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Was geschah in Grevesmühlen?

19. Juni 2024

Seit einiger Zeit geht es wieder heiß her in der Bundesrepublik. Quasi täglich kann man von Messerangriffen lesen, insbesondere Afghanen stehen dabei als Täter hoch im Kurs – das Attentat auf den Islamkritiker Michael Stürzenberger in Mannheim, das es vor einigen Wochen sogar, wenn auch stark links geframt, in die „Tagesschau“ schaffte, bildet hierbei vorerst den traurigen Höhepunkt. Dass die Mainstreammedien überhaupt über diesen Fall berichteten, liegt wohl auch „nur“ daran, dass der Polizist Rouven Laur an seinen Verletzungen, die ihm der Afghane zufügte, verstorben ist – womit ich nicht den Tod des Polizisten relativieren möchte, aber es sei festgehalten: Wenn die Tat Stürzenberger allein getroffen hätte, hätten die Medien anders darüber berichtet und versucht, sie so weit es geht unterm Deckel zu halten.

Dass Politik und Medien auch anders reagieren können, zeigt ein anderer Vorfall, der sich am 14. Juni im mecklenburgischen Grevesmühlen ereignete – oder besser gesagt: ereignet haben soll. Ersten Berichten zufolge sollen zwei Mädchen ghanaischer Abstammung von „rechtsradikalen“ Jugendlichen angegangen worden sein; eines der Mädchen soll ins Gesicht geschlagen oder gar getreten worden sein. Dass die Polizei von Anfang an von „leichten Verletzungen“ des Mädchens sprach, passte zwar nicht ins Bild, wurde aber ignoriert. Die Lage war zu diesem Zeitpunkt weitestgehend unklar, weder wusste man etwas zu den Hintergründen des Vorfalls noch, ob sich der geschilderte Hergang bestätigen sollte.

Anstatt also zumindest einen Tag abzuwarten, legten Mainstreammedien wie -politiker gleich los. Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, erklärte auf Twitter: „Ich bin entsetzt über den brutalen Angriff von Jugendlichen auf zwei ghanaische Mädchen in Grevesmühlen. Das verletzte Mädchen ist 8 Jahre – so jung wie meine Tochter. Wir dürfen nicht zulassen, dass Hass & Hetze unsere Gesellschaft vergiften und Gewalt unsere Kinder bedroht.“

Bundesinnenministerin Nancy Faeser äußerte sich ebenfalls: „Kinder rassistisch zu beschimpfen und brutal zu attackieren, zeugt von dumpfem Hass und unfassbarer Unmenschlichkeit. Meine Gedanken und Solidarität gelten den Kindern und ihren Familien.“

Es sollte sich jedoch herausstellen, dass die ganze Geschichte etwas anders ablief. Offenbar gab es eine Auseinandersetzung zwischen der ghanaischen Familie – herrscht in Ghana eigentlich Krieg? – und den Jugendlichen; wie auf einem Video zu sehen ist, gab es verbale Ausfälle (es fielen Wörter wie „N*gger“ und „F*tze“), aber zu handgreiflichen Tätigkeiten kam es nicht, von beiden Seiten. Was ist also passiert? „Tichys Einblick“ zitiert die Polizei: „Der Sachverhalt stellt sich derzeit so dar, dass die Achtjährige mit ihrem Roller an einem Jugendlichen vorbeifahren wollte. Dieser versperrte dem Mädchen offenbar mit seinem ausgestreckten Bein den Weg und traf sie mit seiner Fußspitze…“ Daraufhin habe der Vater die Jugendlichen zur Rede stellen wollen. Dann erhitzte sich die Stimmung, als die Mutter begann, herumzuschreien und zu kreischen. Die oben genannten Worte fielen, aber zur physischen Gewalt kam es nicht; vielmehr versuchte ein Teil der Jugendlichen, die Situation zu beruhigen. Gewiss, eine etwas unappetitliche Geschichte das Ganze, aber bei Weitem keinen medialen Aufstand wert. Wäre dieser Vorfall zwischen zwei weißen oder zwei schwarzen Gruppen oder zwischen schwarzen Aggressoren und weißen Opfern passiert, wäre er nicht beachtet worden, schon gar nicht von der überregionalen Presse – geschweige, man hätte vor dem Abschluss irgendwelcher Ermittlungen irgendwelche Pressestatements in den Äther geblasen.

Wozu also der ganze Aufstand? Nun, wir stehen immer noch vor der „rechten Bedrohung“, bald sind Landtagswahlen, in denen die AfD gute Chancen hat – und schließlich muss die antiweiße Propaganda immer weitergefahren werden, gerade nachdem sich solch ein Vorfall wie der in Mannheim ereignete. Am Ende begreifen nämlich noch zu viele Menschen, was in diesem Land eigentlich wirklich vorgeht, und das antiweiße Narrativ könnte brechen. Daher musste schnell ein neuer Fall her, der sich propagandistisch ausschlachten ließ: „Rassistische Jugendliche aus Ostdeutschland malträtieren schwarze Mädchen“ wäre einfach zu perfekt gewesen – wenn er in der Form, wie er ausgeschlachtet wurde, nicht mit jeder Menge Fantasie ausgeschmückt worden wäre.

Tja, blöd gelaufen. Möchte man meinen. Doch man lügt einfach weiter – obwohl bekannt ist, dass nie etwas Schlimmes passierte. Die „Bild“ etwa schreibt immer noch von einem rassistischen Angriff. Egal wie sehr man Journalisten und Politikern auch Misstrauen und Verachtung entgegenbringt – der Fall Grevesmühlen beweist einmal mehr: Es ist nicht genug!

Autor

Fridericus Vesargo

Aufgewachsen in der heilen Welt der ostdeutschen Provinz, studiert Vesargo jetzt irgendwas mit Musik in einer der schönsten und kulturträchtigsten Städte des zu Asche verfallenen Reiches. Da er als Bewahrer einer traditionsreichen, aber in der Moderne brotlos gewordenen Kunst am finanziellen Hungertuch nagen muss, sieht er sich gezwungen, jede Woche Texte für die Ausbeuter von der Krautzone zu schreiben. Immerhin bleiben ihm noch die Liebesgrüße linker Mitstudenten erspart…


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