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Schauen Sie in den Spiegel, Herr Putin!

12. Oktober 2022

Heute morgen, als ich aufgestanden bin, war ein Spiegel umgefallen. Scherben auf dem Boden, die Reste vom Spiegel zersplittert und unbrauchbar. Mir war sofort klar: Das ist Putins Werk. Nur er hatte ein klares Motiv und die Mittel, mitten in der Nacht meinen Spiegel umzuschmeißen. Die Spiegelindustrie der Russen war stets ein entscheidendes Standbein ihrer Wirtschaft. Sie hoffen, dass ich Spiegel.ru aufsuchen und mir ein Modell aus recycelten Wodkaflaschen aussuchen werde. Außerdem, wie gesagt: Sie haben die Mittel. Ein russischer Agent hätte ohne Weiteres meine Tür knacken und unbemerkt diesen Sabotageakt verüben können. Denn die Fähigkeit, einen solchen Anschlag zu verüben, alleine reicht ja schon, um sie zum Hauptverdächtigen zu machen, wie wir im Falle Nord Stream von unserer Regierung erfahren haben.

Auch kann dieser Terrorakt auf symbolischer Ebene interpretiert werden: Sie wagen es nicht mehr, sich selbst im Spiegel zu betrachten. Möglicherweise war der russische Spion sogar ohne Kenntnis des Spiegels in meine Wohnung eingedrungen, um meine Heizung aufzudrehen oder so, nur um durch seine Reflexion im Spiegel der plötzlichen Erkenntnis ausgesetzt zu werden, für welch furchtbare, kriegstreiberische Mächte er arbeitet, um daraufhin in einem Moment der Panik, der Verwirrung und des Zorns den Spiegel zu zerstören.

Vielleicht ließe sich diese russische Angst vor der Selbsterkenntnis auch gegen sie wenden: Zum einen könnte man NATO-Basen bis in den letzten Winkel mit Spiegeln ausstatten und so „russensicher“ machen, zum anderen schlage ich eine Social-Media-Kampagne vor, bei der wir uns alle Spiegel-Emojis in die Twitter-Bio machen und unter Tweets russischer Regierungs-Accounts posten. Nach dem Motto: „Schauen Sie in den Spiegel, Herr Putin! Sie wissen doch selbst, dass es Unrecht ist, was Sie hier tun!“ Auch bei Fußballspielen könnte sich einbürgern, dass die Spieler während des Kniens gegen Rassismus und die Kolonialgeschichte sich selbst in kleinen Handspiegeln betrachten, welche ebenso den Zuschauern auf ihre Plätze gelegt werden könnten. Nach vollbrachtem Werk würde der Stadionsprecher mit einigem Pathos in der Stimme brüllen: „Ja, das können Sie nicht, lieber Herr Putin!“, woraufhin der Anpfiff erklänge.



Auch, um die Deutschen zum Energiesparen zu motivieren, könnte der Spiegel nützlich sein: Über dem Wasserhahn hängt ja in der Regel schon einer, einen größeren könnte man dann in den Duschen platzieren, damit jeder auch wirklich nur so lange duscht, wie er es mit seinem Gewissen vereinbaren kann. Die Heizungen und Steckdosen sollte man generell verspiegeln und vielleicht zudem noch mit einem enttäuscht dreinblickenden Selenskyj verzieren.

Daraufhin könnte es sein, dass sie, so wie sie schon ihre eigene Brücke gesprengt haben, um ihre Haltung zur Völkerverständigung und der offenen Gesellschaft zu bekräftigen, beginnen, ihre eigenen Spiegel systematisch zu zerstören. In die Schuhe schieben würden sie es natürlich wie gewohnt der NATO und der Ukraine, auf die Abwehr dieser Desinformationen sollte man sich bereits vorbereiten. Verpflichtende Aufklärungskurse an den Unis und Schulen könnten dabei helfen sowie eine Inkenntnissetzung der Löschzentren großer sozialer Medien. Auch die Bildungsstätte Anne Frank könnte helfen, die jungen Generationen für solche Falschmeldungen zu sensibilisieren; am besten schon, bevor sie überhaupt kommen.

Oder vielleicht war‘s auch die Katze. Wer weiß. Demokratiefeinde und rechtsextreme Putin-Fans kämen auch in Betracht. Oder dem Geist von Kyiyiyeyyyv, wie es ja offenbar richtig geschrieben wird, ist ein Missgeschick passiert, während er die gefanzerten Pahrzeuge aufhalten wollte. Ich warte immer noch auf einen Faktencheck, aber bis der kommt, werde ich vorerst vom Schlimmsten ausgehen.

Autor

Shlomo Finkelstein

Shlomo Finkelstein wollte immer schon irgendwas mit Hass machen. Seit 2015 erstellt er als "Die vulgäre Analyse" Videos, und seit 2019 zusammen mit Idiotenwatch den Podcast "Honigwabe".

Belltower News schreibt über ihn: "Da er vorgibt, sein Hass sei rational begründet, sind besonders junge Menschen der Gefahr ausgesetzt, die Thesen für bare Münze zu nehmen und sich so zu radikalisieren."


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