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Heult nicht!

10. Februar 2022

Unglaublich, die BILD schwingt sich zum Anwalt des einfachen Volkes auf. Ausgerechnet. Nachdem man noch vor wenigen Monaten kurzzeitig den Eindruck haben konnte, diese Zeitung würde tatsächlich im Begriff sein, ihre journalistischen Pflichten erfüllen zu wollen und den Herrschenden ein wenig auf die Finger zu schauen, wurde man schnell enttäuscht. Verlagschef Döpfner, ein großes Vorbild, hat den aufsässig gewordenen Chefredakteur Reichelt unter fadenscheinigen Umständen in die Wüste geschickt und das Blatt wieder auf Linie gebracht, auf Regierungslinie. Der Mann musste weg, hat zu oft die Wahrheit gesagt. Seitdem ekeln sich die Fische, wenn man sie in diese Zeitung einwickelt.

Wen heult ihr an?

Jetzt schwingen sich diese Opportunisten in den Redaktionsstuben zu Anwälten des Volkes auf und verdrücken Krokodilstränen. Große Überschrift – wenige Stunden online, dann hinter Bezahlschranke verschwunden:

“Sprit, Strom, Einkaufen, Wohnen +++ Alles immer teurer+++Bürger klagen in Bild+++

„Kanzler, wir können uns das Leben nicht mehr leisten“

Was soll das sein? Ein Aufruf? Eine Anklage? Ein Jammerbrief? Wie einstmals Bittstellungen an Majestät oder den Führer oder Eingaben an das Zentralkomitee? Unser Kanzler soll uns helfen. Unser aller Olaf. Lachhaft. Der ist auf Tauchstation – sich selten machen heißt, sich wichtig machen – und lächelt schelmisch mit seinen verschmitzten Äuglein (manche sagen der Blick wäre verschlagen, aber das ist üble Rede).

Kanzler bitte hilf uns! Wie infantil und demütigend ist diese Überschrift eigentlich? Da heult ihr besser den Mond an. Haben die Leute, die jetzt jammern es wirklich nicht gewusst? Es nicht kommen sehen? Ich verstehe es nicht. Was will man auch verlangen von Leuten, deren Fernseher regelmäßig größer als ihr Bücherregal ist?

Selbst schuld

Jetzt lassen sich gutgläubige Menschen von einer verlogenen, Tränendrüsen drückenden Zeitung instrumentalisieren. Die Zeitung, die sie regelmäßig lesen und die bisher nichts, aber auch gar nichts dazu beigetragen hat, den Bürgern klar zu machen, was sie erwartet, wenn sie wählen was uns jetzt vier lange Jahre schikanieren wird.

Sie haben es uns doch gesagt, was sie wollen! Umbau des Landes! Nichts wird dabei ausgenommen. Deindustrialisierung, insbesondere der Energiewirtschaft. Massenhaft Neusiedler, die in der Hauptsache nur Kosten verursachen. Mangelwirtschaft. Weniger ist mehr.

Dazu Gelddrucken ohne Ende. Sind wir wirklich so beschränkt, dass wir glauben, diese Geldmengen würden nicht irgendwann den Weg in die Realwirtschaft finden? Die Leute haben zu viel Geld, nicht zu wenig. 7300 Milliarden angespart, diese Geiznickel. Nun gut, etwas ungleich verteilt, aber das Geld muss weg. Entweder Hyperinflation und es ist mit einem großen Knall alles weg oder man lässt die Luft langsam aus dem Ballon. 5% Inflation die nächsten 5 Jahre und knapp ein Drittel aller Sparvermögen haben sich in Luft aufgelöst. Das ist doch schon mal ein Anfang.

Damit niemand was merkt und aufmuckt, wird den Leuten seit zwei Jahren mit Coronapanik das Hirn weichgekocht. Mehr als 2 Euro für den Liter Sprit? Fahr doch Fahrrad – ist gut für die Umwelt und die Gesundheit. 1000 Euro Nachzahlung Mietnebenkosten für Heizung? Zieh dir doch einen Pullover zu Hause an und setz eine Mütze auf, du Weichei. Wohnung für eine Familie mit zwei Kindern nicht unter 2000 Euro? Na aber, die Neusiedler brauchen schließlich auch Wohnungen. Im Einkaufswagen ist fürs gleiche Geld nur noch die Hälfte? Prima, sind sowieso alle übergewichtig.

Denkfaul

Es war alles absehbar. Jeder hätte es wissen können, wenn er mal die Glotze ausgemacht hätte und seine grauen Zellen selbst bemüht hätte. Die Politbonzen kommen vor Lachen nicht in den Schlaf. Schuld hat am Ende der Russe – hatten wir schon mal.

Mit Corona-Gängelmaßnahmen alle eingesperrt und sie machen, was sie wollen. Demnächst werdet ihr alle noch ein 4. Mal geimpft und für das 5.-7. Mal ist schon genug bei der Impfbutze in Mainz bestellt. Ein Fünftel des deutschen Wirtschaftswachstums 2021 hat uns der Zauberer von der Goldgrube beschert. Da geht noch was – ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Da hilft nur eins. Nicht jammern und dem Onkel von der BILD die Ohren vollheulen. Beim nächsten Mal Augen auf in der Wahlkabine und öfters mal an die frische Luft. Spazieren gehen ist gut für die Verfassung – des Landes und des eigenen Körpers – es lüftet das Hirn aus und lässt auf die richtigen Gedanken kommen.

Udo Holm

Glücklicher Privatier und Hobbyschreiber mit grimmigem Humor und zunehmender Altersmilde. Geboren im grünen Herzen Deutschlands als Grün noch die Farbe der Blätter und nicht die Beschreibung eines Geisteszustandes war. Als guter Beobachter erkennt er seine Schweine am Gang und lässt sich nichts mehr vom Pferd erzählen. Lebt in Berlin und schreibt im "Spiegelsaal".


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