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Wiener Brunnen – Architektur aus der Psychiatrie

7. November 2023
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Im ehemaligen Arbeiterbezirk und heutigen Multikulti-Teil meiner Wahlheimat Wien riss sich die weltfremde โ€žKรผnstlerโ€œ-Kaste passend zu Halloween mal wieder die Maske vom Gesicht und erschreckte die unbescholtenen Bรผrger mit ihrem weltfremden Kunstverstรคndnis. Ganze 1,8 Millionen Euro hatte man anlรคsslich des 150-jรคhrigen Bestehens der I. Wiener Hochquellenleitung in die Hand genommen, um einen โ€žJubilรคumsbrunnenโ€œ zu bauen. Die Vorschlรคge waren alle abgrundtief hรคsslich, und der eigentliche Skandal an der ganzen Geschichte ist, dass nicht alle โ€žKรผnstlerโ€œ fรผr ihre Teilnahme einen lรคngeren Aufenthalt in der Psychiatrie gewonnen haben.

Um dem letztendlichen Ergebnis etwas abzugewinnen, muss einem eben dort etwas von Kunst gelehrt worden sein, Innovation mit ร„sthetik verwechselt werden oder einfach ein Faible fรผrs Hรคssliche angenommen werden โ€“ was in Anbetracht der linken ร„sthetiklosigkeit ja durchaus impliziert werden darf.

Doch beim einfachen Volk trifft nichts davon zu, es gibt quasi keine lobenden Stimmen fรผr das abgrundtief hรคssliche Gestell, das einer Mischung aus albtraumhaft zusammengepanschter Betonmasse und dem visuell umgesetzten Pappmascheeprojekt eines vernachlรคssigten Kindes gleicht. Nietzsche hat es mit Sicherheit nicht wรถrtlich gemeint, als er schrieb, auf dem Weg zum kรผnstlerischen รœbermenschen mรผsse man wieder Kind werden. Die Wiener Kรผnstlergruppe โ€žGelatinโ€œ, die 2021 mit dem ร–sterreichischen Kunstpreis ausgezeichnet wurde und dem ohnehin schon hรคsslichsten Wiener Bezirk nun ein Gesicht gab, verstand dies offensichtlich nicht und erklรคrte dem unmรผndigen Bรผrger den Brunnen:

โ€žEr feiert das Wasser, das uns gehรถrt. Der Brunnen gibt uns das Wir-Gefรผhl, unsere Kohรคsion. Unser Wasser, unser Brunnen. Das bedeutet auch Verantwortung. Das bedeutet auch, dass wir es sind, die da das Wasser zusammenhalten mรผssen. Auf unser Wasser, das wir lieben, schauen und es schรคtzen, damit es auch in Zukunft unser Wasser bleibt.โ€œ

Sรคmtliche linken Regierungsmitglieder gaben sich bei der Erรถffnung die Hand, wobei man nur hoffen kann, dass sie die 33 Figuren rund um den Brunnen als eine Art Rorschachtest genutzt haben, um die Gesundheit der eigenen Psyche zu hinterfragen.



Kurz nach der Erรถffnung wurde der Brunnen mit schwarzer Farbe besprรผht. Dieser Akt des โ€žVandalismusโ€œ erinnert an den รถsterreichischen Kรผnstler Arnulf Rainer, dessen Werke in dem angesehenen Kunstmuseum Albertina in Wien ausgestellt sind. Er wurde bekannt, indem er Gemรคlde von anderen Kรผnstlern mit schwarzer Farbe รผbermalte. Als unbekannte Aktivisten wiederum die Bilder des รœbermalers selbst รผbermalten, war das natรผrlich ein รผbler Akt der Kunstvernichtung.

Ob etwas Kunst ist oder weg kann, entscheidet in Zeiten des Werteverlusts nicht die Schรถnheit, sondern die Innovation. Und was ist innovativer, als die Kunst ins Gegenteil zu verkehren, sie hรคsslich zu machen und sie mit irgendeinem inklusiven โ€žStatementโ€œ zu verbinden? Poststrukturelle Konstruktivisten kรถnnen Kunst nur etwas abgewinnen, wenn sie durch Hรคsslichkeit provoziert und den hรคsslichsten Menschen den mit Instagram-Filtern gekrรผmmten Spiegel vorhรคlt, der sie in irgendeinem Subkontext mit geschwafelten Floskeln zu den Schรถnen verklรคren soll. Kunst ist fรผr diese Kรผnstler Kunst, wenn sie sich selbst schreddert, wenn sie achtlos an die Wand geklebt wird, wenn sie den Menschen anwidert und die letzte Wรผrde des westlichen Mannes im ihn verhรถhnenden Brunnen ertrรคnkt. Der Rezipient, der sein erschrockenes Antlitz auf der unruhigen Oberflรคche begutachten kann, weiรŸ lรคngst, dass diese Zeit รผberwunden werden muss.

So verkรผndete ich bereits am 14. Mรคrz in meiner Kolumne:

โ€žDie aktuell billig-einheitliche Stahl-, Glas- und genderneutrale Times-New-Roman-ร„sthetik (โ€ฆ) ist dem Untergang geweiht.โ€œ

Aber wer hรคtte denken kรถnnen, dass die Times-New-Roman-ร„sthetik noch eine Steigerung kennt? Nachdem sich die โ€žKรผnstlerโ€œ ihrer eigenen Unbeliebtheit immer bewusster werden, versuchen sie ihre Werke absichtlich zu verstรผmmeln, um auf das Helfersyndrom einiger Bevรถlkerungsteile zu hoffen. Damit haben die Mรผnchhausen-Syndrom-Kรผnstler nun offiziell von Times New Roman zur Sauklaue eines geistig verwirrten Borderline-Emo gewechselt. Mal sehen, ob ihnen die derzeitige Aufmerksamkeit reicht oder ob diese mit Hรคsslichkeit verschnรถrkelte Bauhauskunst nun endlich vor ihrem langersehnten eigens verschuldeten Selbstmord steht.

ABOS

Bรผcher

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