Wokismus hat die Romantik getötet

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Um das vorab zu klären: Ja, ich bin eine Frau, die ab und an gerne Liebesromane liest oder Liebesfilme schaut, um wenigstens für kurze Zeit vor den kleinen und großen Katastrophen des Alltags zu flüchten. Doch inzwischen ist allen voran dieses Genre der Literatur- und Kulturbranche zerfressen von politischer Korrektheit, Queerfeminismus und Quoten. 

Loyalität, Aufopferung für den Partner oder ein gemeinsamer Kampfgeist sind quasi ausgestorben und wurden durch Egozentrik und perfide Selbstliebe oder euphemisierte „Self Awareness“ ersetzt. War es vor 10 oder 15 Jahren noch üblich, dass ein Liebesdrama irgendwie im „Guten“ oder wenigstens mit angenehm herzzerreißender Dramaturgie für die Liebenden endete, entscheiden sich die emanzipierten weiblichen Hauptfiguren heute lediglich für sich selbst. Gemeinschaft und Zusammenhalt als Liebespaar sind out. Sogenannte weibliche Selbstverwirklichung, Kinder von der Samenbank oder Promiskuität als neue feminine Stärke sind angesagt. 

Kommt die weibliche Protagonistin am Ende des Films oder Buches doch noch mit einem Mann zusammen, so ist dieser mindestens komplett unterwürfig und entspricht jedem feministischen Klischee und Wunschdenken. Romantik und Liebe wurden totquotiert. Weibliche Leadrollen schmücken sich mit männlichen Attributen. Sie sind supertough, superstark, superemanzipiert. Sie arbeiten meist in Männerberufen, können jedem und allen Paroli bieten und dürfen sich alles erlauben. Denn sie sind Frauen, kommen meist aus „toxischen“ Beziehungen und haben somit das Recht, jeden Mann stellvertretend für die ganze Männerwelt leiden zu lassen und zu verarschen.


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Männer hingegen sind entweder weiß und toxisch und somit die Antagonisten der Geschichte. Oder aber sie haben einen ersichtlichen Migrationshintergrund, öffnen sich und zeigen ihre weichen, zerbrechlichen Seiten und haben somit überhaupt erst eine Chance, das Herz der kämpferischen Frau durch Unterwürfigkeit zu erobern. Romantische Liebesfilme und Romanverfilmungen, wie „Stolz und Vorurteil“ (2005) oder „Sabrina“ (1954), die den größtenteils weiblichen Zuschauer zu Tränen rühren können, werden schlichtweg nicht mehr produziert und sind ausgestorben.

Stattdessen kriegen wir heutzutage, dank Publikationen auf Wattpad und anderen Online-Publizistik-Formaten, wo jeder seine geistigen Ergüsse zum Besten geben darf, ständig diese neue vermeintlich feministische Form der Liebe vorgesetzt.

Wie zum Beispiel im Kino-Neustarter „Perfect Addiction“. Ein Film, der Quoten, Klischees und den Zeitgeist geradezu fabelhaft miteinander verbindet. Die schwarze Protagonistin trainiert Profiboxer in Mixed Martial Arts (MMA). Ihr weißer, toxischer (Ex‑) Freund und Boxer betrügt sie mit ihrer kleinen Schwester. Um sich an ihm zu rächen, trainiert sie einen weniger toxischen asiatischen Kämpfer, der sie zwischenzeitlich verlässt, damit sie sich selbst verwirklichen kann. Und dann ist da noch eine völlig unerhebliche Schwulenhochzeit, um auch diese Quote zu bedienen.

Die Rollen sind perfekt ausgeschmückt. Sie ist dominant, bestimmt und körperlich stark genug, um mit Männern zu kämpfen, die zwei Köpfe größer sind als sie. Alles superrealistisch, versteht sich. Der Antagonist ist selbstverliebt, eingebildet, arrogant und vor allem der einzige nennenswerte Weiße im Film. Sein Kampfgegner ist Asiate. Er wird trainiert, kann kochen und öffnet sich im Laufe der Geschichte mehr und mehr. Außerdem fragt er vor jedem weiteren Schritt der gemeinsamen Liebesbeziehung um Erlaubnis.

Auch wenn der Film, und ja, ich habe mir diese zwei Stunden Lebenszeitverschwendung tatsächlich in der „Ladies Night“ im Kino am Valentinstag angetan, erwartbar schlecht war, so war er doch noch schlechter als erwartet und zeigte erneut, wie selbst die letzten Fluchtwege aus dem Alltag dem Wokismus weichen. Auch die Romantik und die Liebe sind tot und lassen sich höchstens noch in Romanen und Filmen finden, die weit vor dieser Zeit erschienen.

2 Comments

  1. Immerhin kann man noch darauf hoffen, dass solche woken Umerziehungs-Programmkinofilme an den Kinokassen grandios floppen und damit langfristig ein Umdenken einläuten. Bei der weiblich besetzten Ghostbusters-Neuverfilmung war das ja bereits der Fall.

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