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Trump verdient den Friedensnobelpreis (aber wird ihn nie bekommen)

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Von Nils Wallmeyer

US-Präsident Donald John Trump hegt zwei Makel, die verhindern könnten, dass er jemals Friedensnobelpreisträger werden wird. Zuallererst ist er ein männlicher weißer Amerikaner jenseits der 60 und zweitens besitzt er die Impertinenz sich tatsächlich um Frieden in der Welt verdient gemacht zu haben.

Schaut man sich die Preisträger der letzten Jahrzehnte an, stellt man fest, dass seit 2008 kein einziger weißer alter Mann – mit Ausnahme des ehemaligen kolumbianischen Präsidenten Juan Santos – mit dem internationalen Friedenspreis ausgezeichnet wurde. Dafür standen in den letzten Jahrzehnten Massenmörder, Kriegstreiber und Destabilisatoren ganzer Erdteile auf der Liste des Nobelkomitees. Welche Kriterien erfüllt werden müssen, um von dem vom norwegischen Parlament gewählten Komitee protegiert zu werden, wissen viele Würdenträger vermutlich oft selber nicht.

Den 1993 geehrten antisemitischen Terroristen Jassir Arafat kann man jedenfalls nicht mehr fragen, denn er ist tot. Eine Tatsache, die er mit vielen Juden gemein hat, die auf das Kommando des Kopfes der Palästinensischen Befreiungsorganisation hin bei Anschlägen ermordet wurden. Wer hingegen leider noch lebt, ist die Preisträgerin von 2012. In diesem Jahr erhielt nämlich die Europäische Union den nach Alfred Nobel benannten Friedenspreis. Obwohl Norwegen bis heute nicht der EU beigetreten ist, ließ sich das Komitee nicht beirren und ehrte eine Institution für ihre Verdienste um den Weltfrieden, die mit ihrer Flüchtlings- und Währungspolitik seit Jahrzehnten einen ganzen Kontinent destabilisiert.

Drei Jahre zuvor wurde der damals frischgebackene Präsident Barack Obama gekürt. Die Begründung: Es gibt keine. Selbst in linken Kreisen ist seine Auszeichnung umstritten. Immerhin wohnte er zu diesem Zeitpunkt noch nicht lange im Weißen Haus, weshalb seine Leistungen überschaubar waren. Die Nobel-Kommission aber druckste sich etwas mit „Schenken von Hoffnung“ zurecht und warf ihm den Preis hinterher, bevor jemand „Wartet mal!“ rufen konnte. Obama erwies sich im Laufe seiner zwei Amtszeiten der Gesellschaft viele seiner Preisträger-Kollegen als würdig: Er ist bis heute der Präsident mit den meisten Kriegstagen seiner Legislatur (2.663 Tage) und führte einen Drohnenfeldzug, bei dem fast 2.500 Menschen, davon mehr als 100 Nicht-Kombattanten, ums Leben kamen.

Wenn es darum geht Kriege anzufangen und Juden zu ermorden, ist Trump hingegen ziemlich unterqualifiziert. Er traf sich als erster Präsident der USA regelmäßig mit Kim Jong-un und setzte sogar Fuß auf den nördlichen Teil der koreanischen Halbinsel. Damit entspannte er den langjährigen Konflikt zwischen den beiden gegensätzlichen Staaten, in welchem viele Experten einen potenziellen Ausgangspunkt für einen dritten Weltkrieg sahen. Schon damit dürfte Trump mehr erreicht haben als viele bellizistische Friedensnobelpreisträger vor ihm. Vor wenigen Tagen verkündete das Weiße Haus, dass Israel und der in Staatsform gegossene Tummelplatz für islamistische Terroristen, auch bekannt als „Sudan“ ihre Beziehungen normalisieren werden.

Dem Sudan gingen die Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain voraus, die ebenfalls jüngst beschlossen mit Israel Frieden zu schließen. Diese historischen Einigungen fanden auf Trumps Initiative hin, unter amerikanischen Vermittlungen statt. Der amtierende US-Präsident hat also dafür Sorge getragen, dass in einem der größten existierenden Krisenherde zum ersten Mal, seitdem die Arabische Welt dem jüdischen Staat 1967 den Krieg erklärte, Frieden in greifbare Nähe gerückt ist. Reicht das aus, um für seine Verdienste mit der bekanntesten aller Auszeichnungen für Frieden geehrt zu werden? Keine Ahnung, aber Trump hat mal irgendwas mit „Grab her Pussy“ gesagt.

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