Dr. Putin beendet Corona

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Ein Menschenopfer alleine tut es offenbar nicht mehr, jetzt werden größere Geschütze aufgefahren. So wie der Tod von Sankt Floyd die Pandemie wenige Monate nachdem sie die Weltbühne erobert hatte für einen Sommer wieder zum Erliegen brachte und weitestgehend masken- und abstandsfreie Großdemonstrationen in Berlin ermöglichte, ohne dass sich die Leichenberge türmten, wie es der Fall wäre, ließe man die Corona-Demonstranten von der Leine; genau so lassen sich die Virusgötter jetzt, knapp zwei Jahre später, erneut mit Blut beschwichtigen. Nur verlangen sie jetzt offenbar gleich einige Tanklaster von dem Zeug. Wenn diese Inflation so weitergeht, geht’s für den nächsten Friseurbesuch dann an die Erstgeborenen.

Mehr als 100.000 demonstrierten laut „Spiegel“ am Sonntag in Berlin, „dick eingepackt und mit einer Regenbogenmaske über der FFP2-Maske“ und mit dem „dringenden Bedürfnis, etwas zu tun gegen diesen fürchterlichen Krieg“. Diesen Monat sind aber nicht nur Regenbogenfarben angesagt, der neueste Schrei heißt blau-gelb. Gerne würde man mal einen von ihnen fragen, was da denn eigentlich los ist in der Ukraine. Ich hörte etwas von einem Geist? Einem Geist, der Schiffe beschimpft, oder so?

Die „Fick dich, russisches Kriegsschiff“-Märtyrer von der Schlangeninsel sind übrigens wohlauf, der Geist von Kiew ein klassischer Fall von Kriegspropaganda, und quasi alle Bilder des ukrainischen Präsidenten in Militärkluft, die in den letzten Tagen fleißig geteilt wurden, stammen von einer Grenzinspektion im letzten Jahr. Bleibt nur noch unsere letzte Hoffnung, der Bärenukrainer. Wenn die letzten Tage irgendetwas klar gezeigt haben, dann, wie ausgehungert die Leute gerade in unseren Breitengraden eigentlich nach Krieg sind. Zumindest nach den Nebenprodukten so eines Krieges, dem Pathos und den Heldensagen, und nicht zuletzt dem kathartischen Gefühl, auf der absolut richtigen Seite eines bedeutsamen Konflikts zu stehen.

Es gibt Leute, die haben sich von der Schlangeninsel-Kiste ein fucking Tattoo machen lassen. Westler, wohlgemerkt. Denen von unseren Medien gesagt wurde: „Jup, das ist euer Krieg. Dürft ihr haben, packt die Regenbogenfahnen aus dem Schrank und tobt euch aus, wir halten auch extra Corona für euch an, und Luisa Neubauer gibt Autogramme.“ Kein Witz übrigens, auch sie unterbrach die Produktion ihrer Aufzugsselfies gegen Putin und kam auf ‘nen Sprung in die Hauptstadt, um „als friedenssichernde Maßnahme“ den radikalen Umstieg auf erneuerbare Energien zu fordern.

Wie nahtlos sich solche neuen Elemente in die bunte Suppe der medial kontrollierten Narrative einflechten lassen und wie bereitwillig die breite Masse der Politreligiösen sie ohne zu zögern auslöffelt, das ist schon ein fesselndes Schauspiel. Es wirkt so beliebig. Hätte man vor zwei Jahren gehört, dass Stoff im Gesicht, Spritzen und die Ukraine zu identitätsstiftenden Bausteinen der wahrgenommenen Mehrheitsgesinnung werden würden, hätte einen das wohl ziemlich verwirrt. In 24 Monaten trägt man hier schon Niqab? Das geht aber fix. Der Rest hätte den Eindruck gemacht, die Seekühe, die laut „South Park“ die Witze für „Family Guy“ schreiben, indem sie nach Zufallsprinzip drei Bälle mit beliebigen Begriffen aus dem Aquarium werfen, würden die Geschicke der Zivilisation lenken. Sollte 2024 die Welt noch stehen, dann tippe ich auf Küken mit winzigen Partyhüten, das Jonglieren mit hart gewordenen Mohnbrötchen und die Farbe Türkis als moralische Identifikationssymbole des Mainstreams.

