Schluss mit der Zeitverschwendung!

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An einem verregneten Sonntag kommen Fragen auf – zum Beispiel: Womit verschwendet man eigentlich seine Zeit? Als ich einen Freund danach frage, streitet er vehement ab, dies überhaupt je getan zu haben. Währenddessen wischt er unaufhörlich durch Tinder und versucht nebenbei eine Bierdeckelpyramide zu errichten. Na klasse, wo bin ich hier nur gelandet?

Bloß ein geringer Prozentsatz von Menschen nutzt beinahe seine komplette Lebenszeit sinnvoll. Das hängt natürlich auch davon ab, was man für sich selbst als sinnvoll definiert. Ich gehöre noch nicht zu diesem Teil. Aber ich bin schätzungsweise auf einem guten Weg.

Das Buch, welches ich grad verschlinge, gab mir einige Anregungen, mein bisheriges Handeln zu überdenken – absolut stumpfsinnige Aufgaben und Verpflichtungen zu erkennen und anders oder eben gar nicht mehr zu lösen, da sie die pure Zeitverschwendung sind. Im Wesentlichen befasst es sich damit, wie man sein wunderbares Leben im hier und jetzt genießen kann.

Nebenbei baut man sich ein Vermögen auf, welches einem ermöglicht, immer wieder Auszeiten von dem ach so tollen Beruf und den netten Kollegen zu nehmen, beziehungsweise endlich sein eigenes Unternehmen zu gründen. Das macht alles Sinn: Wieso sich kaputtarbeiten, wieso dem Renteneintrittsalter entgegenfiebern?

Neben Tinder (löscht sofort diesen kulturmarxistischen Dreck von eurem Handy!), IBAN auswendig lernen und Socken sortieren, gehört Geschirr spülen zu einer der sinnlosesten und zeitintensivsten Aufgaben, die ich mehr oder weniger täglich erledigen muss. Einfach furchtbar! Klar, meine Oma hat vor 70 Jahren das wenige Geschirr, was sie hatte, mit Bedacht gereinigt und dabei nicht einen auf „ich könnte ja etwas Besseres machen und nörgle rum“-Prinzessin gemacht. Aber ich bin nun mal ein Kind unserer Zeit. Da brauche ich die Sache mit dem Geschirrspüler nicht zu verleugnen.

Aber in der Zeit, in der ich drei Teller, einen halben Besteckkasten und die von der letzten Party verbliebenen Biergläser abwasche, während neben mir eine verkrustete Pfanne einweicht, könnte ich ein halbes Buch lesen oder meine Schachspielkenntnisse auffrischen. Doch stattdessen wird das ganze Geschirr gespült und professioneller als bei Tetris auf der Spüle gestapelt. Jetzt bloß nichts anfassen, sonst fällt das nasse Zeug noch runter.

Doch der Spuk hat nun ein Ende! Ich habe mir einen Geschirrspüler zugelegt (vernünftige Laptops gibt es in diesem verkommenen Land ja nicht mehr), der mir diese unglaubliche Last endlich abnimmt. Ich bin begeistert. Über den Fakt, dass ich ihn mit dem WLAN verbinden kann, um ihn auch von Kambodscha aus zu steuern, sehe ich einfach mal hinweg. Die Maschinen werden sich irgendwann gegen uns erheben, denkt an meine Worte!

Also, verschwendet nicht länger eure kostbare Lebenszeit, sondern legt euch etwas zu, was euer Leben erleichtert und bereichert.

2 Comments

  1. "Das Buch, welches ich grad verschlinge, gab mir einige Anregungen (…)".

    Also, das würde ich überdenken. Sicher, der Verdauungstrakt des Menschen ist für Allesverdauerei eingerichtet, aber dann bitte wohldosiert in kleinen Stücken – ein Buch zu verschlingen, also in zwei, drei riesigen Happen hinabzuwürgen, mag wölfische Kühnheit seit, aber dürfte am Ende zu einer Magendarmproblamatik führen, welche erhoffte Zeitersparnis aufhebt.

    Hoffe nun, mit komplett blödsinnigem Kommentar nicht Zeit im Übermaß verschwendet zu haben.

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