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Grund zur Freude – Kraft durch Freude

12. Oktober 2021

Durch Corona haben sich die Urlaubsziele wieder stärker in die Heimat verlagert. Schwarzwald, Nordsee, Ostsee, Sächsische Schweiz – die Auszeit in der deutschen Natur ist für viele die einzige Möglichkeit, sich aus dem vollkommen irrsinnig gewordenen Alltag zu befreien. Neuerdings hat sich die Bundesregierung einen Schelmenstreich ausgedacht – oder eher gesagt einen perfiden Plan, um den Bürger zufrieden und dann bald auch in Abhängigkeit zu halten. „Corona-Auszeit für Familien“ heißt das neue Programm der Bundesregierung, das durch das „Bundesministerium für Familie und Gedöns“ (Zitat Gerhard Schröder) auf die Beine gestellt und finanziert wird.

Dass aus dem Bundesfamilienministerium nichts Gutes kommt, ist spätestens seit dem 2015 gestarteten Programm „Demokratie leben!“ klar: Mit jährlich dreistelligen Millionenbeträgen werden linke und sogar linksradikale Vereine, Stiftungen und Foren gefördert, die offiziell „Demokratie fördern“ und „Rechtsextremismus bekämpfen“ – auf Deutsch: den Sozialismus voranbringen und konservative Werte bekämpfen. Auch das „Gute-KiTa-Gesetz“ stammt aus der Feder des Familienministeriums, das seit Jahren daran arbeitet, mit 5,5 Milliarden Euro eine flächendeckende Kita-Versorgung aufzubauen – auf Deutsch: Frauen möglichst schnell auf den Arbeitsmarkt zurückzuschaffen und Kleinkinder in die Hände linker Pädagogen zu geben.

Jetzt kümmert sich das Ministerium unter der Leitung der noch recht unbekannten Christine Lambrecht um die Freizeitgestaltung. Mit 50 Millionen Euro fördert das Bundesfamilienministerium vorerst bis zu zwei Urlaube von Familien – einen 2021 und einen 2022. Die maximal siebentägige Auszeit wird mit 90 Prozent der Gesamtkosten finanziert. Für viele Familien, die finanziell von der „Corona-Krise“, sprich der staatlichen Lockdown-Politik, gebeutelt sind, klingt so ein Angebot attraktiv. Blickt man aber mit freiheitlicher Brille hinter die nett klingende Fassade aus wattigen Subventionen, sieht man das typische Muster: Der Staat erschafft Probleme und gibt sich anschließend als Retter – natürlich mit Geld aus der Tasche des Steuerzahlers.

Nicht nur, dass er Abhängigkeiten von staatlichen Zuwendungen schafft, auch über den Urlaubsort entscheidet die Regierung. Wer nämlich denkt, dass man als Familie einfach irgendwo hinfahren könnte und anschließend einen Teil des Geldes zurückerstattet bekommt, hat weit gefehlt: Es gibt nämlich nur 78 „Urlaubsziele“, die deutschlandweit vom Programm anerkannt werden. Und die meisten dieser Urlaubsziele sind entweder private Vereine oder Jugendherbergen (die bislang bereits massiv staatlich subventioniert wurden) oder gemeinnützige Organisationen mit kirchlicher oder direkt staatlicher Trägerschaft. Sogar ein Haus der „Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung“ nimmt am Programm teil…

Der Staat behält also bei seiner Süßigkeitenverteilung die volle Kontrolle – und auch der Korporatismus vorangetrieben, also die direkte oder indirekte Vernetzung zwischen privaten und staatlichen Akteuren, unter der vor allem Mitbewerber leiden. Man denke an die privaten Hotels und Pensionen, die sich seit zwei Jahren am Rande des Ruins befinden und jetzt ausgebootet werden.