Um noch mal kurz etwas ernster zu werden: Wir sollten meiner Meinung nach dem Drang widerstehen, sich in dieser Sache vorschnell mit glühendem Eifer auf eine Seite zu schlagen; sei es die des vielem, was uns an westlichen Gesellschaften ankotzt, genauso feindlich gegenüberstehenden Russlands oder die der tapfer ihr Land gegen eine Invasion verteidigenden Ukrainer. Ich sehe hier, als jemand, der in der Thematik gerade mal mit den Zehenspitzen drinsteckt, vor allem ein enormes Verwerfungspotenzial, und noch mehr Spaltung, wie wir sie genauso auf der linken Seite momentan beobachten, ist das Letzte, was wir brauchen. Der zentrale Konflikt ist kulturell und geschieht vor unserer Haustür in den Köpfen. Was ich hoffe, ist, dass das Ganze nicht zu einem innerrechten Kleinkrieg ausartet und nicht immens davon ablenkt, die für uns zentralen Themen weiter durchzuboxen.

Man muss auch bedenken: Eine der Aufgaben der Gegenöffentlichkeit ist es naturgemäß auch, das abzubilden, was im Mainstream ausgelassen wird, und da dieser im Ukraine-Krieg einen klaren Favoriten hat, wird das häufig darauf hinauslaufen, Dinge zu zeigen, die eher ins russische Narrativ passen, und (vermutlich ausschließlich proukrainische) Falschmeldungen unserer Medien aufzudecken, aber ich persönlich werde versuchen, mich nicht viel deutlicher zum Konflikt an sich zu positionieren als: „Also, diese ganze Ukraine-Russland-Sache, hm. Also, ich weiß ja nicht. Hm. Tjaja.“ Wird mir schwer genug fallen, wo es jetzt erst mal um kaum etwas anderes gehen wird in den Medien. Ein kluger Mann hat einmal gesagt: „Das erste Opfer des Krieges ist der rechte YouTuber auf Themensuche für seinen Podcast. Worte, die zum Nachdenken einladen.

3 Comments

  1. Sehr schön analysiert. Ich hätte nicht gedacht, dass so ein Thema das rechte Lager in derartige Spannung versetzt. Wir werden wohl sehen, ob es dadurch zu einer nötigen Selektierung wahrhaftig Gleichgesinnter oder zu einem vernichtenden Bruch kommt. Ich bin gleichgültig der Thematik gegenüber und appelliere an jeden Rechten, das ebenfalls zu sein, denn in diesem Konflikt werden keine deutschen Interessen verteidigt. Zumindest sollten sie es nicht. Wie ein schlauer Mann mal sagte “Pee is stored in the balls”. Danke Schlomo.

  2. Oh mann. “Wohlauf” heißt also zumindest teilweise am Leben und in Kriegsgefangenschaft, ja? Dass die Rechten der russischen Propaganda derart auf den Leim gehen, dass man 90% der Szene mit einem klebrigen Zeigefinger wiederholt dauerhaft Russland in den Arsch schieben konnte, die uns und die Ukrainer als schlimme Nazis beschimpfen, fällt dir auch nicht auf, oder? Dass in deinem Forum und auf den vielen Telegram-Kanälen sich überboten wird, wer sich am tiefsten bückt, wenn die Russen endlich auch zu uns kommen, nie von gehört? Klar, die gendern nämlich nicht bei völkerrechtswidrigen Kriegen, und keine Unisextoiletten im Gulag. also eindeutig Freunde! Außerdem, wo gibt es denn alternative Medien, die NICHT für Putin trompeten?

    Ja, das ist nur begrenzt unser Konflikt, aber jeder, der immer noch Putin anbetet, würde sich ohne weitere Prüfung für die Klapsmühle qualifizieren. Alternativ kann man auch in Russland gegen Covid-Maßnahmen demonstrieren und dafür 7 Jahre in den Knast gehen, quasi Urlaub! Idioten vortreten!

