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Vom Gutshof zu den Grünen – Der lange Abstieg der Sarah Wiener

9. Juli 2021

Kamerad Versargo fällt heute leider aus und so habe ich die große Freude meinem altangestammten Kolumnentag, dem heiligen Freitag, Genüge zu tun. Nein, kein Fußballkommentar heute. Ich komme mir dabei sowieso nur vor wie ein Betrüger, sind doch meine einzigen Referenzen die Teilnehmerurkunden der Sportfeste, meine Abneigung zum Fagball als solchen und aufgeschnappte Gesprächsfetzen (“…die haben alle auf falschen Positionen gespielt, man ey!“).

Sportfest. Sport Fest. Welcher Nazi hat sich so etwas ausgedacht? Ein einziger Mensch, überdies eine Frau, war in der Lage den Sport als so etwas wie ein Fest zu inszenieren. Ich glaube nicht, dass sich die Jury meines damaligen Sportfestes, dieser Haufen verkommener Schreibtischtäter, ein Beispiel an Leni Riefenstahl genommen hat, als sie dem kleinen Fritz einen Trostpreis in die Wurstfinger drückte. “Schön, dass Du teilgenommen hast.“ Danke, ihr mich auch.

In dieser Zeit der Scout-Schulranzen und Kaugummiautomaten blendete die ARD eine Dokumentation mit Seifenoperncharakter aus: “Abenteuer 1900 – Leben auf dem Gutshof“.

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Das ist fast zwanzig Jahre her, aber man muss dem Staatssender anerkennen, dass er damit seiner Zeit weit voraus war. Downton Abbey erfüllte erst 6 Jahre später die Sehnsüchte des reaktionären Publikums.

“Abenteuer 1900“ also, das waren etwa zwei dutzdend Freiwillige, die für ein paar Wochen eine Art Zeitreise machten, um auf einem Gutshof im Osten zu leben, wie Uropa und Uroma das eben taten: Frühmorgens aufstehen, die Scheisseeimer ausleeren, das Vieh füttern, vor Herr und Herrin einen Knicks machen und sich über einen halben freien Tag im Monat freuen.

Das alles dann begleitet von einem Kamerateam, dass sich über jedes verdrückte Tränchen freute, denn Kinders, es war ja auch damals hart! Ganz im Ernst, eine tolle Serie die Spaß machte und von der man einiges lernen konnte.

Jedenfalls war diese “Realitysoap“ (Realitätsseife?!) ein Karrieresprungbrett für Sarah Wiener, die in die Rolle der “Mamsell” schlüpfte. Ich versuche für Downton Abbey-Fans zu übersetzen: Sie erfüllte die Aufgaben einer Hauswirtschafterin und einer Köchin, war also Mrs Hughes und Mrs Patmore zugleich. Sie merken schon, im deutschen Gutshof wurde Mr Carson schmerzhaft vermisst.

Egal. Jedenfalls war mir Sarah Wiener auf Anhieb sympathisch, weil sie sich voller Tatendrang in ihre Arbeit warf, was bedeutete: Früh aufstehen, kochen, pökeln, mit Bediensteten schimpfen, und so weiter und so fort. Wiener war dann auch von der ganzen Besatzung diejenige, die man in den Jahren darauf als etwas alternative, aber nicht unbedingt unerträgliche Fernsehköchin vor den Kameras sah.

Dem Wikipedia-Artikel entnehme ich, dass sie in den letzten 10-15 Jahren einige unternehmerische Eisen im Feuer hatte. Nicht allein der für deutsche Medienmenschen so typische Opportunismus, sondern sehr wahrscheinlich auch ihr Lebenswandel (alleinerziehend in Berlin, hallo!) spurten sie zuverlässig auf links.

Mir war das eigentlich recht egal, denn wenn ich sie im TV sah, dann in der Rolle als Köchin. Und da ich keinen eigenen Fernseher besitze, sah ich sie recht selten. Aber aus irgendeinem Grund blieb sie mir immer im Gedächtnis und dieser Grund wird mit ihrer Rolle als Mamsell zusammenhängen.

Jedenfalls, und jetzt komme ich zu meinem eigentlichen Anliegen, sah man sie vor kurzem in ihrer Funktion als österreichische Grünen-Politikerin. Die deutschen Grünen zelebrieren ja seit einigen Monaten ebenfalls so etwas wie eine Realitätsseife, nur haben sie die Rolle des Gutsherrn mit der des Dienstmädchens verwechselt und eine notorische Nichtskönnerin zur Kanzlerkandidatin auserkoren.

Skandal folgte auf Skandälchen und ich erzähle Ihnen nichts neues, wenn ich glaube, dass allein die linksgrünversiffte Einstellung der hiesigen Journallie dafür verantwortlich ist, dass Baerbock nicht schon längst zurückgetreten ist. Bild veröffentlichte vor kurzem einen Mitschnitt aus einer Telekonferenz, in der sich der “Baerbock-Plagiatsjäger“ (Copyright Bild) vor einem “Grünen-Erschießungskommando” (Copyright KraZ) wiederfand. Aber hören Sie selbst:

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Hierbei tut sich besonders Fräulein Wiener hervor, was mir wiederum einmal mehr zeigt, dass grüne Frauen der unerträglichste Menschenschlag innerhalb der Großdeutschen Bundesrepublik darstellen.

Sarah Wiener hat ganz bestimmt diese gewisse Veranlagung, diesen Drang zur dominahaften Bestimmerin. Das zeigte sie bereits in der ARD-Serie Mitte der 2000er und ganz ehrlich, das ist kein Problem. Wir spielen alle unsere Rollen.

Aber Fakt ist eben auch, dass Parteien nicht einfach Vereine mit einer eigenen Farbe und Logo sind, sondern Zuchtbeete für einen gewissen Menschenschlag. Wachstum dank Rücksichtslosigket und Gefühlskälte. Aus irgendwelchen heteronormativen Gründen finde ich Frauen dieses Schlages noch befremdlicher als Männer.

Es gibt in der ARD-Realitätsseife diese Szene, in der sich Sarah Wiener von ihrem kargen Lohn eine Kükenbrütmaschine kauft. Die süßen kleinen Piepmatze sterben leider kurz nach dem Schlüpfen. Sarah Wiener sitzt weinend in der Küche des Gutshofes. Ich wünschte, sie wäre dort geblieben.

Friedrich Fechter

Fechter studiert im Herzen Deutschlands und muss sich an seiner linksversifften Universität den typischen Gängelungen aussetzen. Er interessiert sich für Kunst, Geschichte und ist Meister der Halbsätze. Als Fechter das erste Mal ein Cover der Krautzone sah, hielt er das pixelige Layout für eine durchtriebene Werbestrategie. "Bestimmt", dachte er sich beim Durchblättern, "hier sind verschlagene Profis am Werk."


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