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Das Freibad – Ein weiterer Schauplatz des „Clash of Civilizations“

4. Juli 2022

Von Marikka Wiemann

Neuere deutsche Filme sind ein Grund mich doch hin und wieder für meine Herkunft zu schämen. Gründe sind oberflächliche und vorhersehbare Geschichten, langweilige Dialoge und die immer gleichen Schauspieler wie Elyas M’Barek, Till Schweiger oder Hannah Herzsprung.

Der Film, der mir heute Anlass zu Pöbeln gegeben hat, hat meinen Blutdruck massiv ansteigen und mich fragen lassen, ob eine Obergrenze der Primitivität im deutschen Kino existent ist? Mir wurde, während ich auf Instagram gescrollt habe, ein neues Glanzstück des deutschen Kinos präsentiert. „Freibad“ lautet der klangvolle Titel dieses Meisterwerks und soll ab September im Kino ausgestrahlt werden. Neugierig wie ich bin, habe ich mir den Trailer angeschaut und war entsetzt, aber trotzdem nicht überrascht.

Wie der Titel bereits verraten hat, spielt er im Freibad und zwar in einem Freibad, dass ausschließlich für Frauen vorgesehen ist. In der Sommerhitze treffen deutsche Feministinnen und Türkinnen aufeinander, die ihre kulturellen Konflikte untereinander austragen. In einer Szene diskutieren beispielsweise eine Feministin und eine kopftuchtragende Türkin über das Taucheranzug-Outfit einer anderen Darstellerin. Im Laufe des Films gesellen sich zu der lustigen Truppe noch ein paar vollverschleierte arabische Damen und die Situation „eskaliert“. Die dunkelhäutige Bademeisterin kündigt entnervt und ein Mann tritt ihre Nachfolge an. Von der Quoten-Schwarzen zum „Quoten-Mann“. Da dieser Mann das einzig verfügbare männliche Objekt im Freibad ist, dauert es nicht lange bis sich der Konflikt auch auf ihn ausweitet. Frei nach dem Motto: „Halte bitte meine Ohrringe, wir bewerfen uns gegenseitig mit Wattebäuschen“. Auch Transvestiten durften in dem kunterbunten Chaos nicht fehlen…

Nach Anschauen des Trailers könnte man glauben, der Dresscode und ein kleiner Krieg zwischen Frauen um kulturelle Akzeptanz (und am Ende sogar um einen Mann) spiegeln die wahren Probleme in Deutschlands Freibädern wider. Der Film beruht auf wahren Geschichten, die sich so ähnlich in Freiburg in Deutschlands einzigem Freibad für Frauen zugetragen haben sollen.

Das deutsche Kino zeichnet sich neben den vorhin erwähnten Kritikpunkten durch ein Detail aus: Gesellschaftskritik. Gesellschaftskritik, die nur eine einseitige Betrachtungsweise zulässt. Angeschnitten werden meist real existierende Probleme, die dem Zuschauer anschließend als lustig und verharmlost verkauft werden. Die Durchschnitts-Almans wollen nicht mit kontroversen Themen belästigt, sondern mit leichter Unterhaltung bespaßt werden. Wenn es dann mal ernster werden könnte, sollte die Unterhaltung trotzdem noch im Bereich der politischen Korrektheit zu verorten sein. Nicht, dass sich noch jemand diskriminiert fühlt. Über die Medien gelingt es, die Menschen zu manipulieren und Probleme abzuwerten. Vorrangig sind die Grenzen der eigenen Toleranz das beliebteste Thema. Und ohne den Film jemals gesehen zu haben vermute ich, dass sich am Ende alle in den Armen liegen oder zumindest ihre Streitigkeiten begraben. Sozusagen die Filmversion der Geschichten aus dem Paulanergarten.

Trotz der angeblich wahren Geschichte des Films sind Konflikte zwischen Frauen maximal auf einem Nebenschauplatz zu beobachten. Mittlerweile dürften fast jedem die Videos, in denen sich Männer mit Migrationshintergrund Schlägereien im Freibad geliefert haben, bekannt sein.

Das Ausmaß der Fälle, in denen die Polizei tatsächlich einschreiten muss, wird immer verheerender. Im Sommerbad Neukölln in Berlin gab es am 26. Juni eine Schlägerei mit bis zu 250 Personen – angeblich ausgelöst durch eine Frau, die einen Mann angespuckt haben soll, der ihr daraufhin die Nase gebrochen hat. Andere Quellen berichten nichts von Anspucken, sondern von Bespritzen der Frau und ihren Begleitern mit Wasserpistolen, die zur Eskalation geführt haben. Genau eine Woche zuvor haben sich ähnliche Szenen in Berlin-Steglitz abgespielt, da waren es etwa 100 Menschen. Die Polizei und die Sicherheitskräfte waren gut beschäftigt, wie man sich unschwer vorstellen kann.

Der Deutsche beobachtet solche Szenen kopfschüttelnd und fragt sich, warum man Streitereien nicht einfach friedlich klären kann? Eine Frau, die von Bild interviewt wird bezeichnet die Prügelei als „Kindergarten“ und macht unter anderem die die Hitze verantwortlich.

Doch genau diese Haltung ist unser Problem. Es sind die völlig andere Kulturen und Mentalitäten, die die ausländischen Freibadbesucher mitbringen und die sich hin und wieder in handgreiflichen Auseinandersetzungen entladen. Ich will damit nicht sagen, dass wir diese Umstände einfach so hinnehmen und als unsere neue Normalität verstehen sollten. Wir müssen allerdings endlich begreifen, dass wir den Zugezogenen weder unsere eigene Mentalität noch unsere Wertevorstellungen ohne Weiteres überstülpen können.

Es bleibt abzuwarten, ob die Polizei das Problem in den Griff bekommt und an welchen Orten wir uns noch über ausgelassene Wasserschlachten mit unseren ausländischen Mitbewohnern freuen dürfen.

Gastautor

Hier schreiben unsere Gastautoren, bis sie sich in unserer klebrigen Mischung aus Hass und Hetze verfangen, und schließlich als regelmäßige Autoren ein eigenes Profil bekommen.


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