Elite in der AfD?

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Was für ein Drama sich in der letzten Woche wieder um die AfD abgespielt hat! Die ARD veröffentlichte eine „Dokumentation“ über die „AfD-Leaks: Die geheimen Chats der Bundestagsfraktion“. Die Journos machen richtig Lärm um diese 45 Minuten peinlicher Recherche, doch am Ende gab es ihn nicht wirklich, den großen Knall: Wirklich schlimme Dinge gab es in diesem Chat nicht. Offenbar findet die AfD die Regierung blöd und mag einige Politiker der Altparteien nicht, wer hätte das ahnen können? Auf Twitter finde ich weitaus schärfere Worte (ja, selbst meine Kolumnen sind besser gewürzt als die veröffentlichten Chatnachrichten), und Gott stehe mir bei, wenn in dieser Gesellschaft mal meine Leichen auf Telegram ans Licht kommen. Als Journo käme ich mir jedenfalls ziemlich dumm vor, wenn ich 40.000 Nachrichten durchlesen müsste und das Beste, was ich finden kann, die Bezeichnung „böser Wicht“ für einen SPDler aus dem Bundestag wäre…

Dennoch, so harmlos und erwartbar die Leaks jetzt waren, die ARD-Leute werden ihr Ziel erreichen: Der gemeine Bundesbürger wird die AfD weiterhin als böse Partei wahrnehmen, nun mit dem Zusatz, dass sie auch noch über ihren politischen Gegner lästert (als ob das etwas Ungewöhnliches wäre). So weit, so normal in der späten Berliner Republik. Was mich wirklich hieran stört, sind zwei Dinge: Erstens, wie kann man so naiv sein und seinen Gedanken in einer WhatsApp-Gruppe freien Lauf lassen? Sie hätten ja wenigstens auf Telegram gehen können, diese verdammten Boomer! Nach all der Schikane und Verlogenheit der Gegner hätte man zumindest ahnen können, dass dieser Chat irgendwann durchleuchtet und gegen einen verwendet werden wird. Es wird ja wohl nicht so schwer sein, sich einmal zusammenzureißen? Aber anscheinend siegt der innere Boomer doch immer wieder… Und zweitens: Ich habe mir diese blöde Doku tatsächlich gegeben und ganz angeschaut. Da haben tatsächlich AfD-Leute den Feindzeugen gespielt und den Journos das Zuckerbrot aus der Hand gefressen, um die Peitsche nicht spüren zu müssen (die sie ohnehin spüren werden). Allen voran taten dies die LibKons wie Joana Cotar – auch das war erwartbar. Ebenfalls negativ aufgefallen ist mir das Verhalten von Stephan Brandner, einem wahren Proleten im negativsten Sinne des Wortes. Diese Leute machen mir einmal wieder deutlich, dass es eines elitären Zirkels bedarf, der geschlossen auftritt und keinerlei schlechtes Verhalten dulden darf, wollen wir in diesem Land noch was ändern. Mit Leuten wie Cotar – die sich lieber um ihr Image bei den Feindmedien kümmert, anstatt konsequent die Ingroup-Preference, also die Treue zur eigenen Truppe zu leben – und Brandner – dessen dumme Pöbeleien (wenn er es wenigstens auf hohem Niveau machen würde…) uns wie Tölpel aussehen lassen – kommen wir jedenfalls nicht weit. Gegen sie persönlich hege ich natürlich keinen Groll; für eine Elite sind sie aber nicht geeignet. Sie müssen ihren Platz woanders finden. Das haben die jüngsten Ereignisse einmal wieder mit aller Deutlichkeit bewiesen.

2 Comments

  1. Sehr guter Beitrag.
    Doch in einem Punkt muss ich widersprechen! Ich finde, in der Dokumentation hat Stephan Brandner ein gutes Bild abgeliefert. Wie sonst hätte man auf die Fragen reagieren sollen? Ich denke sich ständig dafür zu entschuldigen oder sich von allen/alles zu distanzieren führt zu nichts. Eine Geschlossenheit nach außen abzugeben, hat höchste Priorität. Das kann auch meines Erachtens gerne humorvoll sein.
    Zumal Herr Brandner häufig das sagt, was sich viele Wähler auch denken. Die meisten Wähler sind wohl keine Professoren, sondern einfache arbeitende Menschen mit echten Problemen.

  2. Pseudoelitäres Einbildungsbürgergewäsch gibt es schon von den Lieblingen der Prenzlaubergplagenblase genug, die große Mehrheit der potentiellen Unterstützer bekommt man mit derart affektiertem Auftreten nicht überzeugt – die einen durchschauen es und achten dann noch mehr ob hinter den Phrasen überhaupt Substanz steckt, und die anderen verstehen es sowieso nicht und fühlen sich erst recht außen vor.
    Da ist mir der Brandner deutlich lieber: Laut und polternd im Ton, aber – wie man gut an den zähneknirschenden Reaktionen seiner größtenteils unwilligen Zuhörer sieht – stets mit einem harten Kern der mitten ins Schwarze trifft.

    Unabhängig davon braucht es dennoch auch überzeugte und tugendfeste Vordenker, nur aus der Verbindung von beidem kann eine vorwärtsgewandte und zugleich mitten in der Gesellschaft verwurzelte Bewegung auf Dauer bestehen. Es wäre allerdings töricht darauf zu hoffen daß diese außerhalb des eigenen Umfelds halbwegs nennenswerte Aufmerksamkeit erfahren – dazu ist der Medienbetrieb als auch die von ihm gefütterte Gesellschaft zu sehr auf schnellen Konsum und spektakulären Krawall fixiert als daß es sich lohnen würde seine Perlen vor solche Säue zu werfen.

    Die devote Anbiederei weiter Teile der Partei erinnert hingegen an traurige Hunde:
    So oft sie von ihrem sie im Grunde ablehnenden Herr*_Innchen getreten werden, sie rennen dennoch weiter immer wieder mit devoter Bettelgeste wieder hin um sich das nächste Häppchen Aufmerksamkeit erhoffen zu können.
    Echte Herrentiere sind statthaft und würden sich das nicht bieten lassen, nur degenerierte Schoßhunde verhalten sich so.

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