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Musik in Zeiten des untergehenden Abendlandes

8. August 2021

Letztes Wochenende war ich zu Gast bei Redakteur Rosipal. Zwischen vollen Aschenbechern und leeren Rosé-Flaschen streiften wir durch die Abgründe des Meme-Universums, stetig begleitet vom Sound des hochgeschätzten Dave Rodgers.

Dave Rodger. Das ist ein Typ, der aussieht wie Sacha Baron Cohens Brüno und der darüber hinaus diesen ganz bestimmten Epileptikersound produziert, ohne den sämtliche Drive-Memes nicht vorstellbar wären.

Rodgers bekanntester Track ist sicherlich Deja Vu, der in Verbindung mit Szenen aus der Animeserie Initial D 120.000.000 Mal auf DuRohr abgerufen worden sein soll! Wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen ist dieses Zeugnis euro-japanischer Hochkultur nicht mehr verfügbar, aber neue Kompilationen bringen es immerhin auf 33.000.000 Aufrufe. Eine beachtliche Hausnummer!

Dave Rodgers oder Eurobeat wird einigen Rechten bitter aufstoßen, denn ja: Das polyphone Gameboygedudel kommt ganz ohne martialische Aufrufe zur Verteidigung des Abendlandes aus. Das mögen all jene für “degenerierte Kacke“ halten, die umgekehrt glauben, dass man aus der afroamerikanischen oder arabisierten Nichtkultur des Sprechgesangs so etwas wie “patriotische Gegenkultur” basteln könnte.

Der Eurobeat ist geil, Dave Rodgers ist sein Prophet und die einzige Botschaft, die Musik in Zeiten des untergehenden Abendlandes transportieren sollte ist: Vollgas!


Friedrich Fechter

Nachdem sich Fechter von den beiden Chefs die Leitung der Netzredaktion hat aufquatschen lassen, musste er mit Enttäuschung feststellen, dass die Zeiten von Olymp-Schreibmaschinen und reizenden Vorzimmerdamen vorbei sind. Eine Schreibmaschine hat er sich vom hart erarbeiteten Gehalt trotzdem gekauft. Und einen antiken Schreibtisch. Auf irgendwas muss man im Hausbüro schließlich einprügeln können, wenn die faulen Kolumnisten wieder ihre Abgabefristen versemmeln…

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