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Nach Sylt – Die standrechtliche Exekution von BWL-Justus

27. Mai 2024

Seit einigen Tagen brodelt und kocht es in der bundesdeutschen Medien- und Politiklandschaft. So kurz vor den EU-Wahlen geht es noch mal darum, so richtig Stimmung gegen mögliche etablierte Wahlabweichler zu machen und dem ohnehin schon aufgeheizten politischen Klima noch eins draufzusetzen. Denn nach sämtlichen mehr oder minder „erfolgreichen“ Medienkampagnen gegen AfD-Funktionäre, Skandalurteilen für die Meinungsfreiheit im Falle von Björn Höcke und Marie-Thérèse Kaiser oder neuen Einstufungen der Landes- und Bundesverfassungsschützer im Umgang mit der AfD und der Jungen Alternative kommen neue Erkenntnisse ans Licht: Wir haben in der Bundesrepublik und innerhalb unserer Gesellschaft ein strukturelles Problem von rechts, und das nicht nur wegen der AfD. Und genau diese Tendenzen können die Medien jetzt klipp und klar aufzeigen. 

Die eindeutige Beweislage für den noch tiefer sitzenden Rassismus, Nazismus und Fremdenhass innerhalb der, wohlgemerkt und betont, deutschen Bevölkerung bietet nun ein Video aus Sylt. Die „dramatischen“ oder „ekelerregenden“ Szenen, wie sie seitens sämtlicher Influencer, Journalisten oder Politiker wie auch von Nancy Faeser und Bundeskanzler Olaf Scholz betitelt und seit Tagen ausgeschlachtet werden, zeigen eine Handvoll Leute zur Saisoneröffnung an Pfingsten in einem Nobelclub auf Sylt. Sie tragen schicke Kleidung, sind offenkundig betrunken und grölen zu Gigi D‘Agostinos „L‘amour toujours“ Parolen wie „Ausländer raus“ und „Deutschland den Deutschen“. Ja, das ist dann wohl eindeutig ein Fall für den Staatsschutz und der perfekte Aufhänger für die „Tagesschau“. Niemand spiegelt den Durchschnittsdeutschen besser wider als ein Haufen schnöseliger, besoffener, Ralph Lauren tragender Sylt-Party-Touristen. Schachmatt, ihr deutschen Ausländerfeinde!

Allerorts wird nun über ein mögliches Strafmaß für die Partyteilnehmer diskutiert. Bundestagspräsidentin Bärbel Bas von der SPD forderte beispielsweise die Höchststrafe für die Clubbesucher während ihrer Ansprache zur Feier des Grundgesetzes im Kanzleramt. Die SPD entschuldigte sich nach ihrem „Deutschland den Deutschen, die unsere Demokratie verteidigen“-Statement, hielt aber an ihrer Empörung über die Geschehnisse auf Sylt fest.

Für die Clubbesucher folgten teils berufliche Konsequenzen. Die Werbeagenturgruppe Serviceplan Group gab am vergangenen Freitag bekannt, dass sie einen ihrer Mitarbeiter aufgrund des Videos fristlos entlassen habe, da sie in ihrem Unternehmen keinen Rassismus dulde. Bundesinnenministerin Nancy Faeser nannte den Sylt-Eklat „eine Schande für Deutschland“.

Dass unsere Politiker und Medienschaffenden mittlerweile so weit gehen (müssen), die peinlichen Suffeskapaden irgendwelcher unbedeutenden Privatpersonen zum Politikum zu machen, zeigt, wie sehr unser innerdeutscher politischer Diskurs an Niveau verloren hat und wie verzweifelt sie sind. Völlig ohne mit der Wimper zu zucken, werden junge Menschen, die in Feierlaune über die Stränge schlagen, entblößt und deutschlandweit an den Pranger gestellt. Ohne Not, einfach, weil man es kann und nicht mehr genügend inszenierte Skandale in petto hatte. Da müssen dann eben die Existenzen irgendwelcher schnöseligen BWL-Studenten herhalten. Während bei physischer Gewalt oder pikanten Parolen auf salafistischen Demonstrationen gerne mal ein Auge oder gar zwei Augen zugedrückt werden, schaut die Bundesregierung bei der tatsächlichen deutschen Party- und Eventszene ganz genau hin.

Und ja, liebe Nancy Faeser, genau dieses Messen mit zweierlei Maß ist wahrhaftig eine Schande für Deutschland!

Autor

Reinhild Boßdorf

Reinhild ist bei der Fraueninitiative "Lukreta" aktiv und betreibt einen eigenen YouTube-Kanal. Ihre Themen sind moderner Feminismus, importierte sexuelle Gewalt und Weiblichkeit. Sie bewegt sich meist in heteronormativ-sexistischen Kreisen, backt gerne Kuchen und wird von linken Steuergeldprofiteuren als “unauffällig, aber zentral für das rechte Netzwerk” beschrieben.


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