Am Samstag, den 15. April 2023, wurden gegen Nachmittag die letzten drei Atomkraftwerke in Deutschland vom Netz genommen. Damit hat die Bundesregierung den sogenannten Atomausstieg endgültig vollzogen und der circa 60-jährigen Geschichte der Atomenergie in der BRD ein Ende gesetzt. Seit den 80er-Jahren forderten vor allem die Grünen ein Ende der Atomkraft; sie sahen sich in den Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima in ihrer Ansicht, Atomenergie könne die Menschen in den atomaren Abgrund führen, nur bestätigt.
Dass die Ursachen dieser beiden Vorfälle nicht in der Technologie der Atomkraft selbst lagen, wird dabei gerne verschwiegen: Tschernobyl lag eine sowjetisch-sozialistische Misswirtschaft zugrunde, bei dem Unfall in Fukushima, der der Auslöser für den von Angela Merkel eingeleiteten Atomausstieg war, waren Erdbeben und Tsunami wesentlich zerstörerischer als das beschädigte Kraftwerk – zwei Faktoren also, die in Deutschland kaum eine Rolle spielen, sofern man den Atommeiler nicht direkt an der sturmflutgefährdeten Nordseeküste platziert. Zumal die deutschen Atomreaktoren zu den sichersten der Welt zählen dürften – im Gegensatz zu den Werken unserer welschen Nachbarn Belgien und Frankreich, über deren Sicherheitsvorkehrungen man sich tatsächlich mal Gedanken machen könnte…
Das Weltbild der Atomgegner in Deutschland über Kernkraft hat sich seit den 80ern nicht großartig geändert – sie sei schmutzig, unsicher und gefährlich. Dabei wird gerne (und sehr wahrscheinlich auch mutwillig) übersehen, welche Fortschritte diese Technologie in den letzten 40 Jahren gemacht hat. Reaktoren neuerer Art, zu deren Entwicklung auch deutsche Ingenieure beitrugen, sind nicht nur unglaublich sicher, ihr Müll lässt sich auch zum Großteil wiederverwenden. Die elendige Endlagerungsdebatte, eines der wichtigsten Hauptargumente der Atomgegner, wird damit obsolet.
Die Folgen für die deutsche Wirtschaft und damit für die Bevölkerung im Allgemeinen sind absehbar: Die Strompreise werden wohl steigen, die Energieversorgung wird unsicherer. E.ON etwa möchte den Grundpreis für eine Kilowattstunde um 45 Prozent erhöhen – und da dürften die fehlenden Atomkraftwerke noch keine große Rolle spielen. Hinzu kommt die große Farce: Im Winter beispielsweise, während der Gaskrise, wurden mehrere Kohlekraftwerke von der Bundesregierung reaktiviert – ja, genau, von der Bundesregierung, die die Kohlekraftwerke so dringend loswerden will. Die meisten liefen zwar nur bis März, aber man kann sich denken, was passiert, wenn es im nächsten Winter zu einer Wind- und/oder Sonnenflaute kommt und das Gas bis dahin auch nicht groß billiger geworden ist…

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Sollte man doch nicht die Kohlemeiler wieder ins Leben rufen, kauft man sich eben Strom aus dem Ausland, etwa aus Frankreich oder Polen. Und dieser Strom kommt, wer hätte es gedacht, aus der Kohleverbrennung oder der Kernenergie. Apropos Polen: Unser östlicher Nachbar will nicht mehr von der Kohle abhängig sein und plant den großen Atomeinstieg – mit Unterstützung durch amerikanische Gelder.
Ein weiterer Punkt, den der Atomausstieg in Deutschland aufzeigt, ist die Verlogenheit der Scheinopposition: Die CDU und auch ein bisschen die FDP sprachen sich gegen die Abschaltung der letzten drei Atommeiler aus. So wetterten Friedrich Merz und die beiden Ministerpräsidenten Markus Söder und Michael Kretschmer, allesamt Unions-Funktionäre, gegen die Atompolitik der Bundesregierung – dabei war es doch ihre Partei, unter ihrer Kanzlerin, die das Land erst in diese Misere gefahren hat. Bei den Feigenblatt-Liberalen kritisierte Wolfgang Kubicki den Atomausstieg, nachdem er selbst im Bundestag gegen einen Antrag zur Verlängerung der Laufzeit der Atommeiler gestimmt hatte. Hiermit wird klar, was schon lange offensichtlich ist für jeden, der mit offenen Augen durch die Welt läuft: Die FDP und die CDU dienen lediglich dazu, ein gefährlich hohes Wählerpotenzial für die AfD abzufangen und dem Establishment zuzuspielen.
Dieses Phänomen erleben wir ja bei allen anderen Streitpunkten genauso: Sei es Klimawandel, Gender, Migrationspolitik – bei jedem dieser Themen tut man so, als sei man dagegen oder nehme die „vernünftige“ Position ein, im Endeffekt bedeutet das aber nichts mehr als eine kleine Bremse auf der Fahrt in das linke Utopia. Und vergessen wir nicht, dass die konservativeTM Union in ihrer Zeit unter Merkel lauter linksgrüne Dinge umgesetzt hat: Energiewende, Grenzöffnung, Homo-Ehe, und so weiter. Umso frustrierender, wie viele sich noch von der schwarzen Schale täuschen lassen…
Die Abschaltung der Atomkraftwerke jedenfalls ist ein weiterer Sargnagel für die wirtschaftliche Stärke der Bundesrepublik. Als selbstsicherer Crash-Prophet will ich mich nicht inszenieren, doch ist absehbar, wie die Konsequenzen dieser Maßnahmen aussehen könnten. Die Selbstbeweihräucherung der Grünen und anderer Atomkraftgegner, zusammen mit der Möchtegern-Opposition, macht die Sache nur noch unerträglicher…

