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Wie die Evangelische Kirche in Deutschland Höcke verhindern will

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Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat mit einigen Problemen zu kämpfen: Ihre geistige Autorität wird von vielen nicht mehr wahrgenommen, die Mitglieder werden immer weniger, und immer mehr ihrer altehrwürdigen Kirchengebäude gibt sie dem Verfall preis – sei es wortwörtlicher Zerfall, weil sich kaum noch jemand kümmert, oder Zerfall moralisch-geistiger Art, wenn die Gotteshäuser mit unwürdigen, modernistischen Riten und Inhalten verpestet werden. Denn anstatt dem Niedergang zu trotzen, indem die Kirche sich wieder auf ihre traditionellen Aufgaben besinnt oder wieder Gottesdienste mit – nun ja – Würde feiert, biedern sich die hohen Pfaffen in der EKD ganz besonders unterwürfig dem linksliberalen Zeitgeist an. Sei es der Klimawandel, die Migration oder die LGBTQ-Sache – überall wird mitgelaufen und die Regenbogenfahne geschwenkt. Der Regenbogen steht bei der EKD seit Langem nicht mehr für die Einheit zwischen den Menschen und Gott, sondern für das bedingungslose Bekenntnis zum Linksliberalismus mit all seinen Abgründen.

Den Vogel der Absurdität hat im Namen der EKD der Kolumnist Alexander Maßmann abgeschossen. Der Theologe betreibt die Kolumne „evangelisch kontrovers“ auf der Netzseite „Evangelisch.de“, ein Outlet des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik (GEP) und damit auch ein offizielles Medium der Evangelischen Kirche in Deutschland. In seiner jüngsten Kolumne vom 7. Dezember schreibt Maßmann über die AfD und im Speziellen über die Person Björn Höcke: Wie soll die Gesellschaft damit umgehen? Die Partei hat in den letzten Monaten Umfragewerte, die sie vor einem Jahr sich kaum hätte erträumen können, im Sommer wurde der Landrat der Partei gewählt, und seit letztem Sonntag hat mit dem sächsischen Pirna die erste deutsche Stadt ihren ersten AfD-Bürgermeister. Was also tun?

Seit Neuestem wird ein Parteiverbot diskutiert, und in manch peinlicher Aktion von linken Aktivisten auch direkt gefordert. Maßmann sieht darin keinen Erfolg – das Verbot würde höchstwahrscheinlich vor dem Bundesverfassungsgericht (zumindest noch…) scheitern, und ein solches Scheitern wäre ein Erfolg der AfD und eine zu deutliche politische Blamage des linksliberalen Establishments. Am Ende gäbe das der „Rechtsaußen“-Partei nur noch mehr Aufwind. Nein, eine andere, viel bequemere und auch viel wieseligere Lösung muss her: Wenn ein AfD-Verbot keinen Erfolg hat, wie wäre es, wenn man es Björn Höcke – als größtem Brandstifter seiner Partei – untersagte, am politischen Spiel teilzunehmen? Ja, richtig gehört: Von „Evangelisch.de“ selbst zusammengefasst, ist Maßmann der Ansicht, „ein breites Bündnis von Politiker:innen solle den Rechtsextremisten Björn Höcke beim Bundesverfassungsgericht anzeigen. Er missbraucht bestimmte Grundrechte, um die Demokratie zu bekämpfen. Wie das Grundgesetz es vorsieht, hat er das Recht verwirkt, sich um ein politisches Amt zu bewerben.“

Natürlich, das ist nur eine Meinung eines Kolumnisten. Aber: Es zeigt mal wieder eine neue Stufe der Perfidie im Vorgehen gegen die AfD, die mit der Größe der Verzweiflung zu wachsen scheint. Das Entziehen der Grundrechte – diese Maßnahme ist unglaublich feige und gleichzeitig ein weiterer Schritt im politischen Zerfall der BRD. Denn wäre es nicht viel ehrlicher, wenn sie die AfD tatsächlich einfach verböten? Das war schon seit 2017 das Ziel und ist es immer noch, allerdings konnte das nicht durchgezogen werden, ohne das Gesicht zu verlieren, ohne die Maskerade der ach so tollen Demokratie aufzugeben. Deshalb bedarf es eben der fiesen Nadelstiche: Erst wird man medial verleumdet, man verliert den Job und wird zur Persona non grata, schließlich wird gefordert, dass man die ersten Grundrechte entzogen bekommt. Wohin das führt? Wer weiß. Jedenfalls ist damit wieder ein neuer Riss im Damm – welche Grundrechte Höcke dann entzogen werden sollen? Das Rederecht? Die Unterhöhlung des politischen Systems der repräsentativen Demokratie geht also unaufhaltsam weiter. Irgendwann wird es niemand mehr ernst nehmen.

Und für die evangelische Kirche? Ein weiteres Armutszeugnis, diese Kolumne. Ich kann verstehen, wenn man als Evangele sich nicht überwinden kann, die Institution zu verlassen, die einem jahrelang Heimat gewesen war. Wer aber in Deutschland zu unseren Gunsten etwas ändern möchte, muss das sinkende Schiff verlassen – auch wenn es wehtut. Die EKD muss zu spüren bekommen, dass sie auf dem Holzweg ist, und das geht nur auf dem harten Wege. Also – verlasst die EKD, wenn ihr es nicht schon längst getan habt. Momentan muss man Gotteshäuser der Dekadenz überlassen… Aber: In einem besseren Deutschland werden die Kirchen wieder einem würdigen Gottesdienst geweiht. Darauf ist Verlass!