Yallah Clankrieg, oben ohne gegen Heteronormativität und Sexismus im Frauensport

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Gestern war der Erste Mai. Wie jedes Jahr fanden am Tag der Arbeit etliche linksextreme Massendemonstrationen sowie weitere Kundgebungen von sämtlichen Gewerkschaften und Parteien statt. Wer nicht an einer Demo teilnahm, musste sich womöglich noch vom Alkoholexzess am Vorabend erholen. Oder seinen Muskelkater vom nächtlichen Maibaumstellen loswerden. 

Unter dem Motto „Yallah Klassenkampf – No war but classwar!“ zog ein Demozug mit sämtlichen Bannern gegen Rassismus und gegen das Attentat von Hanau mit den üblichen Instrumentalisierungen und Parolen durch Berlin-Neukölln. Am Abend zuvor noch war der besonders bunte Stadtteil der Bundeshauptstadt zum Schauplatz einer tödlichen Auseinandersetzung geworden. Mitten im Jahrmarktstreiben der „Maientage“ kam es zum Streit zwischen 30 Männern. Zuerst pöbelten sie sich nur an, dann zückte einer von ihnen gegen 23 Uhr ein Messer und verletzte Mohammed R. tödlich. Opfer und Täter sollen beide Mitglieder bekannter Berliner Großfamilien sein. Bereits 2018 wurde der Bruder des Opfers, Nidal R., am Tempelhofer Feld erschossen. An seiner Beerdigung nahmen damals 2.000 Menschen teil, darunter bekannte Clan-Größen aus ganz Deutschland. 

Mohammed R. verstarb erst später im Krankenhaus. Dort kam es erneut zum Polizeieinsatz aufgrund der „hoch emotionalen“ Stimmung einiger Familienangehöriger. Der Täter von Samstagabend ist noch flüchtig. Der Mord an Nidal R. konnte polizeilich nie aufgeklärt werden. Ermittler befürchten nun weitere Konflikte im Clanmilieu. Damit passend zum Ersten Mai, yallah Clankampf. 

Für praktizierende Moslems endet der Ramadan, und damit beginnt das dreitägige Zuckerfest. Für nicht-binäre Feministinnen und LGBTQ-Aktivistinnen beginnt dieser Tage ein anderes Fest. Seit gestern ist das Oben-ohne-Schwimmen in allen Schwimmbädern von Göttingen erlaubt. Völlig egal, welchem Geschlecht man angehört – oder eben nicht. Grund für diese Regelung ist ein Vorfall aus dem letzten Sommer. Anfang August 2021 wurde eine Person X aus einem städtischen Schwimmbad geschmissen, da sie ohne Oberteil im Becken schwamm und vom Schwimmmeister fälschlicherweise für eine Frau gehalten wurde. Der Vorfall sorgte für mächtig Diskussionen. Nun genehmigt die Stadt Göttingen allen das Oben-ohne-Baden, allerdings nur an Samstagen und Sonntagen und vorerst nur bis zum 31. August.

Passend zur Badesaison wird es also noch mal richtig bunt. Tolerante Kämpfer gegen Sexismus dürfen sich nun darüber freuen, dass die geschlechtsspezifische Diskriminierung in Form des Oberteilzwangs endlich endet. Und die bunte Party- und Eventszene freut sich in der Badesaison über noch mehr nackte Haut. Also eine ganz klare Win-win-Situation. Heutzutage wird es immer einfacher, eine Frau zu sein. Gleichzeitig wird es immer schwerer, die Fairness im Frauensport aufrechtzuerhalten.

Vor wenigen Wochen sorgte der Fall Lia Thomas aus den USA für mächtig Furore. Lia Thomas ist Transfrau und gewann die Universitätsmeisterschaft im Schwimmen. Nachdem die Kritik an Thomas‘ Sieg immer lauter wurde, erkannte der Gouverneur von Florida ihren Sieg ab. Nun werden auch in der Bundesrepublik die Stimmen lauter für faire Regeln im Umgang mit Transfrauen im Frauensport. Erste Verbände sprachen sich gegen die Teilnahme eben dieser Menschen aus. Grund dafür seien biologische Vorteile, die ein Mensch habe, der die Pubertät als Junge durchlebte. In Gänze können Transfrauen aufgrund von Diskriminierung nicht vom Frauensport ausgeschlossen werden. Dennoch soll es zukünftig mehr Richtlinien, wie zum Beispiel Testosteron-Tests, geben. Biologie lässt sich eben doch nicht leugnen.

2 Comments

  1. Immer nett zu hören wie deeskalierend Polizei kann wenn sandneger Steuergelder verpulvern.
    Die Welt geht 2 mal unter wenn deutsche spazieren gehen…

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