    • Wer erinnert sich denn noch daran?:
      Das war nämlich so damals:
      „„Am 24. Januar 2005 wurde Julija Tymoschenko zur Ministerpräsidentin der Ukraine ernannt. Am 4. Februar wurde ihre Ernennung vom Parlament mit einer noch nie so überwältigend großen Mehrheit von 373 Stimmen (bei 226 notwendigen) bestätigt.
      Tymoschenko, die zierliche blonde Frau mit den Haarschnecken über den Ohren, genoss das größte Vertrauen in der ukrainischen Bevölkerung, welches je ein Politiker dort genossen hat.
      Bereits im September, als Tymoschenko auch offiziell dem Mehrheitswunsch der Ukrainer, näher an Russland zu rücken, aber keine Mitgliedsbündnisse des Westens anzustreben (Nato u. EU-Mitgliedschaft) entsprach, begann ganz plötzlich und unerklärlich ihr Absturz, der mit der Auflösung ihrer Regierung durch Juschtschenko endete.
      Präsident Juschtschenko verlor durch diese Entlassung, die den Mehrheitswillen der Bevölkerung nicht widerspiegelte, massiv an Zustimmung.
      Bei den Parlamentswahlen am 30. September 2007 wurde Tymoschenko am 18. Dezember 2007 erneut als Ministerpräsidentin vereidigt.
      Der offen mit dem Westen liebäugelnde Präsident Juschtschenko torpedierte die Regierung Tymoschenkos von Beginn an massiv.
      Tymoschenkos Entscheidung im Jahre 2012, der EU offen und freundschaftlich gegenüber zu stehen, den engen Partner aber weiter in Russland zu sehen, brachte wohl das Fass zum Überlaufen.
      Innerhalb von nur wenigen Wochen nach dieser Entscheidung brachen in der Ukraine, plötzlich und für Beobachter völlig überraschend und unerklärlich, schwere Unruhen aus, die die ohnehin international extrem geschwächte Tymoschenko aus dem Amt fegten.
      Sie wurde noch dazu wenige Tage später verhaftet und unter den windigsten Begründungen angeklagt.
      So wurde sie dann auch verurteilt, weil sie angeblich Einfluss auf juristische Verfahren nahm, indem Sie höchste Richter bestochen/bedroht haben soll. Ein Urteil, was durch internationale Ermittler als absolutes Fehlurteil benannt wurde.
      Das nächste Verfahren gegen sie wurde wegen Steuerhinterziehung, Geldwäsche usw. geführt; auch hier wurde sie verurteilt, obwohl selbst internationale Gerichtsbeobachter feststellten, dass Verfahren wie Urteil, noch nicht einmal ansatzweise einer juristisch neutralen Überprüfung standhalten würden.
      Es waren also politische Urteile, die eine Politikerin aus dem Weg räumten, die, dem Wunsch ihres Volkes entsprechend, die Ukraine brüderlich an Russland gelehnt haben wollte.
      Nachdem Tymoschenko aus dem Weg geräumt war, begann in der Ukraine das blanke Chaos, einhergend mit immer neuen Unruhen, die die Ukraine aber tatsächlich immer weiter weg von Russland, hin zur Nato und EU führten.
      Nationalsozialisten und Faschisten übernahmen letztendlich das Regime, kleideten sich in Uniformen mit Hakenkreuzen und SS-Zeichen, nannten ihre Einheiten nach Wehrmachtsverbänden und führten die Ukraine weg von Russland, hin zur Nato.
      Die Bevölkerung selbst leidet extrem unter den Neonazis.
      Alle weiteren Entwicklungen in der Ukraine nach Tymoschenko könnt Ihr Euch mit wenigen Klicks aus dem Internet selbst raussuchen.
      Fakt ist, dass die Ukraine, nachdem Tymoschenko sich dem Wunsch der Bürger entsprechend, hin zu Russland, etwas weg vom Westen, entschied, das Land in einen internen Bürgerkrieg rutschte… Was für ein Zufall aber auch.
      Die USA und die NATO fluteten jetzt das Land mit Waffen, Soldaten und Munition.
      Einzig Trump unterbrach diese Spirale der Provokationen gegen Russland, die nach seinem Weggang aber wieder volle Fahrt aufnahm.“

      Danach kann man den Ganser Vortrag von 2015 ansehen und kann den US Einfluss deutlich erkennen….

      Ja es dauert a bisi bis man die letzten 10 Jahre Ukraine ad Karte hat.
      NICHT UNSER BIER ist der sinnvollste Satz momentan und man muss ja nicht gleich zu wem halten wie in einem Boxkampf,oder? Bei einem konflikt stirbt die wahrheit zuerst und mitunter kommen neuigkeiten ans Tageslicht die vieles verändern. Seid froh keine meinung haben zu müssen ! Das ist schön !

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