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Der Beamtenstaat muss abgewickelt werden

21. Februar 2026
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Nachdem sich Beamte lange Zeit im Staatskรถrper vermehren konnten, immer im Gleichschritt mit dem Ausbau von Verwaltung und รถffentlichen Sektor, ist nun das Ende eines Zyklus gekommen. Dem Staat geht das Geld der anderen aus. Verzweifelt wird nach EinsparmaรŸnahmen gesucht. Die Klientel der Rentner hat man als nicht mehr hinnehmbaren Kostenfaktor identifiziert. In Folge der Diskussion kommt dabei, wenn auch verschรคmt und leise, die Ungleichbehandlung von Pensionsempfรคngern und Rentnern, zusammen mit der Idee einer gemeinsamen Kasse fรผr alle, aufs Tapet. Und schon werden sie wach, der Bรผroschlaf wird jรคh unterbrochen, der Beamtenbund zieht vom Leder. Neiddiskussion, populistischer Unfug, entlastet die Kassen nicht, kommt am Ende noch teurer, Beamte sind Bollwerke der Demokratie und unverzichtbar. Wer hรคtte anderes erwartet.

Nein, ich mรถchte hier nicht darรผber reden, warum die Schweiz ganz ohne Berufsbeamtentum auskommt. Wie ein solches Staatswesen รผberhaupt funktionieren kann, ist auรŸerhalb der Vorstellungswelt deutschen Denkens. Der Obrigkeitsstaat funktioniert seit PreuรŸen und Kaiserreich nur mit Beamten.

Das Thema Beamtenprivilegien ist toxisch. Sowohl im รถffentlichen als auch im privaten Bereich. SchlieรŸlich kann jeder Beamter werden, also nicht aufregen. Und Steuern zahlen sie auch. Wenn du darauf hinweist, dass sie die Steuern nur zahlen, damit sie sich besser fรผhlen, weil ihr ganzes Dasein steuerfinanziert ist, kannst du sicher sein, nicht mehr eingeladen zu werden. Das Streikverbot ist kein Nachteil, haben sie es sich doch als Trittbrettfahrer der Tarifverhandlungen des รถffentlichen Dienstes, bequem gemacht. Das Argument der schlechteren Bezahlung mag vielleicht fรผr die unteren Besoldungsstufen gelten, fรผr die oberen keinesfalls, vergleicht man die Nettobezรผge.

Die 22 Millionen Rentner kosten den Steuerzahler 120 Milliarden und 1,8 Millionen Pensionsempfรคnger kosten 90 Milliarden pro Jahr. Durchschnittsrente 1600โ‚ฌ pro Monat, Durchschnittspension 3200โ‚ฌ. Beamte gehen im Durchschnitt fast 2 Jahre frรผher in den Ruhestand als Rentner und sie leben im Durchschnitt deutlich lรคnger. Ein Pensionรคr kostet den Steuerzahler etwa so viel wie 10 Rentner. Alles Daten, die man durch geschickte Fragestellung jeder KI schnell entlocken kann.

Dass seit den 1950er Jahren bis zu 1000 Milliarden Euro aus der Rentenversicherung fรผr versicherungsfremde Leistungen entnommen wurden, die als gesamtgesellschaftliche Aufgaben eigentlich aus Steuermitteln zu finanzieren gewesen wรคren, interessiert heute niemand mehr. Alles Geld, was heute fehlt. Hรคtte die Rentenversicherung das Geld kapitalgedeckt ansparen dรผrfen, wรผrde sie heute รผber einen Kapitalstock von รผber 2 Billionen Euro verfรผgen. Aus diesem Kapitalstock wรคre der heutige Bundeszuschuss in seiner GrรถรŸenordnung weitgehend reduzierbar, wenn nicht zu ersetzen.

Egal, wie man es wendet, Demographie hin oder her, die Politik hat jahrzehntelang geschlafen und steht nun vor einem Scherbenhaufen. Jetzt soll der groรŸe Wurf gelingen. Eine Rentenkommission, besetzt mit โ€žExpertenโ€œ, soll es richten. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird das Ergebnis so aussehen: Rentenalter hoch, Extrazahlungen der zukรผnftigen Rentenempfรคnger in dubiose Zusatzversicherungen oder Kapitalmarktprodukte โ€“ wohlgemerkt selbst zusรคtzlich zu zahlen – Rentenanpassung nur noch an kreativ berechenbare Inflationsraten. Also Mehrbelastungen oder geringere Leistungen fรผr Rentner. Des Staates Lieblingsklientel, die Beamten, werden auรŸen vor bleiben. Das Berufsbeamtentum genieรŸt den besonderen Schutz des Artikels 33 des Grundgesetzes. Eine Abschaffung oder grundlegende ร„nderung ist Illusion. Artikel 33 scheint eine Art Ewigkeitsklausel zu sein. Die Beamtenlobby ist sehr gut organisiert, klagefreudig und bestens vernetzt. Rentner dagegen haben keine Lobby.

