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Mit Haltung dem Untergang entgegentreten

30. Juli 2021

Ich weiß noch, wie ich mal glaubte, die AfD könne Deutschland vor dem Verfall retten. Dann erkannte ich, dass nicht die deutsche Heimat allein, sondern der ganze Westen, das Abendland, von innen heraus verfault, und dass die AfD weder das eine noch das andere retten kann.

Den Glauben in unser momentanes politisches System habe ich restlos verloren. Nun also habe ich vom Baum der Spengler’schen Erkenntnis genascht und hingenommen, dass das Abendland unrettbar, unausweichlich verloren ist. Es muss untergehen, so wie wir alle einmal sterben müssen.

Jeder Versuch, den inneren, kulturellen Geist des Westens wieder zu erwecken läuft ins Leere. Viel zu spät ist unsere Generation geboren, als dass sie die frühlingshaften Formungsversuche der abendländischen Seele im Mittelalter oder die sommerliche Blüte im Barock hätte miterleben können – seien wir ehrlich: keiner der Zoomer, Millennials oder Boomer hat je eine tatsächlich lebendige, organische abendländische Kultur erfahren –, und zu früh wurde sie in die Welt geworfen, als dass sie den Beginn einer neu erwachten Kultur beobachten könnte.

Welche Konsequenzen sind also daraus zu ziehen? Nun, zuallererst: So bitter und verbittert der oben geschriebene Absatz auch gerade wirken mag, er darf nicht als Defätismus aufgefasst werden! Es geht hier mehr darum, seine eigene Rolle im Zyklus der Hochkulturen anzunehmen. Nur weil der Großteil der Menschen einen „seelenloses“ Dasein führen wird, heißt das nicht, dass keine kleinen Flammen des abendländischen Geistes gerettet werden können.

Unter „Untergang“ stellen sich viele eine Eroberung durch fremde Völker oder die Vernichtung einer Stadt durch eine Naturkatastrophe vor – das Paradebeispiel dürfte wohl der Untergang des Römischen Reiches als endgültiger Untergang der antiken Seele sein. Doch das muss, wie Spengler feststellte, nicht zutreffen: Es kann auch sein, dass eine Hochkultur in ihrer Endphase noch für Jahrhunderte „dahinvegetieren“ kann – so wie es die chinesische Kultur für Jahrhunderte, bis zum Eintreffen der Europäer, getan hat.

Die für uns Rechte entscheidende, richtungsweisende Frage sollte also daher sein: Wie soll das Abendland untergehen? Welchen dieser großartigen Hochkultur würdigen Abschluss können wir finden?

Und da beginnt der Kampf, der die nächsten Jahrzehnte und Jahrhunderte gegen den Progressivismus aufgenommen werden muss: Soll unsere Kultur wirklich, cum grano salis gesagt, mit Transenkindern in unseren inklusiven Gesamtschulen und muslimischen Shitholes in unseren Vorstädten untergehen? Soll dieses schändliche Szenario das letzte Kapitel des Abendlandes darstellen?

Ich denke, dort sollte der Ansatz liegen, an dem die kommenden Generationen von Rechten zu arbeiten hat: Wie soll die Abendländische Kultur ihren würdigen Abschluss finden? Die Kathedralen unserer Vorfahren werden wohl noch in tausend Jahren, höchstwahrscheinlich als beeindruckende Ruinen, die großen Meister einer völlig neuen Kultur beeindrucken und inspirieren, so wie die Römer und Griechen ihren Glanz auf die Künstler der Renaissance abstrahlten.

Doch was soll von uns, von unserer Generation an Größe übrigbleiben, wenn wir uns unserer Aufgabe nicht stellen? Unsere Zeit wird Zeit der Cäsaren und ihrer Prachtbauten sein, so wie sie in der Ewigen und in der Verbotenen Stadt der Welt nach wie vor ihren Stempel aufdrücken. Was also werden erst die Cäsaren des Abendlandes den nachfolgenden Kulturen hinterlassen?

Fridericus Vesargo

Aufgewachsen in der heilen Welt der ostdeutschen Provinz, studiert Vesargo jetzt irgendwas mit Musik in einer der schönsten und kulturträchtigsten Städte des zu Asche verfallenen Reiches. Da er als Bewahrer einer traditionsreichen, aber in der Moderne brotlos gewordenen Kunst am finanziellen Hungertuch nagen muss, sieht er sich gezwungen, jede Woche Texte für die Ausbeuter von der Krautzone zu schreiben. Immerhin bleiben ihm noch die Liebesgrüße linker Mitstudenten erspart…

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