Auch aus Sicht der Familien ist nicht alles Gratisurlaub, was glänzt. Gerade Eltern und Familien, die in so vielen Lebensbereichen zum kleinen Zahnrad eines staatlichen Systems gemacht werden und dadurch auch an Ansehen, Respekt und Selbstwertgefühl verlieren, hatten in der Vergangenheit immer die Möglichkeit, günstig, selbstbestimmt, selbstorganisiert und selbstfinanziert ihre „kleine Flucht“ zu planen. Und auch was ein solcher Urlaub mit der Psyche der Beteiligten und dem Sozialgefüge innerhalb der Familie macht, ist zu beachten: Während Eltern die Verantwortung immer häufiger an staatliche Organisationen (Gesundheit, Bildung, Betreuung) abgeben – und sich gleichzeitig selbst zum „Best friend“ der „Kids“ transformieren –, merken die Kinder diese Verschiebungen instinktiv. Der Respekt nimmt ab. Im Endeffekt fährt eine Gruppe Kinder – große und kleine – auf Einladung von Vater Staat an die Ostsee oder ins Allgäu. Selbstbestimmt geht anders.

Und wagen wir eine Prognose: Zigtausende Eltern springen auf das Angebot an, und innerhalb weniger Monate wird die Liste der Urlaubsziele erweitert, es finden Verhandlungen zwischen neuen Trägern und dem Bundesministerium statt, und in wenigen Jahren wird ein großer Teil des Urlaubs staatlich mitfinanziert und mitorganisiert sein.

Vielleicht hat bei einigen Lesern schon eine Glocke geläutet: Staatlich unterstützter Erholungsurlaub in festgelegten Einrichtungen? Das gab es schon mal. Bereits im November 1933 gegründet, mauserte sich die Organisation „Kraft durch Freude“ mit ihrem „Amt für Reisen, Wandern und Urlaub“ innerhalb weniger Jahre zum größten Reiseveranstalter im Nationalsozialismus.

Das „Amt für Reisen, Wandern und Urlaub“ wollte den einfachen und ärmeren Schichten Urlaub ermöglichen, den sie sonst finanziell nicht hätten stemmen können. Die Preise wurden durch den Staat massiv gedrückt, der als Nahezu-Monopol gegenüber den Subunternehmern (Hotels, Busunternehmen, Schiffsbetreibern) eine starke Verhandlungsposition aufwies. Das Konzept ging auf: Mehrere Millionen Touristen jedes Jahr wurden via „KdF“ befördert. Ziel der Organisation war es nicht nur, die Leistungsfähigkeit des Volkes – gerade während des Krieges – zu erhalten, sondern auch die Idylle eines funktionierenden Deutschlands aufrechtzuerhalten.

In einem Sammelwerk des Historikers Rüdiger Hachtmann wird die Motivation treffend zusammengefasst: „Als ‚Dienstleister der Volksgemeinschaft‘“ sollte die DAF „die breiten unterbürgerlichen Schichten“ neben einer „Disziplinierung“ mit „Zuckerbrot“ in „das Ordnungsgefüge der NS-Gesellschaft integrieren und zumindest eine passive Loyalität erreichen“.

Disziplinierung wird man mit dem neuen Corona-Urlaubsprogramm sicherlich nicht erreichen, aber die „passive Loyalität“ durch Zuckerbrot ist ein wichtiger Punkt der „Corona-Auszeit“. Die frustrierten Eltern können endlich mal richtig ausspannen, und das sogar in diesen „schwierigen Zeiten“. Wer stellt sich denn auf die Straße und protestiert gegen die Regierungspolitik, wenn er fast kostenlos im Urlaub sitzen könnte?

Florian Müller

Der Sklaventreiber-Chef hat diverse Geschwätzwissenschaften studiert und nach eigenen Angaben sogar abgeschlossen. Als geborener Eifeler und gelernter „Jungliberaler“ freundete er sich schnell mit konservativen Werten an – konnte aber mit Christentum und Merkel wenig anfangen. Nach ersten peinlichen Ergüssen entdeckte er das therapeutische Schreiben in der linksradikalen Studentenstadt Marburg, wurde Autor für die „Blaue Narzisse“ und „eigentümlich frei“. Ende 2017 gründete er mit Hannes die Krautzone.


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