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Kampagne gegen Gewalt in Freibädern – Wenn der Michi die Aische begrapscht

6. Mai 2024

Es ist mal wieder so weit. Wir haben Anfang Mai, und die Freibadsaison steht vor der Tür. Und weil diese in den letzten Jahren, nun ja, nicht ganz so glimpflich verlaufen ist, haben die KölnBäder in Kooperation mit dem Kinderschutzbund Köln, der „LOBBY für Mädchen“, dem Stadtsportbund Köln und der Polizei Köln etwas ganz Besonderes ausgearbeitet. Seid gefasst, es folgt eine neue, höchst kreative Präventionskampagne gegen Gewalt in öffentlichen Bädern. Denn davon hatten wir nach dem „No“-Tattoo in einigen Schwimmbädern am Bodensee oder den Respekt-Coaches in Berlin ja bekanntlich nicht genug in den letzten Jahren. Und diese Kampagnen haben selbstverständlich immer gefruchtet und vereitelten, dass Freibäder wegen Massenschlägereien frühzeitig geschlossen werden mussten, Frauen begrapscht wurden und manche von ihnen sogar mit gebrochenen Nasen vom feuchten und sonnigen Badespaß nach Hause kamen.

Aber keine Sorge, jetzt kommt, versehen mit dem Slogan „Ich sag’s!“, die nächste ausgewogene Kampagne, die dazu dienen soll, Jugendliche und Kinder vor sexueller Gewalt zu schützen und sie dazu zu ermutigen, sich in unangenehmen Situationen anderen Menschen anzuvertrauen. Und wie geht das auch besser als mit bunt gemalten Bildchen im Kindergarten-Stil. „Wir sind froh, mit sehr kompetenten Partnerinnen und Partnern aus Köln in den letzten Monaten eine ansprechende Kampagne erarbeitet zu haben“, so wird die Geschäftsführerin der KölnBäder, Claudia Heckmann, auf deren offizieller Netzseite zitiert. Ja, die Bilder sind wirklich höchst ansprechend, divers und vor allem realitätsgetreu. Denn, oh Wunder, natürlich sind es stets Mädchen mit dunklem Teint, die von blondhaarigen Männern belästigt, angefasst und geschubst werden. Ja, Thomas, Jürgen und Jonas sind die schlimmsten Aggressoren während der warmen Jahreszeit, man kennt es. 

„80 Prozent unserer Badegäste haben einen arabischen Hintergrund. Die Schläger sind Jugendliche aus dem Bezirk. Es sind keine Geflüchteten, sondern frustrierte Kids mit Migrationshintergrund im Alter von zwölf bis 20 Jahren“, so beschrieb ein Berliner Bademeister das gängige Klientel, welches meist für die Randale im Freibad verantwortlich sei, im Interview mit der „B.Z.“

Also quasi das Gegenteil von dem, was die KölnBäder gemalt haben. Aber das ist sicherlich alles von der Kunstfreiheit gedeckt oder so ähnlich. Auch umfasste diese Gewaltwelle in den letzten Jahren nicht nur eher „harmlose” Schubsereien und Grapschereien an Gästen, sondern es ging bis hin zu massiven Handgreiflichkeiten, gebrochenen Gliedmaßen und Morddrohungen. „Wir wollen alle gesund wieder nach Hause kommen. Wir hören so oft, dass die Täter draußen auf uns warten oder wissen, wo wir wohnen. Wir bangen um unsere körperliche Unversehrtheit und hoffen nur, dass der Tag bald vorbei ist”, berichtete jener Bademeister aus Berlin weiter. 

Das alles klingt nach einem ganz gewöhnlichen Freibad-Alltag, und mit dieser neuen Kampagne lassen sich solche Täter sicherlich von ihrem wilden Treiben abhalten. Auch das „Ich sag’s!“ wirkt sicher höchst abschreckend auf Menschen, die Bademeistern, die sich bei Rangeleien einmischen, mit dem Tod drohen, sofern sie diesen Slogan überhaupt verstehen. Liebe KölnBäder, wieso lasst ihr solche Kampagnen in Zukunft nicht einfach bleiben, wenn ihr sowieso nicht das geringste Interesse daran habt, verhältnismäßig aufzuklären und zu warnen?!

Reinhild Boßdorf

Reinhild ist bei der Fraueninitiative "Lukreta" aktiv und betreibt einen eigenen YouTube-Kanal. Ihre Themen sind moderner Feminismus, importierte sexuelle Gewalt und Weiblichkeit. Sie bewegt sich meist in heteronormativ-sexistischen Kreisen, backt gerne Kuchen und wird von linken Steuergeldprofiteuren als “unauffällig, aber zentral für das rechte Netzwerk” beschrieben. Nach Bestnoten aus der Redaktion entschied Sie sich schließlich für dieses Profilbild.


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