Wir machen Platz

5 Min lesen

Eine Menge alte Leute werden gerade aus ihren Wohnungen geschmissen, um Platz für neue Asylantenunterkünfte zu schaffen. Da man zur Schaffung eines Heimes ganze Wohnhäuser leerfegen muss, bedeutet das für die Betroffenen nicht nur, im letzten Lebensabschnitt aus der gewohnten Umgebung gerissen zu werden, sondern die Zerstörung ihres gesamten Sozialverbundes. Gerade in Berlin, wo ein kirchliches Altenpflegeheim soeben 110 Senioren auf die Straße gesetzt hat, kann man aber bei den meisten, die es getroffen hat, wohl von einem Fall von „die Geister, die ich rief“ auf den letzten Metern sprechen. Und auch in Lörrach, wo man 40 alte Leute aus ihren Wohnungen schmeißt, um Migranten dort unterzubringen, wurde den meisten geliefert, was sie bestellt hatten: In dem Landkreis Lörrach-Müllheim kamen Grüne und SPD bei der Bundestagswahl 2021 auf 43,2 Prozent der Stimmen, während nur 8,2 Prozent die AfD wählten.

Die Methoden der Verantwortlichen dort erinnern an Manipulationstechniken, wie sie von Enkeltrickbetrügern angewandt werden: Die alten Leute werden isoliert und in Einzelgesprächen bearbeitet, wohl in der Hoffnung, organisiertem Widerstand vorzubeugen. Auch die Wahl der Opfergruppe dürfte ähnliche Gründe haben wie bei besagter Masche: Im Schnitt werden die Subjekte weniger frisch zwischen den Ohren sein, weniger Widerstandswillen an den Tag legen, weniger Kapazitäten haben, diesen Widerstand in die Tat umzusetzen, und generell erst mal denken: Wenn die Autoritäten das sagen, wird es schon seine Richtigkeit haben. Würde man sich Mittvierziger in derselben Weise vornehmen, wäre es wahrscheinlicher, früher oder später an den Falschen zu geraten, wie etwa an einen Anwalt, der einem richtig die Hölle heiß machen könnte.


Mann, du Alles auf Erden…

Wir sind ein Printmagazin. Unsere Hefte, attraktive Abonnements, Bekleidung, Bücher und vieles mehr findest Du in unserem Netzladen!


Für die Wohnungsbesitzer hat der Staat starke Anreize gesetzt: Zwar dürfte „Flüchtling“ Achmed deutlich häufiger mal Kleinholz aus der Bude machen als Oma Gertrud, jedoch werden sie für Migranten zur Verfügung gestellten Wohnraum aus Steuergeldern mehr als fürstlich entlohnt, während die Verträge mit den Senioren häufig vor Jahrzehnten geschlossen wurden und dementsprechend günstiger für den Mieter ausfallen. Und hier profitiert auch der Staat von dem Beuteschema Oma und Opa: Sie haben keine Lobby, die laut werden könnte, und werden sowieso bald, na ja, auch nicht mehr wählen können, wenn nicht sowieso schon ein Betreuer für sie den Wahlzettel mit einem Kreuz bei den Grünen versieht, egal was sie denken, und anschließend in den sozialen Medien damit prahlt, es den alten weißen Männern heute mal so richtig gezeigt zu haben.

Was bleibt, ist nur der Imageschaden durch kurzzeitige Schlagzeilen über das Thema, die sich größtenteils auf „Welt“ (oftmals hinter Paywalls), „Focus“ und die bösen Schwurbelmedien à la „Tichys Einblick“ beschränken. Aber wollen wir mal nicht auf einer zu deprimierenden Note enden: Ein generelles Kippen der Stimmung bezüglich der Migrationspolitik beginnt sich Mal um Mal abzuzeichnen, insbesondere nach der Silvesternacht. Der Oberbürgermeister von Greifswald wurde kürzlich von Gegnern seiner Pläne, 500 Migranten in der vorpommerschen Stadt anzusiedeln, hart angegangen, woraufhin der „Focus“ von einer „Meute“ titelte, die auf den OB „losgegangen“ sei – und die Kommentare unter der gestrigen Twitter-Veröffentlichung des Artikels sind ein Gemetzel, begangen von einer Armee kleiner White-Pill-Kommentatoren.

Boomereske Zorn-Emojis mischen sich unter eloquentere Kritiken sowie natürlich auch einen Haufen Fedposting, alles mit Hunderten Likes. So ein klares Stimmungsbild habe ich bei diesem Thema auf einer Plattform wie Twitter selten gesehen. In letzter Zeit häufte es sich. Das macht Hoffnung, dass die Lage ihnen noch entgleiten könnte.

1 Comment

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.