwehr bereits an zig Stellen im Einsatz. Vergangenen Samstag wurde CDU-Politmanager Kai Wegner rechtzeitig von dem Anschlag und dessen Konsequenzen in Kenntnis gesetzt. Es war zu diesem Zeitpunkt klar, dass etwa hunderttausend Berliner bei Minustemperaturen รผber mehrere Tage lang keinen Strom haben werden. Betroffen waren neben den Haushalten auch Supermรคrkte, Altersheime und Zรผge. Mittags fuhr Wegner zum Tennis โ€“ anscheinend ging ihm vรถllig das Gefรผhl dafรผr ab, dass er als Regierender Bรผrgermeister bei einer Krise solchen AusmaรŸes rund um die Uhr ansprechbar sein musste. Spรคter behauptete er, von zu Hause aus gearbeitet zu haben โ€“ eine Lรผge, die seine vรถllige Instinktlosigkeit kaschieren sollte. Sonntags besuchte er eine Notunterkunft, wollte Hรคnde schรผtteln, wurde beschimpft und verschmรคht.

Die echten Krisenmanager haben derweil den Berliner Sรผden wieder elektifiziert und dafรผr gesorgt, dass Mitglieder des Remmo-Clans nicht die Gunst der Stunde nutzen konnten, um einen Bankautomaten aufzubrechen. Einbruchs- und Plรผnderungsversuche hielten รผber die gesamten Tage hinweg rund 450 Polizisten auf Trab. Menschen innerhalb und auรŸerhalb Berlins halfen den vielen Tausend Betroffenen, stellten Strom, Nahrungsmittel und Schlafplรคtze zur Verfรผgung.

Wird es fรผr Wegner derweil Konsequenzen geben? Von seiner Berliner Fraktion lieรŸ er sich sein tadelloses Krisenmanagement bestรคtigen. โ€žEr hat die Krise gut gemanagt, er hat sich gekรผmmert, er war vor Ortโ€œ, versicherte irgendein CDUler im tadellosen Politmanagersprech. Doch Wegner ist angeschlagen, innerhalb und auรŸerhalb der Partei werden schon die Messer gewetzt. Aber auch das ist wieder nur Theater. Irgendwo darunter liegt eine weitere, eine echte Krise. Politmanager wollen bestimmen, was Max Mustermann sagt, liest, hรถrt, frisst, fรคhrt, wรคhlt oder denkt. Sie wollen kontrollieren, verwalten, managen. Was sie nicht wollen, ist, etwas aufbauen, erziehen, veredeln. Sie wollen herrschen, aber keine Verantwortung tragen. Deswegen kรถnnen sie keine echten Krisen, sondern allenfalls Theater. Und auch dabei geben sie eine schlechte Figur ab.

2 Comments Schreibe einen Kommentar

  1. Auf den Punkt gebracht. Schlimmer ist nur noch, daรŸ ein GroรŸteil der kontrollierten Gesellschaft das รผberhaupt nicht merkt.

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