Es ist das generelle Problem politischer ร–konomie, dass langfristig sinnvolle Reformen kurzfristig unattraktiv sind fรผr diejenigen, die sie beschlieรŸen mรผssten. Es ist zu anstrengend und Politikerkarrieren wenig fรถrderlich.

Eine Zusammenlegung von Renten- und Pensionskasse wรคre die ersten 20 Jahre teuer. Der Steuerzahler zahlt doppelt, fรผr die alten Beamten gilt Bestandsschutz, fรผr die neuen Angestellten wรคren 20 Prozent extra Lohnkosten fรคllig. Nach 20 Jahren wรผrde der Kostenmix langsam kippen und nach 40 Jahren wรคren alle im neuen System. Der Steuerzahler wรผrde die Differenz zwischen Pensionskosten (einschlieรŸlich Hinterbliebenenversorgung und Beihilfen aktuell 50.000 โ‚ฌ) und derzeitig notwendigen Zuschuss zur Rentenversicherung (ca 6.000 โ‚ฌ ), sparen.

Aber welcher Politiker denkt schon im Zyklus von Jahrzehnten? Sie hangeln sich von Wahlperiode zu Wahlperiode. Das Parkinsonยดsche Gesetz ist in Deutschland zur materiellen Gewalt geronnen โ€“ Behรถrden wachsen unabhรคngig von Arbeitsaufgaben und Beamte schaffen sich gegenseitig neue Aufgaben. Zusammen mit dem Trivialitรคtsprinzip, wonach Gruppen unverhรคltnismรครŸig lange รผber Nebensรคchlichkeiten diskutieren, ist die behรถrdliche Arbeit in Deutschland bestens beschrieben und das Entstehen einer Staatsquote von 50% weitgehend erklรคrt.

Einzig sicher ist, dass dieser Staat niemals genug Geld haben wird. Wenn er spart, dann dort, wo der geringste Widerstand zu erwarten ist. Nicht zu erwarten ist, dass er sich von selbst verschlankt und Muskeln aufbaut. Staat, Parteien und Beamte sind in Deutschland zu einer einzigartigen Symbiose verschmolzen. Ein Teil stรผtzt den anderen. Einig in der Suche nach neuem Geld zum Systemerhalt. Es ist genug Geld vorhanden. 10 Billionen Euro haben die deutschen Bรผrger gebunkert. Dieses Geld ist bereits als neue Einnahmequelle markiert. Selbst die Ersparnisse und persรถnlichen Altersversorgungen werden vor staatlichen Zugriffen nicht mehr sicher sein. Die Niederlande machen es vor mit der geplanten Besteuerung von nicht realisierten Kursgewinnen.

Angeblich erleben wir eine Zeitenwende, das mag sein. Aber manche Dinge รคndern sich nie. Dieser Staat wird weiter verfetten, wie ein phlegmatischer Pykniker und seine Bรผrger weiterhin mit neuen Verordnungen, Gesetzen, Verboten und Abgaben drangsalieren und dabei wie ein Choleriker auf bรผrgerlichen Ungehorsam reagieren.

Dieser Staat hat andere Prioritรคten als eine gerechte Altersversorgung und Entlastungen der Bรผrger durch Senkung der Staatsquote. Die diesbezรผglichen Reden aus der Politik sind Ablenkungsmanรถver und Blรคhungen eines innerlich verwesenden Organismus.

2 Comments Schreibe einen Kommentar

  1. „Eine Zusammenlegung von Renten- und Pensionskasse wรคre die ersten 20 Jahre teuer.“ Wie haben die Schweizer das gelรถst?

    • Keine neuen Beamten mehr einstellen, dann lรถst sich das Problem der parallelen Alterskassen mittelfristig von selbst.
      Allerdings sinkt auch hierzulande der verbeamtete Anteil am รถffentlichen Dienst, aber am eigentlichen Kernproblem, des immer weiter verfettenden teuerzahlerfinanzierten Bรผrokratismus samt pseudoprivatisierten und GONGO-Satelliten รคndert das noch nichts.

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