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Ein normaler Tag in der Frauensauna

9. Juni 2022

Bevor ich mich in der nächsten Kolumne mal wieder einem etwas anspruchsvolleren Thema widme, werde ich heute noch eine kleine, aber vielleicht nicht ganz uninteressante Posse aus dem Absurditätenkabinett der spätbundesrepublikanischen Dekadenz vorstellen. Wir alle kennen wahrscheinlich schon unseren geschätzten Volksvertreter Tessa Ganserer. Falls nicht: Er heißt eigentlich Markus Ganserer, ist seit 2021 Abgeordneter für die Grünen im Bundestag und damit einer der ersten Transsexuellen im deutschen Parlament – neben Nyke Slawik, ebenfalls Mitglied bei den Grünen (wer hätte es gedacht?).

Nun war Tessa beziehungsweise Markus vor ein paar Wochen schon stark in den Medien präsent, da er in einer Bundestagsdebatte von Beatrix von Storch mit seinem bürgerlichen Namen – „Markus“ also – angesprochen wurde, woraufhin sich sowohl die linken Kräfte als auch die mit ihnen verbündeten Medien gierig auf die AfD-Frau (sie ist diesmal tatsächlich eine…) stürzten. Nun denn, darum soll es heute nicht gehen – vielmehr darum, was sich Ganserer diese Woche geleistet hat.

Kennt ihr den Podcast „splitterfasernackt“? Ich auch nicht. Aber anscheinend handelt es sich hier um ein Projekt zweier linksliberaler Damen – Jutta und Lea heißen sie –, bei welchem sie in der Sauna sitzend mit ihren Gästen über Themen quatschen, die das linksliberale Klientel eben so beschäftigt: Patriarchat abschaffen, irgendwas mit Sexarbeit – und natürlich Transfeindlichkeit. Gast in dieser Folge war – natürlich – Tessa Ganserer. An sich nicht der Rede wert, und ich werde euch natürlich von dem Inhalt dieses Podcasts verschonen (es ging wohl darum, dass Tessa sich nicht in Frauensaunas traut, weil, na ja, er nun mal keine ist…).

Was aber im Rahmen dieser Folge als Werbung entstand, sollte ein wenig zu bedenken geben. Ist es je in der Geschichte der Bundesrepublik vorgekommen, dass sich ein Abgeordneter des höchsten Parlaments derselben hat halbnackt ablichten lassen? Nicht, dass ich wüsste. Nun ist es passiert. Für das Instagram-Profil des Podcasts lässt sich Ganserer mit viel nackter Haut ablichten, nur die Brüste sind halb- und der Schambereich ganz bedeckt. Durchaus aufreizend – also, wäre Ganserer, nun ja…, ansehnlich.

https://twitter.com/nichtsarer/status/1534141968321761280?t=QESpuZzjz_lAMlBQCrB_aw&s=09

Gegen nackte Körper ist eigentlich nichts einzuwenden, mir selbst geht die Erotisierung und Sexualisierung von nackten Körpern ziemlich auf den Geist – gerade, wenn dann auch noch eine angebliche homoerotische Neigung zwischen Männern in die Nacktheit hineininterpretiert wird, wie es Linke gerne mal tun. Aber ein Abgeordneter, der die Würde des „Hohen Hauses“ repräsentieren soll, darf sich einfach nicht (halb-) nackt, auf diese Weise, ablichten lassen. Aber gut, wozu aufregen? Erstens wurde dieses „Hohe Haus“ eh längst seiner Würde beraubt, und zweitens sollte es keinen Transsexuellen in der Politik geben. Was rede ich hier also von Würde eines Abgeordneten? Die ist doch eh nichts mehr wert; man kann Meth konsumieren wie Volker Beck, in TikTok-Videos herumhüpfen wie Emilia Fester oder eben sich als Transe outen und sich halbnackt fotografieren lassen. Die Würde interessiert niemanden mehr. Von daher: Genießen Sie, lieber Leser, die Dekadenz, den Zerfall und die Entwürdigung alles Heiligen in Echtzeit, solange Sie noch können…

Fridericus Vesargo

Aufgewachsen in der heilen Welt der ostdeutschen Provinz, studiert Vesargo jetzt irgendwas mit Musik in einer der schönsten und kulturträchtigsten Städte des zu Asche verfallenen Reiches. Da er als Bewahrer einer traditionsreichen, aber in der Moderne brotlos gewordenen Kunst am finanziellen Hungertuch nagen muss, sieht er sich gezwungen, jede Woche Texte für die Ausbeuter von der Krautzone zu schreiben. Immerhin bleiben ihm noch die Liebesgrüße linker Mitstudenten erspart…


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