Sowjetische Denkmäler in Berlin

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Im Zuge des Ukrainekriegs ist ein ganz pikantes Thema in den Fokus gerückt worden: die sowjetischen Denkmäler, wie sie nicht nur in Berlin, wo im Tiergarten und im Treptower Park die berühmtesten Beispiele solcher Ehrenmale zu finden sind, sondern auch an anderen Orten in Deutschland stehen. Von den Siegern aus dem Osten wurden sie errichtet, nicht nur, um ihrer Gefallenen zu gedenken, sondern auch und vor allem, um an den Sieg über Deutschland und den Nationalsozialismus zu erinnern. Als die Sowjetunion zerfiel und ihre Truppen aus dem Gebiet zurückzog, verpflichtete sich das wiedervereinigte Deutschland im Jahre 1992, sowohl die russischen Soldatenfriedhöfe als auch die Denkmäler weiterhin zu pflegen und instand zu halten.

Nun, nach fast 30 Jahren, steht offen zur Debatte, ob diese Denkmäler nicht teilweise entfernt werden sollen. So schlug die CDU-Politikerin Stefanie Bung aus Berlin vor, die Kanonen und Panzer am Ehrenmal im Tiergarten entfernen zu lassen. Natürlich nicht wegen der kommunistischen Unterdrückung der Völker östlich der Elbe oder der Kriegsverbrechen der Rotarmisten in den Ostgebieten des Deutschen Reiches – warum sollte man das tun?! –, sondern um Putin einen Denkzettel zu verpassen. Die Funktion als Mahnmal habe das Tiergarten-Denkmal durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine jedenfalls verloren. „Heute steht der Panzer in Tiergarten nicht mehr nur für die Befreiung Deutschlands vom Nazi-Faschismus, sondern für die aggressive, territoriale Grenzen und Menschenleben missachtende Kriegsführung des Putin-Regimes“, sagte Bung laut „Spiegel“. Das übliche Gesülze also, wie wir es von Christdemokraten eben erwarten können.

Mehr überrascht hat mich hingegen das Statement der AfD-Fraktion Berlin zu dieser Posse: Sie setzte sich nämlich für die Erhaltung der Denkmäler ein. Begründet wurde das mit dem lateinischen Juristen-Bonmot „Pacta sunt servanda“ – also „Verträge sind einzuhalten“ – und dem Vorwurf gegen die CDU, billigen Populismus zu betreiben. Nun kann ich verstehen, wenn man angesichts der abgeschlossenen Verträge in der Zwickmühle zu sein glaubt, und dass die CDU nicht ernst zu nehmen ist, sollte hier sowieso jedem klar sein. Doch sollte man seitens der AfD nicht klarstellen, dass man die eigentliche Botschaft der Denkmäler – nämlich den Triumph des Siegers über den Besiegten – ablehnt? Warum wurde das nicht explizit erwähnt? Warum spricht man nur vom „ambivalenten Charakter“ der Denkmäler, nicht aber von den Kriegsverbrechen der Roten Armee oder von der Tyrannei des Bolschewismus? Hat man etwa in Teilen der AfD Angst vor der Reaktion aus Moskau? So scheint es mir.

Aber was soll den nun mit den Denkmälern geschehen? Angenommen, ich hätte die Macht und würde die Russen nicht unnötig mit dem Vertragsbruch brüskieren, so würde ich die Mahnmale selbst entfernen lassen. Die Gründe dafür sollten offensichtlich sein. Zu groß sind die Schatten der Sowjetverbrecher, als dass man die Denkmäler so stehen lassen könnte. Die Soldatenfriedhöfe hingegen – die würde ich nicht anrühren. Die Toten sollen in Frieden ruhen, auch die unserer Feinde. Ein Gedenkstein soll aufklären, wer auf den Schlachtfeldern Berlins begraben liegt – aber das war es. Wohl kaum sollte der Sowjetunion als Staat Ehre in irgendeiner Form – schon gar nicht als „Befreier“ – erwiesen werden. Warum sollten wir uns das antun? Die AfD täte gut daran, diesen Aspekt in der Denkmalsfrage offen darzulegen – auch gegenüber vermeintlichen Freunden in Moskau: Die Verehrung bolschewistischer Gewaltherrschaft und Eroberungslust kommt nicht infrage.

3 Comments

  1. Die AfD macht sich in der ganzen Russland-Sache sehr suspekt. Den Weg davor mussten wir ohne AfD gehen und ich glaube mittlerweile, dass es bald schon wieder ein parteiloser Weg sein wird. Dieser Kuschelkurs gefällt mir persönlich jedenfalls gar nicht.

    • Denke ich auch. Einerseits ist die AfD zu russlandfeindlich und pro USA/NATO, andererseits ist sie mir in Teilen des Ostens zu pro sowjetisch und redet von “Befreiung”. Habe die AfD bisher trotz aller Querelen immer unterstützt und gewählt. Sie macht aber insgesamt viel zu wenig, da bringt das Compact Magazin mehr auf die Beine als die gesamte Partei. Eine 10% Partei mit der niemand zusammenarbeiten will, bringt sowieso nichts, Veränderung kann nur durch einen Krieg oder ein Naturereignis herbeigeführt werden, so traurig das auch ist. Ansonsten haben die Deutschen leider ihren Untergang als Volk verdient.

  2. Richtig. Habe auch das Compact Magazin abonniert, die Kommentatoren auf ihren Seiten kommen mir mit ihrem “Nazi” und “Faschisten” blabla aber schon mittlerweile wie Kommunisten und andere Linke vor.

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