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Nachruf auf Erich von Däniken

15. Januar 2026
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Erich von Däniken, Autor des bahnbrechenden Buches «Erinnerungen an die Zukunft» und Wegbereiter der sog. Prä-Astronautik, ist im hohen Alter von 90 Jahren verstorben. Er hinterlässt ein Vermächtnis dutzender Bücher, nebst deren Adaption in Film und Fernsehen, welche sich allesamt um das Thema drehten, welches seit über einem halben Jahrhundert seinen professionellen Werdegang prägte: Die Theorie, die einstmals als «Prä-Astronautik» geprägt wurde, und welche darlegt, dass die Menschheit in der Vergangenheit von Ausserirdischen besucht und beeinflusst wurde.

Es erübrigt sich zu sagen, dass die Theorie der Prä-Astronautik von der gesamten Mainstream-Wissenschaft abgelehnt wird, doch Erich von Däniken hat sein Leben lang seinen Standpunkt wider alle Gegenstimmen verteidigt; ohne Rücksicht auf sein eigenes Ansehen oder Prestige verteidigte er seine Ansichten und doppelte mit unaufhörlichen Recherchen und Forschungen nach, noch Ende 2024 reiste er zu diesem Zweck nach Ägypten und Jordanien, eine beachtliche Leistung für einen 89-Jährigen, die auch offenbart, mit welcher Motivation er seiner Leidenschaft nachging.

Die überlebensgrosse Persönlichkeit dieses Schweizer Urgesteins ist nicht nur in von Dänikens Forschungsarbeit und seinen ikonoklastischen Thesen zu ersehen, sondern gerade in jener Beharrlichkeit, welche gerade im heutigen Klima von geistiger Engstirnigkeit und intellektueller Gleichrichtung ihresgleichen sucht. Wer sich heute in der Gesellschaft umhört, geschweige denn in den Medien, findet kaum noch mutige Stimmen, die zu ihren Ansichten stehen, auch wenn diese den herrschenden Zeitgeistern, Narrativen, gar Dogmatismen widersprechen. Der Untertanengeist erstickt seit langem die Lebhaftigkeit des öffentlichen Diskurses, und gerade da fühlte sich ausgerechnet ein über 80-jähriger Erich von Däniken erst recht wie ein frischer Wind an.

In Erich von Däniken lebte der Geist der wahrhaftigen Wissenschaft, gar der Aufklärung selbst, jener faustische Drang, der vor keiner Annahme so skeptisch ist, wie vor jener, die etabliert und fest verankert wäre, und sie gerade deshalb auf die Probe stellen will, in bewusster Auflehnung gegen diesen geistigen inneren Schweinehund, der sich am liebsten auf den allgemein akzeptierten Wahrheiten ausruhen möchte.

Dieses Denken ist eine grossartige Verkörperung von Rousseaus Aphorismus: «Der Gehorsam, gegenüber dem Gesetz, das man sich selbst gegeben hat, ist die Freiheit.» In diesem Falle ist dieses Gesetz, dass man alles hinterfragen und zu seinen Folgerungen stehen soll, auch wenn diese nicht den Erwartungen entsprechen. Schaut man sich heute in der Welt der Wissenschaft um, so scheint es eher zu gelten, dass die Ergebnisse im Vornherein vorgegeben sind, und sie anschliessend begründet werden. Und die guten Wissenschaftler definieren sich dadurch, dass sie diesen vorangehenden Schlüssen unterstehen und sie nicht in Frage stellen.

Wer sich mit Erich von Dänikens Thesen ernsthaft auseinandersetzt, ohne sie bereits im Vornherein, dem szientifistischen Dogma entsprechend, verworfen zu haben, wird alsbald mit einer Anreihung archäologischer Mysterien konfrontiert sein, für welche zumal die konventionell wissenschaftliche Erklärung fast noch abstruser klingt, als die der Prä-Astronautik, seien dies nun hunderte von tonnenschweren Statuen aus hartem Vulkanstein, auf einer kargen Pazifikinsel von einer primitiven Kultur die nicht einmal Metall zu verarbeiten wusste hergestellt; oder eine unterirdische Stadt, die zehn Etagen tief in den steinernen Untergrund gemeisselt wurde und Platz für eine ganze moderne Kleinstadt bietet.

Erich von Däniken wagte angesichts dieser und endloser anderer Mysterien der Vorzeit eine These zu wagen, die buchstäblich weltfremd war, und untermauerte diese der wissenschaftlichen Methode folgend. Sein Vorgehen war sicherlich nicht immer makellos, wie schliesslich auch kein Mensch vollkommen und unfehlbar ist, jedoch bildete sich gleichsam ein Kern seiner Thesen aus, der sich hartnäckig hielt und hält, und eine weitreichende Disziplin der Prä-Astronautik ins Leben gerufen hat.

Erich von Däniken trat hierdurch gerade in einer Zeit, in der sich angesichts der Errungenschaften der Moderne die geistige Trägheit und die Hybris ausgebreitet haben, dass wir alles bereits wissen – dass wir gar wissen, was wir nicht wissen – in die Fussstapfen der aufgeklärten Denker, die das Zeitalter der Wissenschaft einläuteten, welches ironischerweise gerade zu dieser intellektuellen Dekadenz führen sollte.

Erich von Däniken ist mehr als ein Mensch, er ist, so paradox das in dieser rechthaberischen Welt klingen mag, ein Monument an das aufgeklärte Denken, bei welchem es nicht nur darum geht, ob eine These richtig ist oder nicht, sondern vor allem darum, dass man alle Möglichkeiten offenlässt und sie unvoreingenommen angeht. Denn nur mit dieser Voraussetzung kann auch neues Wissen entstehen.

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