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Die Schlinge zieht sich zu

12. Dezember 2021

Von Marikka Wiemann

Erst kam die Angst vor dem Sterben, die Angst vor dem Dahinsiechen an einem unbekannten Virus, dann die Angst etwas zu verpassen und die Angst vor „unnötigem“ Stress. Jetzt wird der letzte entscheidende Schlag gegen die restlichen störrischen Ungeimpften vorbereitet. Die letzte Angst wird die Angst um die Freiheit sein. Noch ist es eine Vorahnung. Aber der Strick um den Hals der Ungeimpften wird immer enger. Wir dürfen nicht mehr in Restaurants, nicht mehr ins Kino, nicht mehr shoppen gehen und selbst den Besuch im Baumarkt können wir vergessen.

Sicher, das sind alles Sanktionen gegen die ich meine Selbstbestimmung und meine Gesundheit nicht eintauschen werde, aber sie haben trotzdem einen unangenehmen Beigeschmack. 2G ist auch nur das Vorspiel für das, was uns tatsächlich erwartet und mittlerweile niemand mehr bestreiten kann. Seit in Österreich die Impfpflicht eingeführt wurde, kann niemand mehr bestreiten, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis den Deutschen das gleiche Schicksal blüht.

Gebrandmarkt, beleidigt, ausgestoßen

Den Ungeimpften soll das Leben so schwer wie möglich gemacht werden. Zusätzliche Ausgaben für Tests, Aufenthaltsverbote, Ausgangssperren und soziale Ächtung sind der Preis für Sturheit und Nonkonformität. Jedem tut etwas anderes weh, vermutlich sind die Einschränkungen deswegen so breit gefächert.

Ich habe noch Glück. Der Umstand, dass ich Schülerin bin, hat mir schon einige Male das Leben extrem erleichtert. Mein Schülerausweis ist mein vorläufiger Freifahrtsschein – zumindest was die 3G-Regelungen angeht. Ich kann trotz allem morgens mit der Bahn in die Schule fahren ohne einen extra Test zu benötigen.

Doch was ist mit den Berufstätigen, die auf die Bahn angewiesen sind oder mit denen, die unbezahlt in Quarantäne müssen? Wen interessieren diejenigen, die in der Gastronomie arbeiten und Kunden verlieren oder die, die ungeimpft keine Fahrschulprüfung absolvieren dürfen?

Was tun?

Doch was kann man dagegen tun? Gegen die Ausgrenzung und die immer schlimmer werdenden Maßnahmen? Nein, die Lösung kann nicht die Spritze sein. Es müsste ein Aufschrei durch die Massen gehen, aber der Deutsche ist zu träge und zu ängstlich sich zu wehren. Ich nehme mich da nicht aus. Der Deutsche hat die Biedermeiermentalität perfektioniert. Wenn er nicht gerade versucht, sich politisch korrekt zu positionieren, zieht er sich ins Private zurück und versucht „das Beste“ aus der Situation zu machen. Wir wollen bloß nicht auffallen oder anecken, das könnte unnötige Probleme verursachen.

Dabei müssten wir uns theoretisch gegen diese Ungerechtigkeit wehren und erkennen, dass solidarisches Handeln nur aus uns selbst passieren sollte und nicht aufgrund irgendwelcher Vorschriften. Welche Solidarität die Richtige ist, legt der Staatsapparat fest. Es ist ein Tanz auf einem Drahtseil zwischen den Abgründen des Impftotalitarismus. Die sich teilweise wöchentlich ändernden Maßnahmen und der Impfstatus entscheiden über den Grad der Freiheiten. Die Politik und die öffentlich rechtlichen Medien arbeiten unermüdlich an der Zweiklassengesellschaft.

Viele meiner Freunde sind bereits geimpft, viele erwartet demnächst die zweite oder dritte Impfung. Manche zögern noch, bevor der nächste Impfcocktail verabreicht wird. Dieses Zögern wird vermutlich nicht lange anhalten. Es wird schon nicht so schlimm sein, wenn sich alle den Schuss setzen lassen, oder etwa doch? Nun ja, es ist jedem selbst überlassen, ob er auf die Schwarmintelligenz vertrauen möchte, oder nicht. Ein Blick in die Geschichte nur ein paar Jahrzehnte zurück sollte zumindest zum Nachdenken anregen.

Ich habe zunehmend den Eindruck, dass es gar nicht mehr darum geht, die Menschen vor einem Virus zu schützen, sondern sie zu einer politisch und wirtschaftlich motivierten Impfung zu zwingen. Sie wurde als die ultimative Erlösung von der Pandemie verkauft, ist jedoch sehr wahrscheinlich unwirksamer und gefährlicher als gedacht. Der Virologe Streek glaubte beispielsweise nicht, dass die ach so wirksame Boosterimpfung die Lösung gegen die vierte Welle sei. Und die Stiko empfahl, Moderna nicht unter 30jährigen und Schwangeren zu impfen. Das Risiko einer gratis Herzmuskel-oder Herzbeutelentzündung sei bei diesen Personengruppen zu hoch.

Und sie lügen und lügen

Der ehemalige Gesundheitsdikator Spahn übte sich derweil in billigem Framing: er bezeichnete das Vakzin von Moderna als „Rolls-Royce“ unter den Impfstoffen und betitelt den beliebteren Impfstoff von Biontech/Pfizer als „Mercedes“. Vielleicht machte es ihm Spaß, die Bevölkerung hinters Licht zu führen oder aber, ihn trieb die Angst um seinen Thron an. Denn er war und bleibt für die geringeren Dosen, die von BioNTech bestellt wurden, verantwortlich.

Politiker wie Spahn oder Lauterbach werden weiterhin krampfhaft versuchen, das Lügengebäude aufrecht zu erhalten, bis es einstürzt. Sie verkaufen die Impfstoffe wie Ablassbriefe, nur um finanziellen Verluste zu vermeiden oder Fehler eingestehen zu müssen. Aber solange der Pöbel die Medizin schluckt, können Politiker und Pharmaindustrie tun und lassen, was sie wollen. Wer sich ausschließlich Tagesschau, Illner oder Interviews mit Lauterbach reinzieht, von dem kann man vermutlich kein differenziertes Denken erwarten. Das klingt vielleicht abfällig und auch ich kann die absolute Wahrheit nicht für mich beanspruchen. Ich weiß aber, dass man nicht alles glauben sollte, was einem aufgetischt wird.

Vor allem weil die Wahrheit so wandelbar ist wie das Wetter. Die Tatsachen werden jedes Mal verdreht, als wäre von Anfang an klar gewesen, dass man sich dreimal impfen lassen muss oder, dass die Impfung eine Erkrankung an Corona nicht verhindert. Als wären die Straßen nach einem heftigen Unwetter nicht mehr befahrbar, aber uns würde trotzdem versichert werden, dass doch die ganze Zeit die Sonne geschienen hätte.

Gastautor

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